Mit Schwabenstreichen am Bodensee noch längst nicht Schluss

Kreisverbände des BUND und des VCD Konstanz sowie die Gruppe „Bodensee-Schwabenstreich“ kämpfen wieder

Konstanz/Radolfzell. Nein sie sind nicht müde. Die Kreisverbände des BUND Konstanz und des VCD sowie die Gruppe „Bodensee-Schwabenstreich“ kämpfen weiter gegen Stuttgart 21. Die Gruppe „Bodensee-Schwabenstreich“ ist eine informelle, partei- und interessenpolitisch nicht gebundene Gruppe, die für den Erhalt des voll funktionsfähigen Stuttgarter Hauptbahnhofs eintritt und gegen das Projekt S 21 kämpft. Am kommenden Montag laden sie zu einem Vortrag nach Radolfzell ein. Die Kritiker bezweifeln vor allem auch, dass die Gäubahn Singen – Stuttgart ihrer Meinung nach von S 21 profitieren würde.

BUND kämpft weiter gegen S 21

„Im Stuttgarter Talkessel haben Bauarbeiten für das Projekt Stuttgart 21 begonnen“, heißt es in einer Mitteilung des Aktionsbündnisses. „Dies ungeachtet der Tatsache, dass für den wichtigen Planfeststellungsabschnitt 1.3 noch nicht einmal der Antrag auf Planfeststellung vorliegt, da die Deutsche Bahn seit 2002 keine genehmigungsfähige Planung präsentieren konnte.“ Das betrifft direkt den Anschluss an Gäubahn Singen – Stuttgart. „Inzwischen will die DB im Bereich des künftigen Tiefbahnhofs doppelt so viel Grundwasser abpumpen, als in planfestgestellten Bauabschnitten genehmigt worden ist. Dagegen hat der BUND Klage erhoben“, teilten die S 21 Gegner mit.

S 21 Gegner noch lange nicht müde

Die S 21 Gegner behaupten, dass die Befürworter von S 21 und ein Teil der Medien mit der Ermüdung der Bevölkerung rechnen. Dies sei Grund genug für Grund für die Kreisverbände BUND und des VCD in Konstanz sowie die Gruppe „Bodensee-Schwabenstreich“, sich erneut mit dem Projekt Stuttgart 21 zu befassen. Ihr nächster Streich: Sie haben Prof. Dr. Ing. Klaus-Dieter Bodack für einen Vortrag zum Thema Stuttgart 21 in Radolfzell eingeladen.

Kritischer Diskurs erwünscht

Bodack, bekannt als Schöpfer des erfolgreichen Designs der leider eingestellten Interregio-Züge, und viele Jahre in Führungspositionen der Deutschen Bahn tätig, gehört zu den wenigen unabhängigen Schienenverkehrsexperten Deutschlands und hat aus dieser Position heraus fundierte Kritik am Projekt Stuttgart 21 geübt. Er wird am Montag, 11. Juli, 2011, um 19.30 Uhr, in Radolfzell im Saal des Scheffelhofs zum Thema: „Stuttgart 21? Ein Großprojekt und seine Alternativen – mit Auswirkungen auf die Region Bodensee“ sprechen. An den Vortrag schließt sich eine Diskussion an. Befürworter von S 21 sind – auch auf besonderen Wunsch des Referenten – ausdrücklich willkommen.

Die Umweltverbände und der „Bodensee-Schwabenstreich“ laden zu dieser Veranstaltung ein.

Der Scheffelhof liegt wenige Minuten vom Bahnhof Radolfzell entfernt (Ankunft Seehas aus Richtung Konstanz 19.15, aus Richtung Engen-Singen 19.11, Regionalbahn aus Singen Ankunft 19.17).

Hier geht’s zur Website von Bodensee-Schwabenstreich.

7 Kommentare to “Mit Schwabenstreichen am Bodensee noch längst nicht Schluss”

  1. Bolle Knallquist
    4. Juli 2011 at 21:27 #

    Unglaublich, mit was für einer selbstgerechten Arroganz und geballtem Unwissen eine Nichtregierungsorganisation Einfluss nehmen kann. Das ist übelster Lobbyismus. Vom Staat ist der Verein als Umwelt- und Naturschutzverband anerkannt und muss( !!) daher bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden. Ich hätte es ja lieber, daß sich demokratisch legitmierte Stellen um derartige Belange kümmern. Oder echte Fachleute. Keine ideologisch verbohrte Aktivisten. Der selbsternannte kritische Mahner und Beobachter? Daß ich nicht lache! Ein rückwärtsgewandter, welt- und wissenschaftsfremder („Klimaschutz“), ideologisch eingefärbter Beschäftigungsapparat für obskure Gestalten, die sich „Umweltaktivisten“ nennen, die am liebesten alles verbieten würden, was sie nicht begreifen und es gerne hätten, daß alle in staatlich verodneten Erdlöchern hocken und sich nur noch zu Fuß fortbewegen. Die glauben ja tatsächlich, daß die pure Anwesenheit der Menschen auf diesem Planeten ganz furchtbar ist. Da meint man, die Menschheit wird immer schlauer, dabei haben solche Voodoo-Sekten wie der BUND derzeit Oberwasser.

  2. db
    4. Juli 2011 at 22:42 #

    Unglaublich, wie platt Sie hier polemiesieren, Knallquist. Der BUND als Voodoo-Sekte? Dass in Ihrem Kommentar Klimaschutz in Anführungszeichen steht, erstaunt mich nicht, da Sie bestimmt zur illustren Gruppe der Klimawandel-„Skeptiker“ gehören. Hauptsache dagegen, sobald es um Umweltschutz, Demokratisierung und – Gott bewahre – die Grünen geht!

  3. db
    4. Juli 2011 at 22:42 #

    Es muss natürlich heißen: polemisieren.

  4. Metapha
    5. Juli 2011 at 07:48 #

    Bolle Knallquist bemüht sich in – fast – allen seiner bisherigen Kommentare solcher Polemik. Anscheinend stehen Erdlöcher so in dessen Fokus oder sind seinem Horizont so nahe, dass sie immer wieder von ihm erwähnt werden müssen. Wer anderen eine verbohrte Ideologie vorwirft, sollte seine eigene Beweggründe mindestens genauso hinterfragen wie die des Gegenübers.
    Von selbstgerechter Arroganz zu sprechen, verrät da doch einiges über den Verfasser!

  5. ego
    5. Juli 2011 at 18:08 #

    Sodele so langsam bekommt jeder was er will. Es hat den Anschein, dass die Demonstranten zwar einer grünen Regierung ins Amt geholfen haben, dieser aber nun, wen wundert es, nur an ihre fetten Gehälter denken. Warum auch nicht, sie sind wieder in paar Jahre sicher im Amt. Wenn schon der Schlichter sagt, der Bahnhof wird gebaut und die grüne Landesregierung dazu schweigt spricht das schon Bände. Ich bin nun gespannt, ob das grüne Stimmvieh jetzt gegen die grüne Regierung demonstriert oder ob sie weiter gegen den Bahnhof anrennt. Denn eins ist ja klar, wenn die grüne Landesregierung gesagt hätte, der Bahnhof wird nicht gebaut, dann würde er nicht gebaut werden.

  6. ebenerdig
    12. Juli 2011 at 07:20 #

    Ich war gestern bei diesem Vortrag.
    Wenn man die Faktenlage, den Stand der Planungen (da sind Dinge dabei, die nicht mal geometrisch möglich sind) kennt, kann man als normal denkender & empfindender Mensch wirklich nur gegen S21 sein.
    Ganz großen Dank an die Organisatoren dieses Abends!
    Mögen noch viele Menschen die Zusammenhänge erkennen.

  7. Mohrrübenkiller
    12. Juli 2011 at 17:27 #

    Grüne sind per se gegen alles logische. Nehmen wir zum Beispiel mal
    das Genöle um das Pumpspeicherbecken in Atdorf.
    Warum sind die dagegen? Mit Windkraft kann ich nur dann Strom erzeugen,
    wenn Wind da ist.
    Ergo. Mit dem erzeugten Wind kann ich Wasser in ein Pumpspeicherbecken
    pumpen. Und mit diesem Wasser kann ich in Spitzenzeiten den Strom
    erzeugen der gebraucht wird.
    Grüne Logik ist ungefähr so: Ich baue einen Motor. Aber das Fahrwerk und
    das andere interssieren mich nicht.
    Wir haben eindeutig zuviele selbst ernannte Experten.

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