Max hat Hunger

Von Alexander Kopp

Gastautor Alexander KoppMax hat ein Problem. Max hat Zahnschmerzen. Max ist das pummelige Kaninchen von Diana.

Mit einer Portion vorweihnachtlichen Guetzle aus eigener Fertigung ließ ich mich zähneknirschend dazu überreden, die beiden zum Tierarzt zu begleiten. Kein leichtes Unterfangen für einen, der hinter jedem Dentist einen Sadisten vermutet und daher entsprechend skeptisch ist. Der Veterinär fühlte Max gehörig auf den Zahn, rollte mit den a la Waigel umbuschten Augen und griff zur Zange. Stolz präsentierte er den extrahierten Zahn wie eine Trophäe. „Bis die Wunde verheilt ist, nur mit Babynahrung füttern“, gab der Arzt der hasenfüßigen Hasenbegleitung mit auf den Heimweg. Babynahrung? Eindeutig kein Bestandteil in der heimischen Vorratskammer.

Im Supermarkt unseres Vertrauens standen wir dann ziemlich ratlos vor dem riesigen Regal mit Babynahrung. Ich nahm ein Glas mit einer Gemüsemischung – sogar Bio. „Nein, das frisst Max nicht“, lehnte Diana entschieden ab. Auch meine nächste Wahl, „Für den kleinen Gourmet“, gefiel ihr nicht. „Dafür macht er nicht einmal sein Maul auf.“

Unsere Suche nach dem richtigen Glas wurde jäh unterbrochen. Eine purpurrote, sichtlich nach Luft ringende Frau empörte sich lautstark mit erhobenem Zeigefinger: „Unglaublich! Sie Rabeneltern, wie kann man nur so über sein Kind reden! Ja wo sind wir denn?“ Ganz spontan sozusagen entschlossen wir uns für einen Karottenbrei aus dem Premiumsegment und eilten zur Kasse. Schließlich wartet Max im Auto – und der hat bestimmt schon tierisch Hunger.

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