Kretsch lässt konservative Konstanzer CDU-Herren abblitzen

„Benedetto“ entschwebte vom Lahrer Flugplatz – Ministerpräsident freute sich auf Papstbesuch in Freiburg

Konstanz. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die beiden Konstanzer CDU-Fraktionsmitglieder Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach abblitzen lassen. Kretsch, wie ihn seine Freunde nennen, wollte den grünen Konstanzer Bundestagsabgeordneten Till Seiler nicht rügen, weil er die Initiative „Freiburg ohne Papst“ unterstützt hatte. Der grüne Ministerpräsident erinnerte die beiden Konstanzer CDU-Herren daran, dass jeder seine Meinung frei äußern dürfe – auch Till Seiler.

Katholik Kretschmann erteilt Konstanzer CDU Absage

Der Papst ist zurück in Rom. Vor dem Besuch schrieb Kretschmann, der Mitglied des Diözesanrats der Erdziözese Freiburg und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist, an die Konstanzer CDU-Kommunalpolitiker, dass er sich auf den Besuch des Papstes freue und dass er als Ministerpräsident ihn in Baden-Württemberg gern empfangen wollte. Schützend „vor Kirche und Papst“ mochte sich Kretsch aber nicht stellen. Das ließ er die Konstanzer Christdemokraten unmissverständlich wissen. Er begründete dies damit, dass „wir in einem freien Land leben“, in dem „jeder seine Meinung frei äußern“ dürfe.

Kritik bitte direkt an die Adressaten

Die beiden Konstanzer Christdemokraten forderte der Kretschmann auf, ihre Kritik gegenüber denen zu äußern, gegen die sich die Kritik richte – in diesem Falle also gegenüber Till Seiler und der Initiative „Freiburg ohne Papst“.

Über den Petz-Brief nach Stuttgart

Weil Seiler das Aktionsbündnis „Freiburg ohne Papst“ unterstützte, hatten die Konstanzer CDU-Stadträte Roger Tscheulin (Fraktionsvorsitzender) und Wolfgang Müller-Fehrenbach (Stellvertreter) im August einen Brief an Kretschmann geschrieben und versucht, den grünen Konstanzer Bundestagsabgeordneten Till Seiler an den Pranger zu stellen. „Mit großem Bedauern haben wir die öffentliche Verunglimpfung von Papst Benedikt XVI. durch Ihren Parteifreund Till Seiler MdB zur Kenntnis genommen“, petzten Tscheulin und Müller-Fehrenbach. Die Tageszeitung Südkurier hatte über den Fall berichtet und auch noch moniert, dass Kretschmann während seines Urlaubs nicht sofort geantwortet hatte.

Passt Papst nach Konstanz?

Mehr als 250.000 Menschen hatten dem Papst zugejubelt. Am vergangenen Sonntag fuhr „Benedetto“ dann nach seiner Rede im Freiburger Konzerthaus mit seiner 33-köpfige Entourage zum Flughafen Lahr. Das war am Nachmittag In Fahrtrichtung Karlsruhe war die Autobahn deswegen kurzzeitig komplett gesperrt. Auf Brücken und Autobahnparkplätzen standen ganze Trauben mit Schaulustigen, die wenigstens noch einen Blick auf die päpstliche Limousine werfen wollten. Till Seiler dürfte nicht unter den Jubelnden und wohl auch nicht unter den Zaungästen, die auf den Autodächern standen, gewesen sein. Sollten sich Tscheulin und Müller-Fehrenbach in Freiburg aufgehalten haben, dürfte ihnen die Vorstellung, dass der Papst zum Konziljubiläum nach Konstanz kommt unruhige Nächte bereiten. Um 19.36 Uhr hob der Airbus mit dem Papst dann vom Lahrer Flugplatz ab. Verabschiedet sich vom Papst mutmaßlich artig auch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Hier geht’s zum Brief des Ministerpräsidenten CDU.Schreiben MP Kretschmann zum Papstbesuch

Ein Kommentar to “Kretsch lässt konservative Konstanzer CDU-Herren abblitzen”

  1. Bübi
    26. September 2011 at 21:37 #

    …Das war am Nachmittag In Fahrtrichtung Karlsruhe war die Autobahn deswegen kurzzeitig komplett gesperrt. ….

    Warum eigentlich? Ich dachte immer Engel können fliegen.

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