Margrit Zepf: „Es ging um Nacht- und nicht um Sonntagsarbeit“

Dienstleistungsgewerkschaft Verdi korrigierte sich und ändert Text auf „Maultaschenpreis“-Homepage

Konstanz (wak) Ausgerechnet bei der Vergabe des Konstanzer Maultaschenpreises musste sich Dienstleistungsgewerkschaft Verdi korrigieren. Bei einer Pressekonferenz am 27. Juli im Gewerkschaftshaus in der Beyerlestraße in Konstanz hatte Verdi behauptet, dass in einem Konstanzer Hotel zu unrecht Sonn- und Feiertagszuschläge bezahlt worden seien. Tatsächlich seien es aber Nachtzuschläge gewesen, heißt es jetzt.

Verwechslung von Sonntags- und Nachtarbeit

Ärgerlich ist die Verwechslung, da sich der Preisträger, das Tweer Hotel in Konstanz, im Nachhinein wehrt und von der Dienstleistungsgewerkschaft und Medien, die über die Preisvergabe berichteten, Unterlassungserklärungen verlangte. Bei der Pressekonferenz hatte der Journalist Pit Wuhrer noch behauptet, alle geschilderten Fälle seien gerichtsfest. Margrit Zepf, Fachanwältin für Arbeitsrecht und stellvertretende Geschäftsführerin von Verdi im Bezirk Schwarzwald-Bodensee, hatte gesagt, alle Fälle seien genau dokumentiert und die meisten auch schon vor dem Arbeitsgericht verhandelt worden. Ganz korrekt waren diese Aussagen nun offenbar aber doch nicht, weil von einer Gewerkschaft Nachtzuschläge mit Sonntagszuschlägen verwechselt worden waren, auch wenn für Nacht- und Sonntagszuschläge dasselbe gilt: Die Zuschläge bei Sonntags- und Nachtarbeit sind nicht sozialversicherungspflichtig und für Mitarbeiter müssen keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlt werden.

Verdi hat sich korrigiert

Auf der Hompage „Die Konstanzer Maultasche“ heißt es jetzt neu: Auf einer Gehaltsabrechnung sei ein zu geringes Grundgehalt eingetragen gewesen – dafür aber Nachtzuschläge. Zu vor war von Sonn- und Feiertagszuschlägen die Rede. Die Nachtzuschläge seien nicht sozialversicherungspflichtig und für die Beschäftigte wurden auf diese Weise keine Rentenversicherungsbeiträge abgeführt, heißt es auf der Seite jetzt neu. So hatte es in der vergangenen Woche auch Margrit Zepf im Nachhinein gegenüber See-Online richtig gestellt.

Jury hat über Vergabe entschieden

Der Maultaschenpreis sei ein Preis, den niemand will – und den, wie die Überbringer des Preises meinten, doch so manche redlich verdient hätten: „Es ist ein Preis für besonders schikanöses Arbeitgeberverhalten im Landkreis Konstanz“, heißt es auf der Website des Komitees. Wie es zur Idee, einen solchen Preis auszuloben kam, hatte der Journalist Pit Wuhrer im Gewerkschaftshaus in der Beyerlestraße in Konstanz bei einer Pressekonferenz ausgeführt. „Im Jahr 2009 sorgte die fristlose Kündigung einer langgedienten Altenpflegerin bundesweit für Aufsehen“, erinnerte Wuhrer. Das Komitee „Konstanzer Maultasche“ ist in der Folge aus einer Initiative der Deutschen Journalisten- und Journalistinnen Union (dju) im ver.di-Bezirk Schwarzwald-Bodensee entstanden. Der Jury gehörten laut Hompage Harald Fette, Journalist und Vorstandsmitglied der dju im ver.di-Bezirk Schwarzwald-Bodensee, Bernhard Hanke, Vorsitzender des DGB-Ortskartells Konstanz, Holger Reile, Journalist, Redakteur des Online-Magazins seemoz.eu und Stadtrat der Linken Liste Konstanz, Anke Schwede, Lektorin und Mitglied des Kreisvorstands von Die Linke – Kreisverband Konstanz, Till Seiler, Lehrer, Mitglied der Grünen und Stadtrat der Freien Grünen Liste Konstanz, Markus Sonnenschein, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten Singen, Raoul Ulbrich, stellvertretender Bevollmächtigter der IG Metall Singen, Pit Wuhrer, Journalist und Sprecher der dju im ver.di-Bezirk Schwarzwald-Bodensee und Margrit Zepf, Fachanwältin für Arbeitsrecht und stellvertretende Geschäftsführerin von ver.di im Bezirk Schwarzwald-Bodensee, an.

Seniorchef verweigerte Annahme des Preises nicht

An der Pressekonferenz im Gewerkschaftshaus in der Beyerlestraße hatten Pit Wuhrer im Namen des Komitees begründet, an welches Unternehmen der Maultaschenpreis vergeben wurde. Nach der Medienkonferenz luden die Initiatoren die Presse dann zur Preisübergabe in das betreffende Hotel ein. An der Rezeption bat Margrit Zepf darum, mit einem Mitglied der Geschäftsführung zu sprechen. Weshalb es zur Vergabe des Maultaschenpreises an das Hotel gekommen war, begründete Margrit Zepf gegenüber dem Seniorchef des Hauses ausführlich. Der Seniorchef, der die Annahme des Preises im Beisein von Journalisten und Fotografen nicht verweigerte, nahm das mit einer roten Schleife verzierte Paket mit Maultaschen entgegen. Er machte bei der Preisübergabe nicht von seinem Hausrecht Gebrauch und wies auch die Begründung und detaillierte Darstellung der Fälle nicht zurück. Erst im Nachhinein verschickte das Hotel dann Unterlassungserklärungen an Verdi und auch an Medien, die wie See-Online über die Pressekonferenz und die anschließende Preisübergabe berichtet hatten.

Hier geht es zur Website Die Konstanzer Maultasche.

Ein Kommentar to “Margrit Zepf: „Es ging um Nacht- und nicht um Sonntagsarbeit“”

  1. Fenedig
    10. August 2010 at 21:41 #

    Wenn die in der Beyerlestrasse nichts anderes zu tun haben und zudem ihre „lustigen Aktivitäten“ noch korrigieren müssen geht’s uns ja gold!

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