Letzte Chance für Konstanzer Synagoge

Stadt wartet mit Rückabwicklung des Baugrundstücks in der Sigismundstraße noch ab

Konstanz (wak) Die Frist ist längst verstrichen. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank hatte sie der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz (IKG) und dem Oberrat der Israealitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden gesetzt. Jetzt könnte die Stadt theoretisch den Bauplatz für eine neue Synagoge in der Sigismundstraße, den sie der IKG überlassen hatte, zurückfordern. Noch aber zögert sie.

Nur Schritte vom Standort der zertörten Synagoge entfernt

Die Stadt Konstanz hatte der jüdischen Gemeinde einen Bauplatz in der Sigismundstraße überlassen, der nur wenige Schritte vom Standort der 1938 zertörten Synagoge entfernt läge. Wegen des Streits der Konstanzer Gemeinde mit dem Oberrat hat sich ein Baubeginn aber immer weiter verzögert. Die Stadt stellte IKG und IRG deswegen ein Ultimatum: Sollten sich örtliche Gemeinde und Oberrat nicht einigen, wolle die Stadt den Bauplatz im April zurück, kündigte sie an.

Rückabwicklung rechtlich möglich

Der Städtische Pressesprecher Walter Rügert bestätigte, dass die Frist bereits am 31. März abgelaufen ist. „Eine gemeinsame Lösung von IKG und IRG gibt es nicht“, so Rügert. „Die Voraussetzung für die Rückabwicklung wäre gegeben“, sagte Rügert weiter. Das Grundstück würde dann von der Stadt zurückgefordert.

Landesverband IRG prüft noch

Die Stadt könnte den Baugrund dann neu – dieses Mal zum Beispiel an den Landesverband, die IRG – vergeben. Zustimmen müsste zuvor der Gemeinderat. Soweit ist es momentan aber noch nicht. Derzeit prüfe die IRG noch, sagte Rügert. Streitpunkt sind denkmalschutzrechtliche Bestimmungen, die den Abriss des ehemaligen Hotels „Anker“ und einen kostengünstigen Neubau einer Synagoge in der Sigismundstraße ausschließen. „Der Dialog läuft noch“, so der Pressesprecher der Stadt Konstanz. Offenbar hat die Stadt auch noch nicht vollständig die Hoffnung aufgegeben, dass sich die zerstrittenen IKG und IRG doch noch einigen könnten.

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Foto: wak/Stele Sigismundstraße

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