„Man wollte mit dem Kopf durch die Wand“

Ex-Bürgermeister Volker Fouquet verweist auf Standortanalyse von 2004

Konstanz (wak) Eigentlich wollte sich der frühere Konstanzer Baubürgermeister Volker Fouquet (SPD) in Zusammenhang mit einem Konzert- und Kongresshaus nicht öffentlich äußern. Nachdem ihn sein Ex-Dezernentenkollege, der frühere Kreuzlinger Stadtrat Reiner Bodmer, dazu aufforderte, tat er es jetzt doch. Volker Fouquet sagte bei einem Treffen der Initiative „Nein-zu-Klein-Venedig“, es gebe vier Themen, auf die sich die Bürgerinitiative in Sachen Konzerthaus seiner Meinung nach konzentrieren könnte.

Viel Beifall für Volker Fouquet

Eine 2004 vom Baudezernat erstellte Standortanalyse sei bei Planungen des KKH bisher nie berücksichtigt worden, so der frühere Bürgermeister. „Man wollte mit dem Kopf durch die Wand“, sagte Fouquet. Trotz der schlechteren finanziellen Situation hält der Vorgänger von Kurt Werner den Bau eines Konzerthauses in Konstanz aber für noch immer machbar. Fouquet erhielt beim Treffen der Bürgerinitiative am Mittwochabend im „Barbarossa“ für sein Statement lang anhaltenden Applaus.

Acht Standorte 2004 untersucht

„Vier Jahre habe ich mich bewusst nicht zu planerischen Themen geäußert“, sagte Fouquet. Am Mittwochabend war es anders. Er redete Klartext. „2004 hat das Baudezernat eine Standortanalyse erstellt“, sagte der frühere Konstanzer Baubürgermeister. Das war im Jahr nach dem ersten Bürgerentscheid von 2003, als sich schon einmal eine Mehrheit der Konstanzer bei einem Bürgerentscheid gegen ein Konzerthaus auf Klein-Venedig ausgesprochen hatte, aber das Quorum von damals noch 30 Prozent verfehlt worden war. Acht Alternativen hatte das Baudezernat bei der Standortanalyse vor sechs Jahren untersucht. „Die Analyse ist noch immer gültig“, sagte Volker Fouquet. „Ich stelle sie zur Verfügung.“ Demnächst will sie die Bürgerinitiative einscannen und ins Internet stellen. „Es ist relativ einfach“, sagte Fouquet.

Vier Arbeitsgruppen – vier Hausaufgaben

Vier Themen müssten nach Meinung Fouquets weiterbearbeitet werden. Vier Arbeitsgruppen könnten sich bilden. Erstens die Finanzierung: Es müsse ermittelt werden, wie viel Geld für eine kleinere Lösung gebraucht werde. Weiter müsse geklärt werden, ob die Summe aufgrund der Finanzsitaution finanzierbar sei. Zweitens brauche es ein Nutzungsprofil. Die Bürgerinitiative sollte mit Kulturtreibenden in Konstanz sprechen. „Zum Beispiel auch Schulorchester beteiligen.“ Man müsse kulturelle Nutzungen kombinieren. „Das Raumprogramm muss definiert werden, damit man das Volumen hat“, sagte Fouquet. Drittens müssten die Standorte betrachtet werden. Einige würden aufgrund der Eigentumsverhältnisse oder wegen zu hoher Kosten wegfallen. Fouquet forderte: „Die Diskussion offen führen.“ Viertens schlägt Fouquet vor, die „hohen Kompetenzen“ von Architekten in Konstanz zu nutzen. In Workshops könnte das Know-how angewandt werden. Fouquet denkt daran, Entwürfe für verschiedene Standorte zu machen, um die Machbarkeit nachzuweisen. Fouquet sagte, das Areal für das Kompetenzzentrum auf dem Great Lakes Gelände müsse reserviert werden. Bisher seien 1,6 Millionen Euro vertan worden. Das Ziel erreichen, könne die Stadt nur, wenn „ eine tragende Mehrheit“ da sei.

Ein Kommentar to “„Man wollte mit dem Kopf durch die Wand“”

  1. Fenedig
    15. April 2010 at 10:48 #

    Ein früherer Bürgermeister versucht aus der Distanz einen weiteren Akt einem Drama beizufügen, dessen Endlosschleife bekannt ist: Bereits zweimal innerhalb weniger Jahre wurde von den Stimmbürgern diese „Schleife“ nicht gekappt. Sie dreht sich also munter mit entsprechend viel „sollte“ und „könnte“ weiter! Ob da eine Bedürfnisnachfrage etwa bei „Schulorchesters“ was ändert? Der Gegenstand wird schon zu lange zu stark zerredet, dümpelt nach wie vor im Bereich individueller Vorstellungen, Befindlichkeiten und politischer Diskrepanzen vor sich hin. Zielführend ist das nicht. Man zerredet kulturelle Kompetenzen und verschläft so einen wichtigen Aspekt der kulturellen Zukunft der Stadt. Sie verliert damit an Profil. Oder zumindest vermag sie sich (hier einmal auf musikalischem Gebiet) nicht weiter zu profilieren, überlässt es der Konkurrenz. Das ist auch Gesamtwirtschaftlich nicht erfreulich.

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