Literatur in den Häusern von Konstanz

Mit Texten von Stefan Zweig, Robert Gernhardt, Philip Roth und Bert Brecht in der guten Stube

Konstanz. Seite acht Jahren gibt es das Format „Literatur in den Häusern der Stadt“. Trotz Hörbüchern und Lesen auf Displays ist es ein Beststeller. In Konstanz, Kreuzlingen und Litzelstetten kommen Literaturbegeisterte zusammen, um sich von Schauspielern des Konsanzer Stadttheaters vorlesen zu lassen.

Literatur in privaten Wohnzimmern

Stadtmarketing Geschäftsführer Hilmar Wörnle schwärmt von der Veranstaltung, die ein besonderes Angebot für Einheimische sei, die vor der Saison in Konstanz noch unter sich seien. Ein Unikat ist das Format freilich nicht. Wer das Suchwort „Literatur in den Häusern der Stadt“ bei Google eintippt, bekommt viele Treffer. Der Run auf die Literatur-Veranstaltung, die am 13. Februar in Konstanz, am 27. Februar in Kreuzlingen und am 13. März erstmals in Privathäusern in Litzelstetten stattfindet, ist aber ungebrochen. Das Schema ist überall dasselbe: Privatleute laden Fremde zu sich in ihre Häuser ein. Die Lesungen dauern jeweils etwa eineinhalb Stunden. Zu Gast sind die Literaturfreunde vielleicht in Wohnküchen, vielleicht in alten Konstanzer Stuben oder im Wohnzimmer. Es folgt zum Abschluss in Konstanz für alle eine Salon-Nacht im Café Wessenberg, in der Schweiz ein Come Togehther im Restaurant Bären in Kreuzlingen oder nach der Premiere im Vorort ein Abend im Viva in Litzelstetten. Pro Lesung gibt es gerade einmal 15 bis 20 Karten. Manche Veranstaltungen seien bereits ausverkauft, bevor der Vorverkauf beginnt, sagt Woernle.

Literatur schlägt Bestseller

Das Faszinierende an den Leseabenden ist wohl die Literaturauswahl, für die Frank Lettenewitsch vom Konstanzer Stadttheater verantwortlich zeichnet. Er wählt sorgsam Texte wie „Rabenliebe“ von Peter Wawerzinek, „Das Buch Ewald“ von Robert Genrhardt oder „Der Gott im Reiskorn“ von Mariam Küsel-Hussani aus. Den Gästen begegnen bei der Literatur in den Privathäusern Schriftsteller, die in den Buchhandlungen nicht auf den Tischen mit den Bestsellern zu finden sind. Heide Capovilla liest „Eine blassblaue Frauenschrift“ von Franz Werfel, Thomas Jung liest „Der Zwang“ von Stefan Zweig, Frank Lettenewitsch liest „Mit Lust gelebt“ von Norbert Jaques, der Schöpfer des „Dr. Mabuse“ ist, Christoph Nix liest „Die Demütigung“ von Philip Roth, Barbara Berger liest „Eine Mutter von James Joyce“ und „Die unwürdige Greisin“ von Bertolt Brecht und Monika Vivell liest „Die Liebhaberinnen“ von Elfriede Jelinek. Verleger Ekkehard Faude blättert in „Ach meine Freundin, die Tugend ist gut, aber die Liebe ist besser“ von Nelly Dix, der Tochter von Otto Dix, die seit 1938 auf der Höri lebte und 1955 mit 31 Jahren starb. Eine Besonderheit ist es, dass Schauspieler die Geschichten lesen. Eine Ausnahme macht Lettenwitsch in diesem Jahr allerdings. Er hat Krimiautorin Ulrike Blatter eingeladen, die aus ihrem Roman „Der Mann, der niemals töten wollte“ vorliest.

Hier geht’s zum Programm zum Download. Karten gibt es in Konstanz beim Stadtmarketing E-Mail: muenst@stadtmarketing.konstanz.de.

Foto: wak

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