Meine Bodensee Gazette

Wenn der Konstanzer Gemeinderat morgen in öffentlicher Sitzung zum ersten Mal nach dem Bürgerentscheid gegen ein Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig wieder über ein „Veranstaltungshaus für Konstanz“ spricht, stehe für die Verwaltung an erster Stelle der Bürgerwille und die Finanzierbarkeit. So steht es in der Sitzungsvorlage.

Das klingt nur scheinbar vernünftig. Denn die Frage nach dem Standort muss in Konstanz genauso an erster Stelle stehen wie die Frage nach dem Geld und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von Anfang an, die als gesetzt gelten dürfte.

Wenn sich die Stadt Konstanz dafür entscheidet, das Projekt Veranstaltungshaus neu anzupacken, ist der Standort entscheidend.

Ein Konzertsaal oder eine Stadthalle, das dürfte unstrittig sein, müsste zentral liegen, sollte mit dem ÖPNV, dem Fahrrad und auch mit dem Auto gut erreichbar sein. Schön wäre eine Lage am See oder am Seerhein. Wer sich aktuelle Luftbilder von der Stadt anschaut, wird aber schnell feststellen, dass es an solchen Plätzen mangelt.

Das Gelände Klein Venedig fällt nach dem Nein beim Bürgerentscheid 2010 von vornherein aus.

Fast zehn Jahre ist es her, seit sich die Stadt die Standortfrage 2004 intensiv gestellt und eine Standortanalyse erstellte. Geprüft wurden seenahe Flächen. Verantwortlich zeichnete damals noch der frühere Baubürgermeister Volker Fouquet. Mehre Standorte hätten dem Anforderungsprofil entsprechen können. Vorschnell habe der damalige Oberbürgermeister Horst Frank aber dann Klein Venedig favorisiert, heißt es. Andere mögliche Standorte verlor die Stadt in der Folge (zu) schnell aus den Augen.

Architekturstudierende, die am 10. Januar ihre Entwürfe eines Veranstaltungshauses in der Spiegelhalle präsentiert haben, suchten sich also 2012 wieder neue (alte) Plätze. Nach dem Aus für Klein Venedig, dürfte klar sein, dass innenstadtnahe Standorte oder zentrale Plätze in Petershausen, die den Menschen Grünflächen oder Parks wegnehmen, nicht durchsetzbar sind. Der Stadtgarten ist genauso tabu wie der im Sommer viel genutzte Herosépark. Nicht in Frage kommt auch das Gelände des Freibads Horn, das aber sowieso zu weit draußen wäre. Das Büdingen Areal an der Seestraße gehört im Moment weder der Stadt noch wäre ein Veranstaltungshaus dort verkehrsgünstig gelegen.

Auf die Frage nach dem Standort gibt es möglicherweise nur eine gute Antwort. Sie heißt Hafenstraße. Das Gelände bei der Werft, wo der Deutsch Schweizerischer Motorboot Club e.V. sein Clubhaus gebaut hat, war zumindest der bevorzugte Standort, den die Studierenden überplanten. Der Bahnhof, Bushaltestellen und die Schweizer Grenze sind in der Nähe. Im Lago und anderen Parkhäusern gibt es einige hundert Parkplätze. Auch ein vom P&R Parkplatz kommendes Wassertaxi könnte hier problemlos stoppen.

Dass das Clubhaus des Deutsch Schweizerischer Motorboot Clubs e.V. weichen müsste, könnten die meisten Konstanzer sicher verschmerzen. Der Klotz versperrt die Sicht zum See, das Restaurant ist nicht einmal öffentlich zugänglich und Private und Vereine sollten an so privilegierten Plätzen sowieso nicht bauen dürfen. Dass das Clubhaus dort entstanden ist, war ein Fehler, und Fehler können zum Glück korrigiert werden, auch wenn es die Stadt etwas kosten würde.

Ein Kommentar to “Meine Bodensee Gazette”

  1. wak
    30. Januar 2013 at 17:01 #

    Nur kurz eine Info. Kommentare zu Blogbeiträgen schalten wir nur frei, wenn es einen inhaltlichen Bezug gibt. Wer nur ein bisschen über ein X-beliebiges Thema erzählen will, ist in der Kommentarspalte von See-Online falsch.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.