Linke Kandidaten machen Stimmung gegen Rechte auf „Wochenblatt“-Podium

Landtagskandidaten machen öffentlich Druck auf das Singener „Wochenblatt“ – Noch keine Stellungnahme des Geschäftsführers

Konstanz/Singen. Dass das Singener „Wochenblatt“ auch die Kandidaten von NPD und Republikanern zu einer Podiumsdiskussion nach Singen eingeladen hat, finden die Landtagskandidaten der Linken im Kreis Konstanz empörend. Mit 400 Karten ist die Veranstaltung am Aschermittwoch bereits ausverkauft. Von Geschäftsführer Anatol Hennig war kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten. „Wochenblatt“-Redakteur Oliver Fiedler war am Mittwochabend zwar zu erreichen, sagte aber, er sei für Auskünfte nicht der richtige Ansprechpartner.

Kandidaten der Linken fassungslos

Entsetzt zeigen sich die beiden Kandidaten der Linken in den Wahlkreisen Singen und Konstanz über die Absicht des Singener Wochenblatts, Kandidaten der rechten Parteien Republikaner und NPD zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. Michael Krause, der in Singen antritt, und Bernhard Hanke, Kandidat in Konstanz, fordern gemeinsam die Ausladung der Landtagskandidaten, die sie als Neonazis bezeichnen.

Rechten Recht auf öffentlichen Auftritt abgesprochen

Krause erklärte, dass es nicht sein könne, „dass wir Parteien eine öffentliche Bühne geben, die unseren Rechtsstaat mit Füßen treten. Daher sollte das ,Wochenblatt‘ schon Position beziehen und nur Parteien zur Podiumsdiskussion zulassen, die unsere Demokratie achten. Parteien, die die Verbrechen des zweiten Weltkrieges verharmlosen oder sogar die Schuld umdrehen und die Opfer zu Tätern machen, haben kein Recht, sich auf einer öffentlichen Bühne zu äußern.“

Hanke: „Braune Brunnenvergifter“

Hanke wies darauf hin, dass er bereits im Dezember 2010 gegen die Kandidatur des, wie er mitteilt, vorbestraften Neofaschisten Benjamin Hennes in den beiden Wahlkreisen im Landkreis protestiert habe. „Jetzt will das Singener Wochenblatt den Neonazis von NPD und REP am 9. März in der Scheffelhalle in Singen ein öffentliches Forum bieten. Für mich ist die Einladung dieser beiden faschistischen Parteien zu einer öffentlichen Veranstaltung unerträglich.“ Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger seien aufgerufen, sich der zu erwartenden Propaganda der braunen Brunnenvergifter entgegenzustellen. „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Linke appellieren an Mitkandidaten

Beide Linke-Politiker forderten alle Vertreter der demokratischen Parteien auf, darauf zu dringen, dass die Verantwortlichen beim Wochenblatt kein öffentliches Podium für Kandidaten bieten dürfen, die offen zur Hatz auf Ausländer und Andersdenkende aufrufen. Gemailt hat die Linke ihre Pressemitteilung zur Kenntnis auch an das Wahlkampfteam der Konstanzer SPD.

„Wochenblatt“ in der Bredouille

Aufschlussreich wäre die Antwort auf die Frage, weshalb sich die Wochenzeitung entschieden hat, alle Bewerber einzuladen. So großzügig sind andere Veranstalter im Kreis Konstanz nicht. Auf vielen Podien bleiben die Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien unter sich. Draußen bleiben müssen in vielen Fälle Linke, Piraten, ÖDP und Rechte. Noch unbeantwortet ist aktuell auch die Frage, ob es die Geschäftsführung des „Wochenblatts“ aufgrund des öffentlichen Drucks in Erwägung zieht, die Vertreter der Rechten wieder auszuladen.

Foto: wrw PIXELIO www.pixelio.de

22 Kommentare to “Linke Kandidaten machen Stimmung gegen Rechte auf „Wochenblatt“-Podium”

  1. Stauck
    23. Februar 2011 at 22:02 #

    Wo leben wir denn inzwischen, dass Parteien ausgeladen werden sollen, die politisch nicht mit den Linken übereinstimmen. Man sollte den Kandidaten der Linkspartei dringend einen Crashkurs in Sachen Demokratie verpassen, denn anders ist diesen Personen nicht mehr zu helfen. Bei solchen Aussagen darf sich die Linke nicht wundern, wenn der Verfassungsschutz sie beobachtet und als linksextreme Vereinigung einstuft.

    Die Republikaner waren bereits zweimaim Landtag vertreten und werden als konservativ angesehen und nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Wenn man also die REP von der Kandidatenvorstellung ausschließen wollen würde, dann müßten diese Maßstäbe auch für alle anderen Teilnehmer gelten

  2. sparring
    23. Februar 2011 at 22:56 #

    Die DDR, der real existierende Sozialismus, war zwar weit weg
    vom Bodensee, aber nicht weit genug, um diese Linksideologie
    nicht von ganzem Herzen verachten zu lernen.

    Gottseidank, kann man nur sagen. hat dieser böse Spuk seit zwei Jahrzehnten ein Ende. Es gibt nur noch eine Handvoll Unbelehr-barer, die einem in ihrer Blindheit fast schon leid tun können.

  3. Anke Jambrowski
    24. Februar 2011 at 00:54 #

    Mal sehen wie laut die Linke schreien wird, wenn diese Partei es in vier Wochen wieder nicht in den Landtag schafft und dafür die Republikaner erneut einziehen.

  4. dk
    24. Februar 2011 at 07:30 #

    Da stellt sich die Frage nach dem geeigneten Blindenhund.
    :-(

  5. dk
    24. Februar 2011 at 08:21 #

    Vielleicht erscheinen bald Plakate „Freiheit statt Sozialismus“ mit stolz wehender dt. Flagge aus vergangenen Jahrzehnten: an die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erinnert man sich gerne.

  6. Herr von Bödefeld
    24. Februar 2011 at 08:51 #

    Wer definiert eigenbtlich, was „Rechts“ ist? Der „Kampf gegen Rechts“ ist ja mittlerweile ein Kampf gegen das Bürgertum.

    „Rechte“ Ansichten haben in einer Demokratie wohl die gleiche Berechtigung, wie „Linke“ Ansichten. Der mündige Bürger braucht keine Gedankengestapo, um sich seine eigene Meinung zu bilden. Das Verbieten mißliebiger Gedanken oder Veranstaltungen ist bereits Faschismus! Wenn ich mir die sogenannten „Autonomen“ angucke, die auf Demos mit Fäusten und Knüppeln für „Ordnung“ sorgen, erinnert mich das an Hitlers SA. Wozu deratiges Politikverständnis führt, zeigt ein Blick in die Geschichte.

  7. Holzfäller
    24. Februar 2011 at 10:32 #

    Die etablierten Parteien haben es versäumt, das Problem mit Migranten aus ganz bestimmten Kulturkreisen anzugehen. Denn was soll der Bürger, der für diese Probleme die Zeche zahlt nun wählen, wenn z.B. die NPD die einzige Partei ist, die diese Probleme benennt?
    Man muss sich nicht wundern. Denn diese Probleme sind da und werden sich nicht von jetzt auf gleich abstellen lassen. Daher täten die etablierten Parteien gut daran, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, anstatt diese Probleme arrogant beiseite zu wischen.
    Und wenn ausgerechnet die Linken sich zum Hüter der Moral und als Deuter von gut und böse ausfspielen ist das blanker Hohn! Sowas darf eine aufrechte Demokratie nicht dulden. Das Wahlvolk ist gar nicht so dumm und lässt sich von linkem Gedankengut und deren Belehrungen, Hetze und Denkvorgaben eben nicht beeinflussen. Das gibt Hoffnung.

  8. Frank Teufel
    24. Februar 2011 at 12:22 #

    Diese unsägliche intoleranz der Linken ist für mich langsam nur noch schwer zu ertragen.
    Die NPD und REP dürfen laut Linkspartei natürlich auf keinen Fall teilnehmen, weil sie
    ja keine richtigen Demokraten seien. Und was ist mit all den ex-KPD Anhängern die sich
    in der Linkspartei sammeln. Wie viele Opfer hat deren Ideologie in der Geschichte verursacht ?
    Demokratie braucht immer auch einen rechten Flügel !

  9. Hinterwäldler
    24. Februar 2011 at 12:27 #

    Naja, noch konnte man der Partei „Die Linken“ noch nicht beweisen, das sie gegen die im Grundgesetz verankerten Rechte und Pflichten aller Bundesbürger verstoße. Der NPD aber schon. Dies war ja auch der Grund für die schweren Auseinandersetzungen in Dresden.

    Man kann der Redaktion des Wochenblättle nur eine guten Rat geben: Revidiert eure Entscheidung.

    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/npd-mails/
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,745127,00.html
    http://npd-blog.info/?p=1330

    der hinterwäldler

  10. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 12:36 #

    Ein Zitat von Voltaire: Du magst verdammt sein für das was Du
    gesagt hast, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen das Du
    es sagen kannst.
    Kann man eigentlich Demokratie besser formulieren. Die Linke
    und die Freiheit. Ich lach mich schlapp. Ich habe hier schon
    gelegentlich geschrieben. Schau Euch bitte die Internetpräsenz
    an: http://www.solidarische-moderne.de. Hier findet Ihr eine Anleitung
    wie wir uns eine neue Diktatur basteln können.

  11. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 12:41 #

    Frau Kässer. Eine Bitte. Können Sie bitte das Foto von den
    Springer – Stiefeln oben entfernen.
    Ich habe auch Springerstiefel. Die sind gut zum wandern.
    Es könnte jemand auf die Idee kommen und sagen ich sei
    ein Nazi.
    Ein Glatze habe ich nicht.
    Danke.

  12. wak
    24. Februar 2011 at 12:51 #

    @Lothar Herzog Punks haben auch manchmal solche Stiefel an. Auf die Schuhbändel kommt es an.

  13. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 13:06 #

    OK. Ich habe schwarze Schuhbändel ( Nestel ).

  14. Lothar Herzog
    24. Februar 2011 at 13:08 #

    Frank Teufel
    Die EX – Komunisten versammeln sich nicht nur bei den LINKEN.
    Auch viele von den Grünen sind ehemalige KBW – Mitglieder.
    Der Unterschied ist nur. Die haben Gedächtnisschwäche. Die
    wissen das heute nicht mehr.

  15. Hinterwäldler
    25. Februar 2011 at 09:10 #

    Sorry, seit ihr denn noch bei troste! Ich traue meinen Augen nicht.

    Als ich 1999 aus der kursächsischen Landeshauptstadt hier an der badischen Südkante ankam, wurde ich allen Ernstes gefragt, welche Zollformalitäten ich für diesen Umzug ausfüllen musste und wie lange die Wartezeit am Grenzübergang Plauen-Hof waren. Und jetzt kommen ein paar jungsche Südwestler und erzählen uns wie die DDR vor 25 Jahren angeblich gewesen ist.

    Beim pol. Aschermittwoch geht es gegenwärtig nicht darum, eine Partei zu verunglimpfen, die mit dem Grundgesetz konform geht, sondern eine Partei auszuladen, deren Mitglieder nachweislich eine faschistische und damit eine dem Grundgesetz widersprechende Gesinnung haben.

    Bevor ihr mich in den Boden stampft und mir den Stempel eines unverbesserlichen Altkommunisten auf die Stirn drückt, lest erst einmal ein wenig darüber wie diese Partei mit faschistischer Gesinnung miteinander kommuniziert:
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/npd-mails/

  16. Lothar Herzog
    25. Februar 2011 at 09:32 #

    Hinter dem Wald kommender
    Von wegen jungsche Südwestler. Es tut mir leide wenn wir Ihr
    Weltbild zerstören. Es waren vor Ihnen Menschen aus der ehem.
    Sowjetische Bestzungszone hier.
    Sie sollten sich mal zu Gemüte führen was die alles mit uns hier
    in Deutschland vorhaben. Die Salonbolschewiki. Schauen Sie doch
    die S. Wgenknecht an. Hier in Deutschland für die Gerechtigkeit
    kämpfen und in Brüssel Hummer zu Abend essen.
    Diese Edelkommunisten wollen wieder eine Nomenklatura auf
    bauen. Alle arbeiten. Wenige verprassen dies.
    Kommunisten und Linke sind wie Islamisten. Die wollen Anderen
    etwas wegnehmen das Ihnen nicht gehört.

  17. Hinterwäldler
    25. Februar 2011 at 16:08 #

    Sehr geehrter Lothar Herzog

    Nu is aber gutt. Merkst du noch was? Du denkst, du seist hier die braune Meute und musst nur lange genug schreiben, dann glaubts auch jeder. Du bist ja nicht einmal in der Lage den Links die man dir gibt zu folgen, ansonsten wüsstest du was dort von deinesgleichen über den Rest der Deutschen geschrieben wird.

    Übrigens: Wenn du solche Behauptungen über die Linkspartei und deren Mitglieder aufstellst, dann gehört wenigstens eine Quellenangabe dazu. Falls du keine Quellen angibst, könnte es dir passieren, das du so wie Rechtsanwalt Freiherr v&z.G. verklagt wirst. Ich wäre also vorsichtiger.

    Die gesetzliche Pflicht zur Angabe einer Quelle hat nichts mit einer Einschränkung der Redefreiheit zu tun. Sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit um glaubwürdig zu sein.

    Ach ja, was ich noch fragen wollte: Wie sind euch denn die Dresdner Katzenköpfe bekommen? Könnte der Fall eintreten, das sich das in Singen wiederholt? ;-)

  18. sparring
    25. Februar 2011 at 21:46 #

    nomen est omen, hinterwäldler.
    da war doch schon mal einer vor dir, der behauptete : „ich liebe
    euch doch alle !“ das war der stasi-genosse erich mielke, der manchem hinterwäldler scheinbar immer noch oder wieder fehlt.
    für wie blöd halten hinterwäldler eigentlich die menschheit ?

  19. Lothar Herzog
    26. Februar 2011 at 08:59 #

    Hinterw
    Mit Verlaub Herr Edelkommunist. Ihre Drohungen interessieren
    mich keinen Deut.
    Im schönen Süden leben und das Gedankengut von Gestern. Na
    dann ist ja alles gut.
    Haben Sie nur einmal auf meine Eingebungen Stellung bezogen?
    Nein. Nur Angriffe.
    In Zunkunft bitte mit Sie ansprechen. Und noch eine Bitte. Lassen
    Sie bitte Ihre braunen Unterstellungen.
    Mein Vater war am Widerstand 1953 beteiligt und war deshalb
    für 9 Monate im Zuchthaus des Arbeiter – und Bauernstaates.
    Was wollt Ihr eigentlich verherrlichen? Den tausendfachen Terror?
    Den Millionenfachen Tod von unschuldigen Menschen?

  20. Hinterwäldler
    26. Februar 2011 at 10:10 #

    Ich schreibe hier nicht, das ich einen kenne, der von einem anderen gehört hat, das der einen kennt….

    Um es anders zu sagen:
    Ich war 1989 aktiv auf dem Dresdner Theaterplatz und am Hauptbahnhof beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt wart ihr wo? Keiner von euch musste seinen Rücken und Kopf hinhalten. Einen braunen rechts-Staat hat keiner der 300.000 Dresdner gewollt und will ihn auch noch heute nicht (siehe Katzenköpfe am 13.02. und den darauf folgenden Tagen). Die Zeit des Händchenhaltens wie im vergangenen Jahr ist wohl vorbei. Man kann nicht 100.000 aufgebrachte Bürger (inkl. ehemaligen Bürger) einer Großstadt der linken autonomen Szene zuordnen. Das ist einfach absurd.

    Wer mich in eine politische Schublade steckt, sollte dies auch in Wirklichkeit beweisen.

    Hier werden Verleumdungen und Unterstellungen mit zivilrechtlicher und strafrechtlicher Relevanz geschrieben. Ich bitte die Redakteurin Waltraud Kässer diesen Thread zu sperren.

  21. Lothar Herzog
    26. Februar 2011 at 10:29 #

    Und wieder diese feine Art der Zensur. Beifall Genosse Hinterwälder.
    Warum waren Sie in Dresden auf der Straße?
    Sie wollten es doch besser haben. Wer hat denn die unselige
    Debatte über den Kommunismus losgetreten? Waren es die wenigen
    Süddeutschen?
    Nein es war die Gesine Lötzsch.
    Ich kann mir jederzeit in den Spiegel schauen. Aber man kann
    nicht für die Gesamtschule sein und seine Kinder auf eine private
    Schule schicken. Es ist einfach die Lügerei die nervt.

  22. Lothar Herzog
    26. Februar 2011 at 11:09 #

    Sehr geehrter Herr Hinterwälder!
    Sie möchten gegen mich zivilrechtlich vorgehen? Ich erteile hiermit
    der Frau Kässer die Vollmacht meine E-Mail Adresse an Sie zu geben.
    Sie können mich dann verklagen.
    Wegen was weis ich nicht. Ich kann Ihnen aber gleich mitteilen, das
    Sie einen Heiterkeitserfolg erzielen. Mehr nicht.

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