Landesregierung stellt sich hinter Winzer

Anbaustopp für Reben soll beibehalten werden – Wetzel hakt nach

Bodenseekreis (red) Die Winzer haben Angst vor einer ungebremsten Erweiterung der europäischen Rebflächen (See-Online.info berichtete). Ihre Forderung an die EU, den Anbaustopp für Wein auch über 2015 hinaus zu verlängern, wird auch von der baden-württembergischen Landesregierung unterstützt. Das teilte das Landwirtschaftsministerium auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Wetzel mit.

Weinbauregionen contra EU

Der EU-Anbaustopp für Reben ist seit 1976 in Kraft, um einer Überproduktion von Wein entgegen zu steuern. Falle er, dann sinke auch die Qualität des Weins und der Wert der Rebflächen, befürchten die Winzer. Deshalb lehnen 59 von 60 europäischen Weinbauregionen die für 2015 geplante Aufhebung des Anbaustopps durch die EU-Kommission ab.

Land Hand über Rebflächen halten

Die Mitgliedsstaaten der EU hätten die Möglichkeit, den Anbaustopp für Reben bis Ende 2018 zu verlängern, so der Hinweis von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. Die Landesregierung teile die Auffassung der Winzer, den Anbaustopp auch über 2018 hinaus beizubehalten. Da es sich um europäisches Recht handle, das die Bundesländer umsetzen müssten, sei deren Gestaltungsspielräumen enge Grenzen gesetzt, so Gurr-Hirsch. Sie bestünden aber etwa bei der Abgrenzung der Flächen, die für den Weinbau geeignet seien, bei der Klassifizierung und Zulassung von Rebsorten oder auch bei der Festlegung der zulässigen Hektarhöchsterträge.

Resolution für Anbaustopp

Auf die Frage Wetzels, wie die Landesregierung die Weinbauern in deren Forderung unterstütze, „die unkontrollierte Ausweitung der Rebflächen zu verhindern“, antwortet Gurr-Hirsch: Die Landesregierung habe für die Beibehaltung des Anbaustopps bereits im Vorfeld der betreffenden Reform und auch danach immer wieder auf Bundes- und EU-Ebene Position bezogen. Bei der Intervitis/Interfructa 2010 in Stuttgart, der weltweit größten Messe für Wein- und Fruchttechnologie, werde die Landesregierung am 25. März 2010 in Zusammenarbeit mit den Weinbauverbänden einen „Europäischen Steillagenkongress“ durchführen, mit Beteiligung vieler europäischer Länder. Dabei solle eine Resolution zum Erhalt des Weinbaus in Hang- und Steillagen und zum langfristigen Erhalt des Anbaustopps für Reben verabschiedet werden. In den Jahren 2010 und 2011, so Gurr-Hirsch weiter, sehe die Landesregierung darüber hinaus Gespräche vor „mit der EU-Kommission und Abgeordneten des Europäischen Parlaments zur Weiterführung des Anbaustopps für Reben.“ Auch Wetzel ist der Ansicht: „Eine Aufhebung des Anbaustopps wäre verhängnisvoll. Wir dürfen unsere Weinkultur in Baden-Württemberg nicht auf dem Altar absoluter Marktfreiheit opfern.“

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