Mandy Klein ist die Päckli-Frau in Konstanz

Schweizer Onlineshopper umgehen Importverzollungskosten und Postspesen

Konstanz (wak) Mandy Kleins Geschäftsidee hat eingeschlagen. Die Konstanzerin bietet Schweizer Onlinekunden eine Lieferadresse auf deutscher Seite der Grenze an. Ihre Schweizer Kunden sparen so, wenn sie in Deutschland online einkaufen, beträchtliche Importverzollungskosten und Postspesen. Seit am Wochenende die Neue Zürcher Zeitung, die NZZ online, über den Service berichtet hat, ist die Nachfrage nach Mandy Kleins Lieferadresse regelrecht explodiert. Schweizer, die die Dienstleistung der Konstanzerin nutzen möchte, sollten sich aber unbedingt zuvor bei ihr registrieren lassen. Wer sich ein Päckchen an die Konstanzer Adresse schicken lässt, ohne sich vorher zu melden, muss zur Strafe eine Tafel Schweizer Schokolade „zahlen“.

Schweizer machen Schnäppchen

Angefangen hatte alles ganz harmlos und über ein paar Ecken, als ein Geschäftspartner ihres Mannes fragte, ob ein Bekannter ein Paket an die Konstanzer Adresse liefern lassen könnte, erinnert sich Mandy Klein. Beim zweiten Paket für einen Schweizer Bekannten eines Bekannten hat die Konstanzerin dann erst einmal gegoogelt und sich über Importverzollungskosten und Postspesen informiert. Beides kann sehr hoch sein. Ein paar Wochen später meldete Mandy Klein ihr Gewerbe an und machte online Werbung für ihren Servic, mit dem Schweizer gewaltig sparen können.

Niedrigpreise schlagen hohe Zusatzkosten

Los geht es mit den Versandkosten in die Schweiz. Sie können dreimal bis fünfmal so teuer sein wie Versandkosten innerhalb Deutschlands. Wer online Ware bestellt, muss in der Schweiz zudem mit beträchtlichen Zusatzkosten rechnen. Bei der Postverzollung sind es zwischen 18 und 35 Franken. Wenn Private wie DHL verzollen, zahlen Kunden bis zu 60 Franken. Offenbar gelten bei einigen Onlineshops sogar verschiedene Preislisten für Deutsche und Schweizer, die für Klamotten oder Autoteile gelegentlich mehr zahlen sollen. Mandy Klein verlangt für einen Umschlag mit einer Warensendung drei Euro und für Pakete je nach Größe zwischen fünf und 9,50 Euro. Kleinmöbel, Sperriges und Pflanzen kosten 15 Euro und für einen Satz Reifen berechnet die Konstanzer Unternehmerin 30 Euro.

Tafel Schweizer Schokolade als Dankeschön

Wer in der Schweiz wohnt und im Internet etwas kaufen oder ersteigern will, kann also viel Geld sparen, selbst wenn er Mandy Klein als extra Dankeschön noch eine Tafel Schweizer Schoki mitbringt. Schweizer Onlinekunden kommt die Päckli-Frau deshalb gerade Recht. Ihre Wohnung in der Konstanzer Bahnhofstraße sei geräumig, liege mitten in der Stadt und nur wenige Gehminuten von der Schweizer Grenze entfernt, sagt sie. Für Wertgegenstände gibt es sogar einen Tresor. Angeliefert werde Kleidung genauso wie Hundebetten. Logistisch sei (fast) alles kein Problem. Auf ihrer Website bittet Mandy Klein ihre Kunden trotzdem darum, außergewöhnliche Lieferungen vorher mit ihr abzusprechen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel größere Autoteile, Garagentore oder auch der Antrieb für ein Garagentor sowie Paletten mir Neonreklame zum Beispiel. „Ich stand auch schon mit einem Kajak vor der Tür“, erinnert sich die Päckli-Frau.

Freunde und Bekannte in Deutschland erleichtert

Die Idee, mit einer Lieferadresse in Deutschland Geld zu verdienen, ist übrigens nicht Mandy Kleins Idee. Dass Freunde und Bekannte, auch Konstanzer Arztpraxen oder Werkstätten gelegentlich Päckchen annehmen, ist alltäglich. Der Onlinehandel wächst. Immer öfter seien deutsche Verwandte denn auch genervt, wenn sie nicht zu Hause sind und die Sendung dann auch noch bei der Post abholen müssen. So kommt es, dass auch Konstanzer ihren Schweizer Freunden gern den Link zur Lieferadresse weiterschicken. Nur einen Nachteil aber hat das erhöhte Paketaufkommen. Mandy Klein muss 24 Stunden zu Hause sein. Frei hat sie wegen des Booms eigentlich nur noch am Sonntagnachmittag. Hier geht’s zu Mandy Klein.

Demnächst,ab 1. August, startet ein weiterer Service in Konstanz. Mehr schon jetzt unter http://www.versanddepot.ch/.

Foto: Kurt Michel PIXELIO

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