Lothar Riebsamen widerspricht Streichliste

Elektrifizierung der Südbahn angeblich nicht von Streichung betroffen

Bodenseekreis (wak) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen (hier mit Kanzlerin Angela Merkel) geht davon aus, dass die Südbahn auf keiner Streichliste der Deutschen Bahn steht. Das erklärte der Abgeordnete aus dem Bodenseekreis in seinem aktuellen Newsletter. In der vergangenen Woche erst war im Internet eine Streichliste veröffentlicht worden, auf der eine ganze Liste mit Strecken aufgeführt wurde, die mutmaßlich von Sparbemühungen der Deutschen Bahn betroffen seien. Zu finden war auf der Liste auch die Verbindung Ulm-Friedrichshafen-Lindau. Die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn – auch zwischen Friedrichshafen und Radolfzell – gilt als wichtigen Schritt für ein attraktives Angebot im Schienenverkehr, das die Bodenseegürtelbahn zukunftsfähig machen soll.

Riebsamen beruft sich auf Bundesverkehrsminister Ramsauer

„Ein wichtiges Vorhaben ist für uns auch die Elektrifizierung der Südbahn. Gerüchte über eine ,Streichliste‘, der dieses Vorhaben zum Opfer fallen würde, entbehren jeder Grundlage“, erklärte Riebsamen in seinem Newesletter. „Dies hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer unmissverständlich klargestellt.“ Auch der damalige Verkehrsstaatssekretär und jetzige Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle hatte noch Ende Januar, in Ravensburg klargestellt, dass das Land unbeirrt an seinem Ziel festhalte, die Südbahn bis zum Fahrplanwechsel 2015/21016 zu elektrifizieren. „In den vergangenen Jahren ist es uns in schwierigen Gesprächen mit dem Bund gelungen, ein tragfähiges Finanzierungskonzept zu entwickeln, so Köberle. Die Kosten liegen voraussichtlich bei deutlich über 100 Millionen Euro.

Forderung nach Elektrifizierung der Südbahn

Die Südbahn beginnt in Ulm und führt über Biberach an der Riß, Aulendorf undRavensburg nach Friedrichshafen. Einige Züge fahren auf der eingleisigen Strecke der Bodenseegürtelbahn weiter bis Lindau. Die Württembergische Südbahn ist eine der wenigen nicht elektrifizierten zweigleisigen Hauptbahnen in Baden-Württemberg. Seit Jahren kämpfen Politiker aus der Region für die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau der Bodenseegürtelbahn. In der vergangenen Woche hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, die Deutsche Bahn streiche beim Ausbau von Strecken. Betroffen wären demnach auch der Ausbau der ABS Stuttgart-Singen-Grenze, der Gäubahn, und die ABS Ulm-Friedrichshafen-Lindau. Die Streichliste, die Riebsamen in die Kategorie „Gerüchte“ einordnete, steht nach wie vor im Internet unter

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/855/505061/text/.

Bodenseegürtelbahn im Fokus

Zuletzt hatte sich auch die CDU mit dem Thema Bahn beschäftigt. Etwa 100 Zuhörer darunter viele Bahnnutzer, Gemeinderäte aus der Region sowie Bürgermeister und Kreisräte aus den Landkreisen Bodenseekreis und Konstanz, waren ins Dorfgemeinschaftshaus nach Überlingen-Nußdorf gekommen. Im Fokus stand die Zukunft des Schienenverkehrs im Bodenseekreis auf der „Bodenseegürtelbahn“. So referierten Walter Gerstner, der Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), Karl-Eugen Stier, Leiter Planung und Betriebsmanagement der Bahn-Tochtergesellschaft RAB, Sven Hantel von der DB Station&Service AG Südwest, sowie der Verbandsdirektor Wilfried Franke vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben vor den interessierten Zuhörern.

Ab 2011 elektronische Informationen an Haltestellen

Alle Referenten sahen die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn – auch zwischen Friedrichshafen und Radolfzell – als wichtigen Schritt für ein auch künftig gutes Angebot im Schienenverkehr auf der Bodenseegürtelbahn an. Diese sei fest eingeplant aber kaum in den nächsten fünf Jahren zu erwarten, hieß es. Entscheidend für die Qualität des Bahnreisens seien aber auch Reisezeiten, Umsteigehäufigkeiten, die Pünktlichkeit und die Sauberkeit. Die DB Region habe viel getan habe, um besser zu werden: So seien neue Kühlungsanlagen in den Triebwagen und es finde eine nächtliche Wartung in Friedrichshafen statt. Ferner werde ein drittes Fahrzeug bei den am stärksten frequentierten Zügen am Abend eingesetzt. Die DB Station&Service – zuständig für die Bahnhöfe – habe mit dem Land ein Bahnhofsmodernisierungsprogramm gestartet: Hier würden 2011 alle Halte der Bodenseegürtelbahn mit elektronischen Anzeigern ausgestattet, die bei Verspätungen und Störungen rechtzeitig Bahnkunden informieren. Landrat Wölfle kündigte an, dass die zwei Landkreise Bodenseekreis und Konstanz gemeinsam mit den Gemeinden eine „Interessengemeinschaft Bodenseegürtelbahn“ gründen werden, um die nötigen Ausbauvorhaben voranzubringen.

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