Mehr als eine halbe Million Spendengelder vergeben

50 Jahre Lions Friedrichshafen

Friedrichshafen/Meersburg (sig) Im Neuen Schloss zu Meersburg hat der Lions-Club Friedrichshafen am Mittwochabend punktgenau seinen 50. Geburtstag gefeiert und dabei an sein segensreiches Engagement über ein halbes Jahrhundert erinnert. Im Vestibül gratulierte die Knabenmusik mit einem kleinen Konzert. Der Club engagiert sich im armen „Hinterhof“ des reichen Bodenseekreises.

Not ist auch  im wohlhabenden Bodenseekreis groß

Weil es noch viel Not auch im wohlhabenden Bodenseekreis gibt, wird der Lions-Club seine Hilfe fortsetzen, kündigte Präsident Dr. Jürgen Dietrich im Spiegelsaal des Schlosses an. Dafür dankte in seiner Festrede Landrat Lothar Wölfle, der den Kreis gleichzeitig wirtschaftlich stark und sozial bedürftig sieht. „Wir sind alle aufeinander angewiesen“, sagte er, als er daran erinnerte, dass von den 250 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt des Landkreises allein 127 Millionen in den sozialen Bereich fließen. Zwar liegt der Kreis in Sachen Wirtschaftskraft mit an der Spitze, hat er die Krise „ganz gut gemeistert“ und befindet er sich bei den Patentanmeldungen ebenfalls mit vorne, doch stehen dem Defizite im sozialen Bereich gegenüber. Mit 17 Prozent (pro Jahr) hat der Kreis die höchste Fluktuationsquote im Land (fast jeder Fünfte zieht einmal im Jahr um), was mit einer geringen Bindung zu tun hat. Und auch das ehrenamtliche Engagement in Vereine liegt unter dem Durchschnitt in Baden-Württemberg. Spitze ist der Landkreis dagegen bei der Scheidungsrate, denn jede zweite Ehe wird hier geschieden. Letzteres wiederum hat etwas mit der Wirtschaftskraft vor Ort zu tun: Hier kann man es sich leisten sich zu trennen.

Wo der Lions-Club geholfen hat

Die Zahl der Kinder, die im Bodenseekreis aus Familien herausgenommen und in Heimen oder bei Pflegeeltern untergebracht werden mussten, ist zwischen 2007 und 2009 um 40 Prozent gestiegen! Quer durch alle Schichten der Bevölkerung nimmt die Notwendigkeit zu, Kinder von ihren Familien zu trennen. Der Landrat dankte seinem Jugendamt für dessen erfolgreiche Arbeit und dem Lions-Club, bei der Bewältigung des entsprechend steigenden finanziellen Aufwandes zu helfen. Der Landkreis ist bemüht, Angebote zu unterbreiten, um möglichst frühzeitig Fehlentwicklungen zu verhindern. Das aber kostet Geld. Wohin die Spenden etwa des Lions-Clubs fließen, beleuchtete Lothar Wölfle an vier Beispielen: In einem Fall wird einem 16-Jährigen durch einen Zuschuss die Teilnahme an einer Berlin-Fahrt ermöglicht, in einem anderen einer Alleinerziehenden mit zwei Kindern der Kauf eines Kleiderschrankes, einer anderen mit sechs Kindern die Reparatur der Heizung oder einer weiteren der Kauf eines Fahrrades, nachdem das vom Ehemann zur Verfügung gestellte von dem vorher gestohlen war…

Mehr als eine halbe Million Euro gespendet

Leben ist ohne Nächstenliebe sinnlos. Diesem Motto folgt der Lions-Club Friedrichshafen. Er sieht es als seine Aufgabe an, diejenigen zu unterstützen, die sich nicht selbst helfen können beziehungsweise keine Hilfe erhalten. Insgesamt wurden bisher mindestens 530.000 Euro an Spendengeldern vergeben! Eine Besonderheit der man sich angenommen hat ist das Thema Knochenmarkspende, das Finden von spezifischen Spendern, deren Typisierung in Form der Blutabnahme und die Bestimmung der Stammzellen. Hier hat der Club 4525 Typisierungen für insgesamt 247 000 Euro finanziert. Bei 19 Personen konnte dadurch eine Knochenmarktransplantation vorgenommen werden.

Foto: sig/ Gratulierten dem 50jährigen Lions-Club Friedrichshafen im Spiegelsaal des Meersburger Neuen Schlosses, von links: Meersburgs Bürgermeister-Stellvertreter Michael Gilowsky, Landrat Lothar Wölfle, Lions-Präsident Dr. Jürgen Dietrich, Dr. Ulrich Dreistein, ganz rechts Professor Friedrich Bürg und daneben Dr. Joannis Mytelinos.

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