Mit der Bahn 2.38 Stunden bis Stuttgart sind lang

Konstanzer wollen mit SBB-Zügen schneller in die Landeshauptstadt

Konstanz (red) Die Stadt Konstanz will eine bessere Bahnverbindung nach Stuttgart. Die Verwaltung hat alle Landes- und Bundestagsabgeordneten im Kreis angesprochen und mögliche politische Lösungen für eine nachhaltige Verbesserung auf der Gäubahn vorgeschlagen.  Es geht um eine kürzere Fahrzeit sowie eine Entschädigungen der Reisenden aufgrund der Vollsperrungen in diesem und im kommenden Jahr während des Strecken-Ausbaus.

Ab Juni noch mal 10 Minuten länger bis Stuttgart


2008 betrug die Fahrzeit ab Konstanz (mit Umstieg in Singen) bis Stuttgart 2:18 Stunden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Derzeit benötige die Gaubahn für die Strecke zwei Stunden und 28 Minuten und im Juni erhöhe sich die Fahrzeit um weitere zehn Minuten auf 2:38 Stunden. Ursache für die längere Fahrzeit seien Probleme der ICE-Flotte mit Neigetechnik-Zügen.

Ohne ICE-Züge Fahrzeitverlängerung

Seit Mitte März 2010 verkehren auf der ICE-Linie Zürich – Singen – Stuttgart keine ICE-Züge mehr. Zum Einsatz kommen nun ausschließlich Lok-Wagen-Verbände Schweizer Bauart. Dadurch komme es zu Verspätungen und sämtliche Anschlusszüge würden nicht mehr erreicht. Die Verwaltungsspitze hat jetzt alle hiesigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten kontaktiert und mögliche politische Lösungen für eine Verbesserung der aktuellen Situation sowie Möglichkeiten einer nachhaltigen Verbesserung vorgeschlagen. Als mögliche Vorschläge werden die Wiederherstellung der Fahrzeit auf zwei Stunden und 18 Minuten beziehungsweise auf 2 Stunden und 28 Minuten sowie die Entschädigungen der Reisenden während der Vollsperrungen gemacht.

Konstanzer wollen Zulassung für SBB ICN-Züge

Die Fahrzeit von 2 Stunden und 18 Minuten ist nur mit Neigetechnik-Zügen zu halten. Eine Lösung der technischen Probleme der ICE-Flotte sei derzeit nicht in Sicht. Es existiere derzeit auch kein Fahrzeug, das mit Neigetechnik ausgestattet ist und eine Zulassung für das Deutsche Netz besitzt. Die in der Schweiz verkehrenden ICN-Züge hätten technisch kaum Auffälligkeiten, so die Stadt Konstanz. Die SBB habe den Bau weiterer Einheiten bereits in Auftrag gegeben. „Es wäre möglich, mit der SBB in Verbindung zu treten, so dass diese Triebwagen eine Zulassung für das Deutsche Netz erhalten und damit auch für die Strecke Zürich – Stuttgart eingesetzt werden dürften“, teilte die Stadt Konstanz mit.

Wiederherstellung der Fahrzeit 2:28 Stunden

Die Fahrzeit von 2 Stunden und 28 Minuten könne durch den Einsatz so genannter „Sandwich-Züge“, die vorn und hinten je eine Lok der auf beiden Netzen zugelassenen Baureihe 185 einsetzen, erreicht werden, da so die Wendezeit in Singen wieder auf 4 statt 10 Minuten gesenkt werden könnte, heißt es weiter. Ebenso könnten den Zügen Restaurant oder Bistrowagen aus Deutschen, Schweizerischen, Tschechischen, Österreichischen oder Ungarischen Zügen beigestellt werden, um das Komfortangebot zu stärken.

Entschädigungen der Reisenden während Vollsperrungen

Reisende müssten bei einem Ausbau der Strecke im Mai 2010 und im Mai/Juni 2011 zudem mit starken Einschränkungen rechnen und auf einem Teilstück der Gäubahn auf Busse umsteigen. Das ist nach Ansicht der Stadt Konstanz kaum einem Reisenden zuzumuten. Denjenigen, die dennoch auf die Benutzung der Strecke angewiesen sind, sollte unabhängig vom benutzten Ticket eine Entschädigung im Gegenwert von wenigstens 10 Euro gewährt werden, fordert Konstanz. „Hierzu eignen sich Gutscheine oder ein gastronomisches Angebot“, heißt es weiter. „Es könnten entsprechende Verhandlungen mit der Deutschen Bahn politisch eingefordert werden.“ Darüber hinaus prüfe die Stadt Konstanz derzeit , ob und in welcher Form ab 2016 oder 2020 regelmäßige Fernverkehrszüge von St. Gallen kommend über Konstanz hinaus bis Stuttgart rein fahrplantechnisch über die Gäubahn verkehren könnten.

Foto: michael berger  PIXELIO  www.pixelio.de

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