Mit Spikes auf schneeglatte Laufstrecken?

Winterwetter vermasselt Läufern den Start – Nachgefragt bei Joachim Auer

Bodensee (wak) Selbst am Bodensee schauen Läufer wieder einmal missvergnügt aus dem Fenster. Laufstrecken sind zugeschneit und manchmal sind sie spiegelglatt. See-Online.info fragte bei Lauftrainer Joachim Auer nach, ob er trotzdem joggt oder ob Läufer besser noch mit dem Start in die Laufsaison warten sollten. Sind vielleicht Spikes eine Lösung?

Am 28. März geht der Freiburg Marathon in seine 7. Runde. Jedes Jahr gehen etwa 11.000 Läufer an den Start. Sie sind dabei. Wie oft laufen Sie, um sich vorzubereiten?

Für einen Halbmarathon sollte man in der Vorbereitung 3 mal in der Woche Laufen. Für einen sich im Training befindenden Läufer reicht eine Vorbereitungszeit von ca. 8 bis 12 Wochen. Für einen Anfänger sind selbst unter Anleitung 6 Monate zwingend.

Herr Auer, Sie wohnen in Stockach? Liegt im Moment Schnee?

Natürlich liegt in Stockach im Moment auch Schnee. Reiner Schnee ist für den Läufer kein Problem. Schnee und darunter Eis ist zu gefährlich.

Sollen Läufer, wenn Laufstrecken zugeschneit oder vereist sind, lieber noch ein bisschen abwarten? Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Wie gesagt der reine Schnee ist nicht gefährlich, aber er macht das Laufen deutlich anstrengender. Man kann von ca. 20% mehr Krafteinsatz ausgehen. Wir hatten schon die tollsten Läufe bei knöcheltiefem Schnee. Für einen koordinativ gut ausgebildeten Läufer (Lauf ABC) reduziert sich das Verletzungsrisiko deutlich. Das regelmäßige Training macht sich auch hier bezahlt. Für einen Einsteiger sind schneebedeckte Waldwege sicher mit großer Vorsicht zu genießen, auch weil die gewohnte Strecke plötzlich deutlich anstrengender wird. Hier wäre es also besser dem geteerten Fahrradweg oder eine bekannten Route auf dem Gehweg zu folgen.

Gibt es eine Alternative zum draußen Laufen, um sich auf Lauf-Events vorzubereiten? Und schaffen es Laufanfänger trotzdem noch von 0 Kilometer auf 21 Kilometer bis zum Sommer?

Eine Alternative zum draußen Lauf gibt es aus Sicht des Gesundheitspädagogen natürlich nicht. Ansonsten kann man eine gewisse Zeit mit einem Laufband oder einem Crosstrainer überbrücken. Nicht zu vergessen und sehr wichtig unser Rumpfzentrum bildet den Ausgang und das Ende jeder Bewegung, d.h. auch hier kann in einer Schlechtwetterperiode ein Schwerpunkt gesetzt werden. Wichtigstes Trainingsprinzip für Einsteiger ist die Regelmäßigkeit (mindestens 2 /Woche). Das Ziel kann erreicht werden.

Gibt es eigentlich Laufschuhe mit Spikes?

Es gibt meines Wissens keinen Schuh mit Spikes, aber es gibt Spikes zum aufschnallen. Ich habe diese Spikes ehrlich gesagt noch nie ausprobiert und kann mir gut vorstellen dass man sich an dieses Laufgefühl erst eine Weile gewöhnen muss.

Jede Woche liefern Sie den Nutzern dieser Seite zwei Trainingseinheiten. Was halten Sie davon, wenn wir aufgrund des Winterwetters mit dem Lauftraining einmal aussetzen? Einige Läufer scheinen sowieso ein bisschen hinterher zu sein, da sie wegen des Schnees nicht laufen konnten.

Da wir uns im Moment nicht nur in der Winterzeit sondern auch in der fünften Jahreszeit befinden bin als Trainer damit einverstanden :-) , dass wir das Lauftraining eine Woche aussetzen. Es gibt also genügend Zeit den Rumpf zu kräftigen und die Beine zu dehnen. „Locker sein macht stark“.

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