Michael Jeckel: „Bestes Konjunkturprogramm“

DEHOGA beweist: Hoteliers investieren die Mehrwertsteuer-Entlastung

Friedrichshafen/Ravensburg (sig) Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat die Kritik an der Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsleistungen zurückgewiesen. Tatsächlich würde damit investiert, würden Löhne erhöht, Preise gesenkt und Betriebsergebnisse verbessert.

Mehrwertsteuer-Entlastung ist Steuergerechtigkeit

Im Hotel „Krone“ in Schnetzenhausen berichteten Hoteliers aus dem Bodenseekreis und dem Kreis Ravensburg davon, was sie bislang mit der Reduzierung unternommen haben beziehungsweise planen, und machten deutlich, dass es sich bei der Entscheidung des Gesetzgebers lediglich um eine längst fällige Herstellung von mehr Steuergerechtigkeit handele. DEHOGA-Kreisvorsitzender Michael Jeckel aus Überlingen kritisierte die teilweise „verzerrte Wahrnehmung“ und sieht namens des Hotellerie Handlungs- und Aufklärungsbedarf. Handlungsbedarf in Sachen Mehrwertsteuer-Erleichterung gebe es auch für die Gastronomie, sagte er im Beisein des CDU MdB Lothar Riebsamen.

Hotellerie litt unter Wettbewerbsverzerrung

Im Vergleich zu den Steuersätzen in den direkten Nachbarländern Schweiz (3,6 Prozent), Österreich (zehn) und Frankreich (5,5) hätten deutsche Hoteliers (bisher 19, jetzt sieben Prozent)unter einer „klaren Wettbewerbsverzerrung“ gelitten, die lediglich korrigiert worden sei. Der Handlungsspielraum der Hoteliers sei zuletzt immer enger geworden, wenn überhaupt lagen Gewinne zwischen ein und zwei Prozent, seien Kredite für Investitionen oft nicht mehr möglich gewesen. Mit der Mehrwertsteuer-Reduzierung sei dieser Spielraum jetzt wieder da. Nun könnte wieder in Ausbau und Standard investiert und – was nicht unbedeutend sei – das Handwerk der Region mit Aufträgen versorgt werden.

Schon drei Millionen Euro investiert

DEHOGA-Geschäftsführer Bernd Dahringer berichtete von allein 14 Betrieben in den Kreisen Ravensburg und Bodensee, die aufgrund der Entscheidung drei Millionen Euro in ihre Häuser investierten. Beispiele: Fast eine Million steckt allein das Haus „Apfelblüte“ in Neufrach in seinen Betrieb, 500 000 Euro das Hotel „Krone“ in Schnetzenhausen, 400 000 Euro das Parkhotel St. Leonhard in Überlingen.

Viele Hoteliers investieren


Otto Rueß berichtete für seine Schnetzenhausener „Krone“, die kein typisches Ferienhotel ist, sondern von 45 Prozent Geschäftsleuten belegt wird, wie mit der Reduzierung in seinem Haus umgegangen wird. Zunächst gibt es Preisnachlässe, der Rest fließt in Investitionen (Wellness, Bäder, Behinderten-WC) und Lohnerhöhungen. Silvia Göppinger vom „Schwedi“ in Langenargen gibt im Rahmen eines Rabattsystems 50 Prozent der tatsächlichen Steuerersparnis an Zimmer-Kunden weiter, die andere Hälfte wird die Sanierung des Hauses reinvestiert. In Zahlen ausgedrückt werden von den 60 000 Euro Steuerersparnis 30 000 an die Kunden weitergegeben. Geplant ist zudem, aufgrund der neuen Möglichkeiten ein bis zwei neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Investition in neue Kommunikationsangebote

Bernd Stiller vom „Best Western“ in Weingarten , das im vergangenen Jahr stark unter der Wirtschaftskrise gelitten hat, gibt 70 Prozent der Ersparnis an die Kunden weiter, hält die Standardpreise stabil und wirbt mit attraktiven Sonderangeboten. Durch die Steuererleichterung jetzt mögliche lnvestitionen fließen in Renovierung und Kommunikationsangebote, außerdem können jetzt 14 Azubi und der Stellenplan stabil gehalten werden.

Riebsamen:  Wachstums-BeschleunigungsgesetzGewinn für den Mittelstand


MdB Lothar Riebsamen sieht in der Mehrwertsteuer-Reduzierung innerhalb des Wachstums-Beschleunigungsgesetzes einen Gewinn für den Mittelstand und die Familien. „Wir haben das gemacht was wir vor der Wahl angekündigt haben“, hob er gestern hervor. Als „Kröte“, die mit dem Gesetz zu schlucken gewesen sei, bezeichnete er den bürokratischen Aufwand. Hier erhofft er sich mit einer grundsätzlichen Reform der Umsatzsteuer eine Besserung.

Urlaubsland Deutschland attraktiv halten

Die Mehrwertsteuer-Erleichterung diene auch dazu, Deutschland als Urlaubsland attraktiv zu halten und Familien zu animieren, hier Ferien zu machen. Dazu seien bezahlbare Preise nötig. Auch einen Umweltaspekt sieht er: Wenn die Hotels und Pensionen in Energieeinsparung investierten diene das der Umwelt.

Einig waren sich alle Beteiligten auch darin, mit der Mehrwertsteuer-Reduzierung etwas gegen die Arbeitslosigkeit getan zu haben.

Foto:  Siegfried Großkopf/
Widersprachen gestern vor der Presse der teilweise „verzerrten Wahrnehmung“ der Mehrwertsteuer-Senkung für Hoteliers in der Öffentlichkeit, von rechts: CDU-MdB Lothar Riebsamen, Otto Rueß vom Hotel „Krone“ in Schnetzenhausen, Bernd Stiller vom „Best Western“ Hotel in Weingarten, Silvia Göppinger vom „Schwedi“ in Langenargen, Dehoga-Kreisvorsitzender Michael Jeckel aus Überlingen und Dehoga-Geschäftsführer Bernd Dahringer.

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