Kulturerbe Pfahlbauten: Aufnahme in Welterbeliste frühestens im Sommer 2011 in Bahrain

Aktuelle Kandidatur der prähistorischen Pfahlbauten für das UNESCO-Welterbe – Expertengespräche zur Evaluation

Pfahlbauten möchten Weltkulturerbe werdenUnteruhldingen/Konstanz/Stuttgart. Die Klosterinsel Reichenau ist es schon. Jetzt möchten auch die Pfahlbauten am Bodensee Weltkulturerbe werden. Die Chancen stehen gut.

Pfahlbauten rund um die Alpen

Anlässlich der aktuellen Kandidatur der Pfahlbauten für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe fand zuletzt durch den Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) die Evaluation für die transnationale Kandidatur „Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen“ für das UNECSO Welterbe statt. Eine Expertin besuchte die Schweiz, Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Bayern und Baden-Württemberg, um die im Rahmen der Welterbekonventionen getroffenen Maßnahmen in den verschiedenen Ländern zum Schutz und zur Erhaltung der nominierten prähistorischen Stätten zu prüfen.

Denkmalschützer Claus Wolf sieht gute Chancen

Sie war jeweils mit nationalen und regionalen Behörden sowie Fachexperten in Kontakt und traf sich dabei auch mit den politischen Vertretern der verschiedenen Staaten, Regionen und Städte. In Baden-Württemberg führte die Reiseroute die ICOMOS-Expertin vom Federseegebiet über Oberschwaben an den westlichen Bodensee. Die Gutachterin wurde von Mitarbeitern des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums und des Landesamtes für Denkmalpflege begleitet. „Angesichts der konstruktiv verlaufenen Gespräche sehen wir dem weiteren Verlauf des Antragsverfahrens zuversichtlich entgegen“, erklärte Claus Wolf, der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.

Antrag im Januar in Paris eingereicht

Der Antrag unter der Federführung der Schweiz war im Januar 2010 bei der UNESCO in Paris eingereicht worden. Die aus der jetzt durchgeführten Evaluation hervorgehende Schlussempfehlung wird im Mai 2011 publiziert und dient dem Welterbekomitee als Grundlage zur Beurteilung der Kandidatur zur Aufnahme in die Welterbeliste. Das Welterbekomitee entscheidet aufgrund dieses Vorschlags zur Aufnahme in die Welterbeliste frühestens im Sommer 2011 anlässlich der 35. Sitzung in Bahrain.

Feuchtbodenarchäologie sitzt in Hemmenhofen

Baden-Württemberg verzeichnet eine große Anzahl von Pfahlfundstätten und verfügt über eine spezielle Arbeitsstelle für Feuchtbodenarchäologie mit Sitz in Hemmenhofen am Bodensee. Hier werden diese einzigartigen Fundstellen der Stein- und Bronzezeit (4200-850 v. Chr.) in den Seen und Mooren des Landes betreut und mit modernen Methoden der Unterwasser- und Moorarchäologie erkundet und erforscht. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wurden Managementpläne ausgearbeitet, die besonders im Zusammenhang mit der UNESCO Kandidatur zum Schutz und Erhalt der Pfahlbaufundstellen unentbehrlich sind.

Foto: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

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