„Literatur am See“ in Konstanz und Salem

Lese-Marathon in Konstanz am 2. Juli – Autorenlesung am 3. Juli in Salem

Konstanz/Salem. Zu einer Literatur-Matinée in der Historischen Bibliothek von Schloss Salem am kommenden Sonntag, 3. Juli, um 11 Uhr laden das Kulturamt des Bodenseekreises und das Konstanzer Forum Allmende ein. Das Forum ist Veranstalter der Reihe „Literatur am See“, die 2008 von einem Kreis um den Schriftsteller Hermann Kinder gegründet worden ist. Zsuzsanna Gahse, Jochen Kelter und Peter Schneider werden aus neueren Texten lesen. Siegmund Kopitzki, Mitinitiator von „Literatur am See“ und Redakteur beim Südkurier, wird die Matinée moderieren. Der Eintritt ist frei. Schon einen Tag zuvor gibt es einen Lese-Marathon in Konstanz.

Autorin Zsuzsanna Gahse

Zsuzsanna Gahse, 64, lebt in Müllheim im Thurgau. Anfang der neunziger Jahre hatte sie auch einen Koffer in Überlingen, sprich: lebte sie am See. Die gebürtige Budapesterin emigrierte 1956 nach dem Ungarnaufstand mit ihrer Familie in den Westen, zunächst nach Österreich, später nach Deutschland. Sie veröffentlichte ab 1969 literarische Arbeiten. Zur gleichen Zeit begann sie, Texte aus dem Ungarischen ins Deutsche zu übersetzen. Zsuzsanna Gahses literarische Arbeit ist zwischen Prosa und Lyrik angesiedelt. Zuletzt veröffentlichte sie den Gedichtband „Donauwürfel“ und die Aufzeichnungen „Das Nichts in Venedig“. Für ihr Werk erhielt sie verschiedene renommierte Preise: bereits 1984 den Aspekte-Literaturpreis, 2004 den Bodensee-Literaturpreis und 2010 den Thurgauer Kulturpreis.

Autor Jochen Kelter

Jochen Kelter, 64, lebt in Ermatingen (Thurgau) und in Paris. Der gebürtige Kölner studierte in seiner Heimatstadt, in Aix-en-Provence sowie in Konstanz. Er war Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift „Univers“. Auch ist er Mitinitiator der Reihe „Literatur am See“. Jochen Kelter debütierte 1978 mit dem Gedichtband „Zwischenbericht“, dem zahlreiche Einzeltitel folgten. Auch als Übersetzer und Romancier („Hall oder die Erfindung der Fremde“, 2005) sowie als Kolumnist machte er sich einen Namen. Jochen Kelter war im Vorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) tätig, er ist Mitglied in den Verbänden ProLitteris, European Writer’s Council, P.E.N.-Zentrum Deutschland sowie „Autorinnen und Autoren der Schweiz“. Zwischen 1988 und 2001 war er Generalsekretär der Gruppe Olten. Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband „Eine Ahnung von dem was ist“ (2009). Jochen Kelters Werk wurde mit diversen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt.

Autor Peter Schneider

Peter Schneider, 70, lebt in Berlin, wo es den gebürtigen Lübecker nach Studien in Freiburg und München früh hingezogen hat. In der geteilten Stadt wirkte er 1965 als Redenschreiber im Wahlkampfteam von Willy Brandt mit. Bekannt wurde er aber als einer der Wortführer der Studentenbewegung. 1967 war Peter Schneider an der Vorbereitung des „Springer-Tribunals“ beteiligt. Wegen seiner politischen Aktivitäten verweigerte ihm der Berliner Schulsenator die Anstellung als Referendar. Diese Maßnahme wurde erst 1976 durch einen Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts aufgehoben, da sich Peter Schneider inzwischen eine Existenz als Schriftsteller aufgebaut hatte, verzichtete er auf Referendariat und Lehramt. Seine Erzählung „Lenz“ (1973) war zum Kultbuch der Linken geworden, da es ihr Lebensgefühl nach dem Scheitern ihrer Utopie und Revolte beschrieb. Peter Schneider verfasst seitdem viel beachtete Romane, Erzählungen, Drehbücher („Messer im Kopf“, 1979) und Essays („Rebellion und Wahn“, 2008). Er wurde für sein Werk mit vielen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Schubart-Literaturpreis (2099).

„WortMeldung“ in Konstanz

Bereits am kommenden Samstag, 2. Juli, um 11 Uhr startet in Konstanz unter dem Titel „Wort.Meldung – Literatur mischt sich ein“ eine ganztägige Marathonlesung von „Literatur am See“ mit sieben Autorinnen und Autoren, darunter auch Peter Schneider. Die Veranstaltung 2011 steht unter dem Thema „Wort. Meldung – Literatur mischt sich ein“.  Neun Autoren aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Vorarlberg werden in stündlichem Rhythmus Texte lesen, die sich in den unterschiedlichsten Formen gesellschaftlichen und/oder politischen Themen widmen. Den Abschluss bildet ein Podiumsgespräch, in dem sich Autoren zu Positionen und Perspektiven engagierten Schreibens und Erzählens äußern und mit dem Publikum diskutieren. Der Literatur-Marathon im Studio der Philharmonie (Fischmarkt 2, neben dem Konzil) endet um 20 Uhr mit derDiskussion, an dem die Autoren Isolde Schaad, Peter Schneider, Joachim Zelter sowie der Münchner Verleger Wolfgang Ferchl teilnehmen. Stefan Keller moderiert.

Grafik: http://www.forum-allmende.net/

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