LKA und Bundespolizei fahnden nach entflohenem Taximörder

Aus Psychiatrie entkommener verurteilter Straftäter Andrej Welz weiter flüchtig

Konstanz/Wiesloch. Der am Samstag aus dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) Wiesloch ausgebrochene 29 Jahre alte Andrej Welz ist weiter flüchtig. Trotz der auch über die Nacht fortgesetzten Suche von Landes- und Bundespolizei, bei der auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und Mantrailer-Hunde eingesetzt waren, konnte der Ausbrecher noch nicht wieder gefasst werden. Auch unter den bislang eingegangen 23 Hinweisen auf den Gesuchten befand sich noch keine heiße Spur. Das teilte das Landeskriminalamt am Sonntag mit.

Fahnder vermuten Mörder in Gartenhäusern

Die Fahndung nach Welz werde deshalb im Raum Wiesloch/Heidelberg mit unverminderter Intensität fortgesetzt. Da die Fahnder vermuten, dass sich Welz in Gartenhaussiedlungen mit Nahrung und neuer Kleidung versorgen könnte, würden auch mehrere gemeldete Gartenhauseinbrüche überprüft. Gartenhausbesitzer sind gewarnt worden. Außerdem werden alle Bahnhöfe und S-Bahn-Haltestellen, Autobahnraststätten und Parkplätze überprüft. Im Einsatz sind auch LKA-Zielfahnder.

Blankes Entsetzen am Bodensee

Der verurteilte Mörder, der am Bodensee im Juni vergangenen Jahres zwei Taxifahrerinnen überfallen hatte, gilt als hochgefährlich. Möglicherweise hat er nekrophile Neigungen. Am Bodensee hatte der entflohene Mörder eine Frau schwerst verletzt und anschließend brutal vergewaltigt. Die ehemalige Taxifahrerin sitzt heute im Rollstuhl. Am darauf folgenden Tag hatte der Gesuchte eine zweite Taxifahrerin bestialisch getötet. Die Polizei ging damals davon aus, dass der Täter noch weitere Morde begehen könnte. Die ganze Bodensee Region stand vor einem Jahr unter Schock. Wegen seiner verminderten Schuldfähigkeit wurde der Täter nicht zu einer Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, sondern kam in die Forensik. Während des Prozesses war der Russlanddeutsche mit Fußfesseln gefesselt. Als er mit einer Sturmmütze den Gerichtssaal betrat, wirkte der schmächtige Angelagte martialisch. Dass er jetzt aus der Psychiatrie entkommen konnte, hat besonders in der Bodensee Region für blankes Entsetzen und Unverständnis gesorgt.

Foto: Gabi Schoenemann PIXELIO www.pixelio.de

 

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