Masterstudiengänge Luft- und Raumfahrttechnik in Friedrichshafen soll Absolventen halten

Landesmasterplan 2012 bringt dem Technik-Campus 180 neue Studienplätze

Friedrichshafen (red) Der neue Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik, die Aufstockung von 180 auf bald schon 330 Studienplätze und die Herausforderung, künftig Masterstudiengänge anzubieten: Das sind nur einige Themen, die dafür sorgen, dass am Campus Friedrichshafen der Dualen Hochschule Ravensburg keinerlei Langeweile aufkommt. Prof. Karl Heinz Hänssler, Rektor der DHBW, und Prof. Martin Freitag, Prorektor, erläuterten nun näheres dazu.

Hochschulareal Fallenbrunnen wächst

Der Landesmasterplan 2012 beschert dem Technik-Campus Friedrichshafen eine Aufstockung von 180 auf künftig 330 Studienplätze. Heute schon studieren mit 783 jungen Menschen mehr als jemals zuvor auf dem Hochschulareal im Fallenbrunnen. Bei dem Ausbau, so sagte Rektor Hänssler, lege man Wert nicht nur auf die Quantität, sondern vor allem auch auf die Qualität. Er orientiere sich am Bedarf der Region. So ist der neue Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik entstanden, ebenso neue Schwerpunkte in der Elektrotechnik, im Maschinenbau und im Wirtschaftsingenieurwesen. Ab dem kommenden Jahr soll das Angebot durch einen weiteren neuen Studiengang Energie- und Umwelttechnik ergänzt werden.

Hochschule wichtig für Standort Friedrichshafen

Insgesamt bedeutet das auch, dass die Anzahl der Professoren um mehr als die Hälfte aufgestockt wird. Mehr Studierende brauchen mehr Platz. Hier freut sich Prorektor Freitag, dass die Stadt Friedrichhafen mit einem Bebauungsplan die Weichen für einen Bildungscampus Fallenbrunnen gestellt hat. 2012 will die DHBW das komplette Gebäude Fallenbrunnen 2 übernehmen – bisher belegt die Zeppelin University einen Flügel. Geplant ist zudem ein Neubau auf der Nordseite. Dass die DHBW mit ihrem Ausbau auf dem richtigen Weg ist, sagte auch der Landtagsabgeordnete Ulrich Müller (CDU). Er sprach von einem klugen Konzept, „was hier angefangen worden ist, war immer ein Treffer; die DHBW ist Gold wert für die Stadt“. Müller verkündete, dass in der dritten Ausbaustufe Landesmasterplan die DHBW Ravensburg nicht nur mit Energie- und Umwelttechnik, sondern in Ravensburg auch mit einem neuen Studiengang Gesundheits- und Pflegemanagement rechnen könne. Davon dass Baden-Württemberg die 20 000 neuen Masterplan-Studienplätze braucht, davon ist Müller überzeugt: „Allein der Bedarf der Wirtschaft an Ingenieuren wird in den kommenden Jahren enorm sein.“

Bachelor-Absolventen in der Region halten

Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand lobte die Verzahnung mit der Industrie und den konkreten Nutzen der DHBW für die Region. Und das ist der Stadt auch etwas wert. Brand bekräftigte eine Zusage für die Hochschule von damals einer Million Mark für Ausstattung und Laboreinrichtungen. „Wir wollen das jetzt einlösen und umsetzen“, rund 515 000 Euro seien dafür im aktuellen Stiftungshaushalt eingestellt. In die Tasche greift die Stadt auch mit 25 000 Euro für die Einrichtung von berufsbegleitenden Masterstudiengängen. Inzwischen sind 150 000 Euro Anschubfinanzierung zusammen, um einen Master im Technik- und einen im Wirtschaftsbereich zu realisieren. „Der Bachelor ist und bleibt unser Kerngeschäft, wir müssen uns aber auch der Herausforderung Master stellen“, machte Rektor Hänssler deutlich. Prof. Lars Ruhbach sprach darüber wie wichtig dies sei, um Bachelor-Absolventen, die den Master draufsatteln wollen, weiter in der Region zu halten.

Nähe zu Diehl, Dornier, EADS und Liebherr Aeorspace

40 Prozent den Studierenden kommen aus der Region, 20 aus dem restlichen Baden-Württemberg und 40 aus anderen Bundesländern: Ein gutes Beispiel für die Verwurzelung in der Region aber auch die bundesweite Resonanz sei der neue Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik. Die Partnerfirmen sind unter anderem die heimischen Diehl, Dornier, EADS und Liebherr Aeorspace. Gemeinsam etwa mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis setze man auf die „bodenseeairea“, diesen Luft- und Raumfahrtstandort mit großer Tradition und Zukunft. „Besonders stolz“ ist Studiengangsleiter Prof. Karl Trottler aber auch darauf, dass mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt das größte europäische Forschungsinstitut fünf Studenten vom Braunschweig an den Bodensee schickt. Für den Hightech-Studiengang hat das Land zusätzlich 1,06 Millionen Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt. Die fließen unter anderem in Motorprüfstände, einen Windkanal und ein Labor für elektromagnetische Verträglichkeit. Ganz frisch unterschrieben ist die Akkreditierungs-Urkunde – diese Prüfung von Studiengängen ist heutzutage ein Muss. Kein Muss hingegen ist die wohlwollende Beurteilung der Agentur, die der DHBW ein anspruchsvolles und praxisorientiertes Curriculum bescheinigt, „das von sehr engagierten Lehrenden und Praxisbetrieben getragen wird“.

Foto: Hochschule/Am Campus Friedrichshafen der Dualen Hochschule Ravensburg wird die Anzahl der Studienplätze von 180 auf künftig 330 aufgestockt, darüber freuen sich (von links): Prof. Lars Ruhbach, Prof. Karl Trottler, Andreas Gessler (Hochschulrat), MdL Ulrich Müller, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Bodenseekreis Benedikt Otte, Rektor Prof. Karl Heinz Hänssler und Prorektor Prof. Martin Freitag.

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