Lindauer Piraten vermasseln's im Jahr der Oberbürgermeister-Wahlen am Bodensee

Piratenpartei schaffte nicht 190 Unterstützerunterschriften zu sammeln – Kandidatur in Konstanz nicht ausgeschlossen

Konstanz/Lindau. Das Jahr 2012 ist das Jahr der Oberbürgermeister-Wahlen am Bodensee. Am 12. Februar 2012 wählen die Lindauer einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin. Am 1. Juli 2012 stimmen dann die Konstanzer ab. Wieder antreten wird in Lindau OB Petra Seidl. Nicht auf dem Wahlzettel stehen wird hingegen der Name von Marc Fuhrken von der Piratenpartei. Die Piraten schafften es nicht, 190 Unterstützerunterschriften zu sammeln. Ob in Konstanz ein Bewerber antreten wird, der Mitglied der Piratenpartei ist, ist noch offen. Auch in Konstanz braucht es Unterstützerunterschriften.

Lindauer Piraten scheitern an Unterstützerunterschriften

In Lindau ist die Piratenpartei bereits gescheitert. 190 Unterstützerunterschriften hätte die Partei sammeln müssen, um Marc Fuhrken als Kandidaten ins Rennen ums Amt des Oberbürgermeisters in Lindau schicken zu können. Bis zum Ablauf der Frist haben aber nur 73 Wahlberechtigte ihre Unterschrift geleistet und den Piraten unterstützt. Damit ist der 41-jährige Architekt Marc Fuhrken beim Lindauer Oberbürgermeister-Wahlkampf bereits im Vorfeld gescheitert.

Zehn kleine Jägermeister

In Lindau ist es bei der OB-Wahl so ein bisschen wie bei den „Zehn kleinen Jägermeistern“ von den Toten Hosen.  Sieben Wochen vor der Oberbürgermeister-Wahl in Lindau hatte die CSU ihren Kandidaten Rainer Rothfuß verloren. Der OB-Kandidat hatte seine Kandidatur niedergelegt. Der Grund waren parteiinterne Streitigkeiten. Der Bahnhofsstreit hat die CSU entzweit. Rothfuß hatte nach seinem Rückzug um Unterschriften für den Kandidaten der Piratenpartei, Marc Fuhrken gebeten. Das berichtete damals die Schwäbische Zeitung. Doch auch der Piratenkandidat fällt nun aus – die CSU hat einen neuen.

Piratenbeteiligung in Konstanz unsicher

Ob in Konstanz ein OB-Bewerber, der der Piratenpartei angehört, ins Rennen gehen wird, ist noch offen. Die Partei scheint eher mit internen Problemen beschäftigt zu sein. Offenbar soll es bei den Piraten noch im Januar einen sogenannten Satzungsparteitag mit Neuwahl des Parteivorstands geben. Derzeit führt der Konstanzer Benno Buchczyk den Kreisverband. In Baden-Württemberg sind Oberbürgermeisterwahlen allerdings Persönlichkeitswahlen. Die Kandidaten bewerben sich selbst und müssen auch nicht von den jeweiligen Parteien nominiert werden.

100 Unterschriften brauchen OB-Bewerber in Konstanz

Auch in Konstanz brauchen die Bewerber aber Unterstützerunterschriften, die anders als zum Beispiel bei Landtagswahlen nicht die Parteien, sondern sie persönlich sammeln müssen. Die Anzahl der benötigten Unterschriften, um in Konstanz als OB-Kandidat antreten zu können, beträgt laut Kommunalwahlgesetz 100. Unterschreiben können nur Konstanzer, die bei der OB-Wahl wahlberechtigt sind, so die Auskunft der Stadtverwaltung.

2 Kommentare to “Lindauer Piraten vermasseln's im Jahr der Oberbürgermeister-Wahlen am Bodensee”

  1. sparring
    4. Januar 2012 at 21:03 #

    eigentlich heißt es doch sprichwörtlich :
    „die (pi)ratten gehen von bord, wenn’s ernst wird“.
    frage : brauchen wir sie also wirklich, welchen nutzen
    haben sie, außer daß sie sich schnell vermehren ?

  2. dk
    5. Januar 2012 at 11:30 #

    Vielleicht ist der Bodensee für Politiker und Beamte gar nicht so attraktiv (bzw. nur für Norddt.?), wie man einem Artikel über den St. Gallen entnehmen kann. Natürlich kann man St. Gallen keinesfalls mit Konstanz vergleichen; die Kreuzlinger werden das bestätigen können.

    Der Bund lockt sein Personal mit Sonderleistungen in die Ostschweiz
    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-Bund-lockt-sein-Personal-mit-Sonderleistungen-in-die-Ostschweiz/story/19555396

    … Weit weg, unbeliebter Dialekt, keine Dynamik: Es gibt kaum einen Landesteil, über den derart viele Vorurteile herrschen wie die Ostschweiz. … Aufgeschreckt durch die weitverbreitete Skepsis gegenüber der Ostschweiz, liessen sich die Behörden mit dem Segen des Bundesrats etwas einfallen: Sie wollten das Personal mit einer Prämie von 5000 Franken pro Mitarbeiter an den neuen Standort locken. … Einige Ostschweizer Parlamentarier fühlten sich auch in ihrem Stolz verletzt. «Es ist noch nie einer Behörde in den Sinn gekommen, eine Prämie zu zahlen, wenn ein St. Galler nach Bern zügelt und für den Bund arbeitet», sagt Arthur Loepfe (CVP, AI), der bis November in der Finanzkommission sass. Ein Arbeitsplatz in der Ostschweiz sei kein Straflager in Sibirien, meinte auch das «St. Galler Tagblatt». Schon Christoph Blocher sah sich als Justizminister immer wieder gezwungen, die Zumutbarkeit des Umzugs nach St. Gallen zu rechtfertigen: Man solle nicht so tun, als müssten die Leute auf den Mond. … Den Berner und Westschweizer Mitarbeitern des Gerichts werde ein Umzug ins viel weiter entferntere Tessin offenbar eher zugemutet als nach St. Gallen, stellen Ostschweizer Politiker fest. …

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