Mobilität 2020 in Konstanz: 2013 gibt’s noch einen Masterplan

Stadtfahrrad ersteigernKonstanz. Die Konstanzer Kommunalpolitik will sich eine Roadmap geben und festlegen wie die Mobilität 2020 in der Stadt aussehen soll. Beraten haben am Freitag und Samstag darüber die Mitglieder des Gemeinderats in einer Klausur. Ende des Jahres sollen nach öffentlicher Debatte Pflöcke eingehauen werden. 2014 sind Kommunalwahlen und fünf Jahre später wählen die Bürgerinnen und Bürger wieder. Viele, die heute darüber entscheiden, wie die Mobilität in Konstanz 2020 aussehen soll, sind dann voraussichtlich nicht mehr bei den Entscheidern dabei.

Hier ein paar Eckpunkte

Die Ziele und Leitlinien bilden, wie die Stadt mitteilte, die Grundlage für den nächsten Schritt, die „Erarbeitung der verkehrsmittelbezogenen Einzelkonzepte“, bei denen es um die Verkehrsführung Innenstadt, das Busliniennetz, das Radverkehrsnetz, das Fußwegenetz Innenstadt, das Parkraumkonzept für den Kfz-Verkehr sowie das Parkierungskonzept Radverkehr geht.

Arbeit am Masterplan Mobilität

In einer zweitägigen Klausursitzung hat sich der Gemeinderat am 28. und 29. Juni 2013 mit Grundlagen zum Masterplan Mobilität beschäftigt. Es ging, wie die Stadt berichtet, um die „Klärung von Verständnisfragen zu komplexen thematischen Zusammenhängen“, um Hinweise und Anmerkungen sowie um ein Feedback zum bisher Erarbeiteten.

Keine Beschlüsse in Klausur

Als wichtiger Teil des Verfahrens wurde die Klausursitzung bereits frühzeitig öffentlich kommuniziert. Beschlüsse wurden keine gefasst. Sie sollen Ende des Jahres erfolgen, wenn die endgültige Fassung des Masterplans in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung behandelt und diskutiert wird.

OB will Perspektiven

Zu Beginn der Klausursitzung ging Oberbürgermeister Uli Burchardt auf die Bedeutung des Masterplans ein. „Wir brauchen beides, sowohl die konkreten Einzelmaßnahmen, die wir ja auch schon umsetzen, als auch einen übergeordneten Masterplan, der die Gesamtstadt und eine langfristige Perspektive im Blick hat. Ohne Masterplan würden wir über eine Flickschusterei nicht hinauskommen“, so der Oberbürgermeister.

Ergebnisse von Bürgerforen berücksichtigt

Bei der Klausursitzung erläuterte die Verkehrsplanerin Gisela Stete vom beauftragten Planungsbüro Steteplanung aus Darmstadt den aktuellen Sachstand im Prozess der Erarbeitung des Masterplans, in den auch die Ergebnisse der Bürgerforen eingeflossen sind. Sie stellte klar, dass das vorgelegte Diskussionspapier nicht der Masterplan ist. Vorgestellt und diskutiert wurden bei der Arbeitssitzung die Ziele und Leitlinien des Masterplans sowie Handlungskonzepte für zehn Handlungsfelder mit einer Vielzahl von Einzelthemen.

Mobilität bis 2020 und darüber hinaus

Die Aufgabe der Ziele ist es, eine Verständigung darüber zu erlangen, wohin sich Konstanz bis zum Jahr 2020 und darüber hinaus im Bereich Mobilität entwickeln soll. Die Definition von Zielen und die Verständigung darüber ist die Voraussetzung für gestaltendes politisches Handeln und Entscheiden. Insofern bildete die Klausursitzung eine wichtige Grundlage für die vorgesehene Behandlung des Masterplans im Gemeinderat und die verkehrsbezogenen zukünftigen Projekte.

Zuerst die Ziele, dann die Einzellösungen

„Es liegt in der Natur der Sache, dass wir uns in diesem Stadium der Diskussion und des Arbeitsprozesses schwerpunktmäßig noch nicht auf der Ebene der Einzelmaßnahmen bewegen. Wir benötigen zuerst die Ziele und Handlungsfelder, um dann die Einzelmaßnahmen ableiten zu können“, erklärte Bürgermeister Kurt Werner. „Insofern ist auch Kritik, dass das erarbeitete Diskussionspapier zu unkonkret sei, verfehlt. Sie geht an der Sache und am jetzigen Stand des Verfahrens vorbei.“ Er wies darauf hin, dass das Baudezernat 38 Direktprojekte aus dem Masterplan-Prozess bereits parallel zu seiner Erarbeitung auf den Weg gebracht hat. Einige sind schon abgeschlossen, andere befinden sich in der Umsetzung.

Moderiert wurde die Klausursitzung von Christine Grüger, Dirk Kron und Corina Bastian vom Büro Südlicht als Freiburg.

4 Kommentare to “Mobilität 2020 in Konstanz: 2013 gibt’s noch einen Masterplan”

  1. Fafnir
    1. Juli 2013 at 05:37 #

    Anstatt sich mit viel Tamtam mit einem unnützen Papier zu beschäftigen, sollten in Konstanz endlich einmal die Straßen in Schuss gehalten werden und Parkplätze geschaffen werden. Das würde schon reichen. Ein „Masterplan Mobilität 2020“ ist sowas von albern. Hauptsache getagt und geschwätzt. Am Ende steht dann nämlich ein Papier, bei dem jeder mal mitquatschen durfte, mit „tollen“ Ideen, viel dämlicher Ideologie und nichtssagendem Blabla. Einfach mal was anpacken. Aber bitte vernünftig.

  2. Walter Rügert
    1. Juli 2013 at 09:26 #

    @Fafnir: Sie sind also für Flickschusterei statt Gesamtkonzept? Rumwurschteln ohne langfristige Perspektive? Beendigung der Bürgerbeteiligung?
    Haben Sie auch schon mal etwas vom Ausbau der Oberen Laube gehört? Den neuen Parkplätzen bei der Schänzle-Brücke? Vom Verkehrskonzept Wollmatingen? Vom städtebaulichen Ideenwettbewerb Döbele? Von den 38 Direktprojekten zur Mobilität, die das Baudezernat auf den Weg gebracht hat (siehe oben im Text)?

  3. Wolfgang Becker
    2. Juli 2013 at 07:02 #

    Schade ist nur, dass vorhandenes Fachwissen von Bürger bzw. Bürgerinnen aus der Stadt nicht bei der Klausur miteinbezogen wurde.

    Dabei meine ich nicht die Teilnahme an den Foren,
    wo für Konzeptvorstellungen keine Zeit gegeben wurde.
    Nur Stichworte konnte man auf Karten schreiben.

    Gemeinderäte sind Politiker selten Fachleute.

    Das das Fachwissen im Bereich Mobilität in der Stadtverwaltung nicht groß ist, zeigt ja die Tatsache, dass eine externe Stelle eingeschaltet wurde, was ja ok ist.

    Nicht ok finde ich,
    dass unsere Stadt-Konstanz Politiker sich seit Jahren scheuen,
    die Diskussion über die Frage
    „wie denn der Verkehr in der Altstadt in Zukunft sein soll“
    zu führen.

    Hierfür ist nicht der Masterplan Mobilität notwendig.
    Es geht um die einfache Frage:
    Verkehr ja oder Verkehr nein, also von der Altstadt fern halten.

    Anstelle der Diskussion werden Fakten geschaffen und Parkhäuser für Pkws genehmigt.
    Ist nicht bekannt, dass Pakhäuser für Pkws , wie der Hohnig für Bienen sind?
    Beide ziehen ihre Konsumenten an.

    Vieleicht hilft da ja der Wahlkampf zum Gemeinderat in 2014 ( Mai2014).

  4. Wolfgang Becker
    2. Juli 2013 at 07:06 #

    Oh da ist mir ein Fehler unterlaufen.

    Ich schrieb

    falscherweise Hohnig aber das schreibt man doch so Honig

    Bitte Waltraud Kaesser, korrigieres es.

    Danke und Gruß aus Ddf

    Wolfgang

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