Mieterbund Bodensee kritisiert: Hohe Mieten, teure Nebenkosten

So viele Mieter wie noch nie baten 2011 um Hilfe – Mieterbund feiert in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen

Konstanz. Der Wohnungsmangel in Konstanz und Umgebung und steigende Energiepreise bringen dem Deutschen Mieterbund Bodensee viel Arbeit. 4.600 Mieter suchten im vergangenen Jahr den Rat der Mieterschutzorganisation, so viele wie noch zuvor seiner 100jährigen Geschichte. Das teilte der Mieterbund mit.

Mieterbund hat jetzt 7.000 Mitglieder

Der Vorsitzende des Mieterbunds, der Konstanzer Stadt- und Kreisrat Herbert Weber, berichtete auf der Vertreterversammlung des Verbands von steigenden Mitgliedszahlen berichten. Anfang März 2012 habe der Mieterbund eine „magische Grenze“ durchbrochen, als er das 7000. Mitglied willkommen hieß.

2.800 Nachfragen wegen Nebenkosten

Auf zwei Säulen stehe die Arbeit des Verbands, sagte Weber in seinem Rechenschaftsbericht. Neben politischer Interessensvertretung biete der Mieterbund seinen Mitgliedern individuelle Beratung im Mietrecht. Dabei sind es hauptsächlich Fragen zu Nebenkostenabrechnungen, die Mieter in den Beratungsstunden des Mieterbund stellen. Im vergangenen Jahr war dies 2.800 Mal der Fall „Explodierende Energiepreise führen zu hohen Nachzahlungsforderungen“, begründete Weber diese Entwicklung. Eine Überprüfung lohne sich, denn „nach unseren Erfahrungen sind ein Drittel der Abrechnungen fehlerhaft.“ Gemeinsam mit der Konstanzer Firma „mind up“ veröffentlicht der Mieterbund regelmäßig eine Betriebskostenübersicht, die Vergleichsdaten auf örtlicher und überörtlicher Ebene zur Verfügung stellt.

Herbert Weber fordert Wohnungsbau

Gegen die steigenden Mieten in Konstanz helfe nur zusätzlicher Wohnungsbau, sagte Weber. Eine Statistik wie der Konstanzer Mietspiegel gebe eine Orientierung darüber, wie viel Miete für welche Wohnung gezahlt werden müsse. Ein Mietspiegel hebe jedoch nicht den Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage auf. Weber fordert vom Gesetzgeber, dass nicht nur Wohnungsmieten der letzten vier Jahre, sondern die Preise aller vermieteten Wohnungen in den Mietspiegeln berücksichtigt werden. In Konstanz sollte der Mietspiegel besser zwischen den guten Wohnlagen im Musikerviertel und dem stärker belasteten Quartier zwischen Mainau- und Theodor-Heuss-Straße differenzieren, forderte die Vertreterversammlung.

Weber führt Gespräch mit Patrizia

Der Mieterbund werde in Kürze Gespräche mit der Geschäftsführung des Wohnungsunternehmens Patrizia führen, das gemeinsam mit anderen Firmen die Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg gekauft hat. In Konstanz sind unter anderem in der Schwaketen- und Jacob-Burckhardt-Straße etwa 650 Haushalte betroffen. Der neue Eigentümer habe eine Sozialcharta unterschrieben, berichtet Weber. „Doch niemand kann im Moment abschätzen, wie viel diese Erklärung Mietern wirklich bringt,“ schränkt er ein.

Mietertag im Juni in Konstanz

2012 feiert der Mieterbund Bodensee sein 100jähriges Jubiläum. Daher werde der Landesverband zu seinem Mietertag im Juni in Konstanz zusammenkommen. In Vorbereitung seien außerdem eine Chronik und zahlreiche Aktionen für Verbandsmitglieder und Mieter.

 

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