Lindauer CSU-OB-Kandidat Rainer Rothfuß zieht zurück – Unterschriften für Piraten

CSU sieben Wochen vor der Wahl ohne Kandidat – Ex-Kandidat wirbt laut Medienbericht für Piraten-Kandidaten Marc Fuhrken

Lindau. Sieben Wochen vor der Oberbürgermeister-Wahl in Lindau hat  die CSU ihren Kandidaten Rainer Rothfuß verloren. Der OB-Kandidat hat am Dienstag seine Kandidatur niedergelegt. Der Grund waren parteiinterne Streitigkeiten. Rothfuß werbe jetzt um Unterschriften für den Kandidaten der Piratenpartei, Marc Fuhrken. Das berichtet die Schwäbische Zeitung.  Der Bahnhofsstreit hat die CSU entzweit. Die Lindauer hatten am zweiten Adventssonntag in einem Bürgerentscheid über den Lindauer Bahnhof abgestimmt und ja zu einem Kombi-Bahnhof gesagt. Die CSU entschloss sich, das Votum zu akzeptieren und keinen zweiten Bürgerentscheid mehr anzustreben. Rothfuß sah das anders. Er beharrte auf einen weiteren Bürgerentscheid im März.

Rainer Rothfuß warf hin

Auf der Homepage der Lindauer CSU heißt es: „Rainer Rothfuß hat die Lindauer CSU davon in Kenntnis gesetzt, dass er seine Kandidatur für die CSU nicht mehr aufrecht erhält und auch den Wahlleiter der Stadt Lindau, Herrn Thomas Nuber davon schriftlich in Kenntnis gesetzt hat.“ „Unüberbrückbare Differenzen“ zum angestrebten Bürgerbegehren am 18. März 2012 zum Hauptbahnhof in Reutin mit eingleisiger Inselanbindung hätten dazu geführt, dass Rothfuß nicht mehr als Kandidat zur Verfügung stehe.

CSU machte Rückzieher bei Bürgerentscheid

„Roland Freiberg und Karl Schober, als Mitinitiatoren des Bürgerbegehrens, haben sich aufgrund des Bürgervotums zur ,Kombilösung‘ vom 11. Dezember 2011 und der Rückmeldung aus der Bürgerschaft für einen Rückzug ausgesprochen“, heißt es seitens der CSU weiter. Dies ändere aber nichts an der Tatsache, dass Schober, Freiberg und eine breite Mehrheit der Christsozialen sachlich die Hauptbahnhof-Reutin Lösung weiterhin für die beste halten. Rothfuß habe – anders als die CSU – aber auf ein Bürgerbegehren bestanden, um den Bürgern auch eine Abstimmung über einen Hauptbahnhof in Reutin zu ermöglichen. Rainer Rothfuß habe seine OB-Kandidatur davon abhängig gemacht.

Sitzung am Sonntagnachmittag

In einer Sondersitzung am Sonntagnachmittag sprach sich nach Mitteilung der CSU eine klare Mehrheit, bestehend aus den Mitgliedern des CSU-Ortsvorstandes, der Stadtratsfraktion, der Frauen Union und der Jungen Union gegen das Bürgerbegehren aus, heißt es in einer Mitteilung der CSU. Willi Böhm, kommissarischer Ortsvorsitzender der Lindauer CSU teilte weiter mit: „Da sich Rothfuß aus eigener Überzeugung nicht in der Lage sah dem Schritt von Fraktionsvorsitzenden Freiberg und Bürgermeister Schober zu folgen, zog er am Dienstagvormittag seine OB-Kandidatur offiziell zurück.“ Wie sich die CSU weiter orientiere, werde sie in den kommenden Tagen rechtzeitig kommunizieren.

Der Bahnhofsstreit

Seit zwei Jahrzehnten streitet die bayerische Bodenseestadt über den Lindauer Bahnhof. Nach langem Hin und Her haben sich die Bahn und die Stadt auf zwei Bahnhöfe, einen auf der Insel und einen auf dem Festland, geeinigt. In einem Bürgerentscheid haben die Lindauer ja zu dieser Lösung gesagt. Oberbürgermeisterin Petra Seidl (parteilos) war ebenfalls für die Komi-Lösung.

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