Konstanzer Bauherr in Kritik: Misstrauen gegen Bauunternehmer Manfred Löffler

Sprecher des Bürgerprojekts Chérisy protestiert – Massiver Qualitätsverlust befürchtet

Konstanz. Rudy Haenel, Sprecher des Bürgerprojekts Chérisy, schlägt Alarm. In einer Presseerklärung teilt der Anwalt mit, dass das Bürgerprojekt Chérisy erstaunt und enttäuscht sei, dass Manfred Löffler, Investor und Bauherr des neuen von Anfang an umstrittenen Studentenwohnheims im Joseph-Belli-Weg, vom Entwurf des ersten Preisträgers abrücke und nun nach Informationen Haenels einen der beiden dritten Preisträger mit der Bauplanung beauftragen möchte. Haenel fordert den Gemeinderat der Stadt Konstanz auf, Einfluss zu nehmen und eine Bausünde zu verhindern. So schreibt es Haenel.

Nicht erster Preisträger soll planen

Investor Manfred Löffler hatte 85.000 Euro für den Wettbewerb ausgegeben und zusammen mit der Jury im März spannende Entwürfe präsentiert. Der mit 18.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Konstanzer Büro Linie 4. Insgesamt hatten zehn teilnehmende Büros ihre Arbeiten präsentiert. Der prämierte Entwurf sah zwei versetzte, schmale Längsbauten vor, die zusammen mit dem von Architekt Walter Finthammer und Investor Sascha Wengert vorgeschlagenen Turm ein städtebauliches Ensemble bilden sollten.

Misstrauen wächst

Von einer Befriedung scheint das Quartier Chérisy weit entfernt. Immer wieder wiederholten die Bewohner, dass sie nichts gegen Studentenwohnungen auf dem Gelände hätten. Kritisch sehen sie aber, was auf dem Areal nun entstehen soll: Die Studentenzimmer seien mit 12 Quadratmetern klein, voraussichtlich teuer und überhaupt sei fraglich, wie lange das Studentenhaus ein Studentenhaus bleibe. Ein weiterer  Streitfall waren von Anfang an die Autoabstellplätze. So oder ungefähr so haben es die Bewohner der früheren Kasernengebäude immer wieder gesagt. Sie standen dem Projekt von Anfang an misstrauisch gegenüber.

Geschichte der Chérisy

Vor 30 Jahren hatte die Neue Arbeit die vormals militärisch genutzten Mannschaftsgebäude in studentischen Wohnraum umgewandelt. Zwischen den Häusern sind viel Grün und auch alte Bäume erhalten geblieben. Das Quartier, in dem heute Mieter und Eigentümer leben, hat einen besonderen Charakter.

Billigbau im Chérisyareal

Jetzt fühlen sich die Bewohner bestätigt. Dass nun doch nicht der Entwurf des ersten Preisträgers realisiert werden soll, bedeute einen massiven Qualitätsverlust, der sich nicht nur im reduzierten Investitionsvolumen ausdrücke, heißt es in Haenels Erklärung vom Montag.  Haenel spricht von nur noch der halben Investitionssumme. Das jetzt gewählte Modell weise mehr Wohnplätze und Autoabstellplätze aus als das Siegermodell. Der Investor habe immer wieder betont, dass er eine maximale Zahl von Wohn- und Autoabstellplätzen wünsche. Die Rechnung, die Anwalt aufmacht, sieht so aus: Bei einer Umwandlung in Eigentumswohnungen wäre die Rendite höher.

Sozial verträglich und nachhaltig

Haenel benutzt also den Begriff renditeorientiertes Bauen. Das entspreche aber nicht den Wünschen der Bewohner des Quartiers in den angrenzenden Gebäuden und insbesondere auch nicht den Wünschen des gegenüberliegenden Kindergartens Chérisy, die sich alle miteinander eine sozial verträgliche nachhaltige Bauweise wünschten. Haenel weiter: Die Bauqualität werde weiter sinken.

Der Gemeinderat hat sich momentan erst einmal in die Sommerpause verabschiedet. Im September geht es aber mit der Kommunalpolitik weiter. Haenel hofft, sein Anliegen in den Sitzungsunterlagen wiederzufinden.

Ein Kommentar to “Konstanzer Bauherr in Kritik: Misstrauen gegen Bauunternehmer Manfred Löffler”

  1. Fafnir
    31. Juli 2012 at 17:34 #

    Kein Gesetz sieht vor, daß der erste Preis gebaut werden muss. Warum auch? Wenn dieser Anwalt nun ernsthaft den Gemeinderat auffordert, Einfluss zu nehmen, kennt er sich ziemlich schlecht aus. Wenn ein Vorhaben dem Bebauungsplan und den gesetzlichen Vorschriften entspricht, ist Baurecht zu erteilen. Egal, was ein Gestaltungsbeirat, eine Initiative, ein Gemeinderat oder sonstwer sagt.

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