Mein kleiner See XXL

Wir haben es geschafft. Am ersten Advent schwebten dicke Schneeflocken herunter  auf die Konstanzer Dächer. Eine dünne Schicht aus Kristallen legte sich auf die Stadt und deckte zu, was am Einkaufssamstag liegen geblieben war.

Konstanz hat sich weihnachtlich herausgeputzt. Herrnhuter Sterne leuchten in der Niederburg und in der Wesenbergstraße. In der Zollernstraße stehen frisch geschlagene Christbäume vor den Häusern und am Samstagabend haben die Händler die Gassen wieder mit Fackeln illuminiert. Am Münsterplatz sind Tannenbäumchen vor Fenstern zu sehen. Nur der große Weihnachtsbaum auf dem Münsterplatz sieht ein bisschen seltsam aus. Die kleinen Lichtlein blitzen nur an einer Seite des Baumes. Eine Lichterkette ist defekt.

Die gute Nachricht ist: Die Münsterbar hat wieder geöffnet und samstags können die Besucher, die keine Lust auf das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt aber Gelüste auf eine Currywurst haben, wieder zwischen sechs unterschiedlich scharfen Soßen wählen. Der Glühwein ist jetzt schon wieder Testsieger zumindest auf dem Münsterplatz. Ein bisschen feine Ironie erlaubt sich die Münsterbar. Im dänischen Möbelhaus saßen wieder Menschen beim Glögg im Schaufenster.

Wir fassen zusammen: Das erste Adventseinkaufssamstag wäre überstanden. Die Fußgängerstaus und die Besucherdichte in der Innenstadt und auf dem sich bis in den Stadtgarten schlängelnden Weihnachtsmarkt dürften wieder groß gewesen sein. Wir hielten uns, abgesehen vom Einkauf eines Brotes in der Kanzleistraße, fern. Die Tirolergasse ist längst zu einer Staufalle geworden. Der Spielwarenladen spülte auch am Samstagabend wieder Einkäufer mit riesen großen Tragetaschen direkt von der Rolltreppe ins Freie. Sie müssen ganze Ritterburgen, Raumstationen und Barbiehäuser nach Hause getragen haben.

Zwischen den durch die Straßen eilenden Einkäufern saßen wieder organisierte Bettler am Boden und auch die mit den ausladenden Kutten über dem versteckten Metallgestell scheinbar schwebenden Yogi haben noch ein Plätzchen gefunden. Gesprochen wurde ansonsten wieder Schweizerdeutsch und am Abend auch wieder sehr laut

Wir selbst neigen dazu, unsere kleinen Geschenke nicht in Konstanz zu kaufen oder wenigstens nicht an einem Samstag. 285 Euro wollen wir Verbraucher in Deutschland im Durchschnitt laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) dieses Mal für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Immer mehr von uns kaufen übrigens online.

Waltraud Kässer

 

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