Mahlzeit Bodensee!

Aus der Flachwasserzone

Eigentlich fanden wir es schon immer blöd, wenn sich Menschen in Betrieben sich mittags ein „Mahlzeit“ zugerufen haben. Da es für ein „Guten Morgen Bodensee!“ heute aber endgültig zu spät ist, müssen auch wir uns ausnahmsweise des ungeliebten Ausrufs bedienen…

Schuld an unserer Verspätung ist sind kleine Recherche, die uns aufgehalten hat, und ein Workshop über Suchmaschinenoptimierung, zu dem wir glücklicherweise – leider aber sehr kurzfristig – eingeladen worden sind. Der Workshop, bei dem wir nach der Mittagspause dabei sein wollen, hat unsere Terminplanung heute komplett durcheinander gewürfelt, weshalb wir – apropos Würfel – es leider nun doch nicht zum Spatenstich für den Energiewürfel, das neue Kundenzentrum der Konstanzer Stadtwerke in der Max-Stromeyer-Straße, schaffen.

Dabei hatte der Energiewürfel gerade unser Interesse geweckt, nachdem uns gestern Abend Stadtrat Herbert Weber (SPD) erklärt hatte, weshalb er noch nie für den Energiewürfel gewesen sei: Zu teuer, zu viel Glas…Leider fiel ihm Stadträtin Brigitte Leipold (SPD), die eine besonders engagierte Gegnerin des Würfels ist und ebenfalls zugegen war, ständig ins Wort, weshalb wir nun doch nicht mehr alle Argumente Webers zusammenbringen…Wir selbst würden selbstverständlich ein virtuelles Kundenzentrum einem echten Würfel stets vorziehen.

Erwähnenswert finden wir ansonsten unbedingt noch die Idee einiger Konstanzer Gemeinderatsmitglieder wie Alexander Fecker (CDU), Anselm Venedey (FWG), Heinrich Everke (FDP) und Dorothee Jacobs-Krahnen (FGL), die das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer Umfrage beauftragen wollen. Sie möchten ergründen lassen, weshalb die Konstanzer beim Bürgerentscheid so laut und deutlich nein sagten. Ein erklärter Gegner des KKH, Jürgen Leipold (SPD), orakelte, dass heraus kommen könnte, dass 33 Prozent die Architektur nicht gefiel, 33 Prozent gegen den Standort waren und weitere 33 Prozent das KKH wegen finanzieller Bedenken ablehnten. Daraus könnten dann ewige Konzerthausbefürworter womöglich schließen, dass es gar keine Mehrheit gegen ein KKH auf Klein-Venedig gegeben habe…

Alles Blödsinn, sagen wir! Wahrscheinlich war alles viel einfacher: Den Konstanzern hat das gewählte nichtöffentliche Verfahren missfallen. Mangelnde Transparenz während des Entscheidungsprozesses dürfte ein Sargnagel für das KKH gewesen sein. Eine wichtige Rolle spielten sicher auch die Finanzen und die Angst vor einer Verschuldung der Stadt. Konstanzer Eltern haben sich im Zweifelsfall eher für ausreichend viele und bezahlbare Kita-Plätze entschieden als für eine Konzerthalle. Dass die teure Werbekampagne der Befürworter Gegner erst recht mobilisiert hat, ist nicht auszuschließen. Teure Prestigeprojekte sind zuletzt zudem in vielen Städten gekippt worden…

Mehr dazu unter http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/04/23/burger-verhindern-leuchtturm-projekte-nicht-nur-in-konstanz/

Kommen Sie gut durch den Dienstagmittag!

Waltraud Kässer

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