Modernes Heimatstück Konstanz Identity nur noch an zwei Abenden

Eigenproduktion des Jugend- und Tanzclubs junges theater konstanz begeistert – Beifallsstürme nach dem Stück

Konstanz. Sie haben das Lebensgefühl der jungen Konstanzerinnen und Konstanzer getroffen. „Konstanz wird laut!“, schreien sie auf der Bühne. Jugendliche und junge Erwachsene haben ihre Stadt auf die Bühne gebracht. Herausgekommen ist eine Collage, die auch ein Bekenntnis zu Konstanz ist. Der Jugend- und Tanzclub junges theater konstanz hat nach 9/11 im vergangenen Jahr wieder ein Ausrufezeichen gesetzt.

Konstanz gehört auch jungen Konstanzern

Es soll niemand sagen, die Jugend sei nicht politisch. Vielleicht engagieren sich junge Erwachsene heute nicht mehr in politischen Parteien oder kommen zu Hinterzimmerveranstaltungen. Sie tanzen ihre Gefühle und schreien sie auf der Bühne hinaus. Ihre Stadt sehen sie durchaus kritisch aber sie machen Vorschläge, wie sie sie verändern möchten. Sie fordern zum Beispiel öffentlichen Raum. Die Hauptbotschaft von Konstanz Identity könnte heißen: Die Stadt gehört nicht den Erwachsenen allein. Auch die jungen Konstanzer betrachten Konstanz als ihre Heimat.

Jungen Konstanzer mögen ihre Stadt

Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, Tänzerinnen und Tänzer haben in einer Collage aus Tanzeinlagen, Sprechtexten und großen Szenen regelrecht hinaus geschrien, wie sie ihre Stadt erleben, haben ihre Träume, Hoffnungen und Kritik auf die Bühne des Konstanzer Stadttheaters gebracht. Die jungen Konstanzer haben am Stück von Anfang an mitgearbeitet, recherchiert und Texte gesammelt. Sie erzählten davon, wie sie sich hier in Watte gepackt fühlen, dass es auch ein Konstanz ganz unten gibt, sie berichten von Verlogenheit und Spießigkeit. Sie erzählten aber auch vom See, von jenem lässigen Lebensgefühl und der relaxten Stadt. Trotz des kritischen Blicks auf die mittelalterliche Stadt mit ihrem Konzil zeigte Konstanzer Identity wie sehr sich die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer doch emotional mit ihrer Stadt verbunden fühlen.

Großartige Leistung des jungen Ensembles

Zum Schluss nannten sie ihre Namen: Anna Bartlau, Laura Bercher, Jasmin Boulachab, Theodora Brad, Clelia Castellucci, Celia Diaz, Malina Epp, Anna Eich, Lisa Funk, Linda Gaber, Theresa Greiner, Hanna Hauss, Olivia Helmlinger, Helena Hieke, Carla Krehl, Laura Lander, Janina Mau, Sarah Merkler, Karen Moreno, Jessica Müller, Laura Nottenkämper, Lilith Paluch, Sarah Pfundstein, Naomi Pietros, Caterina Quintini, Ariana Richter, Elina Schafheitle, Claudia Schlutius, Johanna Schneider, Kerstin Schöneich, Julia Schröder, Julia Schwarzer, Julia Sethe, Leona Strakerjahn, Celina Tasdelen, Farah Wind; Luca Carrillo, Jonas Eckert,  Alexander Fray, Jan Gsell, Cornelius Heisel, Julian Jäckel, Maximilian Kelm, Fabiano Lorusso, Levin Wächtler und Lukas Wiehler.

Der Stoff von Konstanz Identity

In Konstanz am Bodensee ist die Welt noch in Ordnung. Die Stadt birgt tatsächlich auf den ersten Blick nichts als zufriedene Einwohner inmitten historischer Gebäude und umgeben von einem malerischen Bergpanorama. Die Jugendlichen zappeln zur Fischerin vom Bodensee über die Bühne. 47 Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren haben sich in dieser Spielzeit die Frage gestellt, inwiefern diese Bodensee-Idylle der Wahrheit entspricht. Gleich zweimal schreien sie hinaus, wie es war am Fastnachtssonntag, als Neonazis im Umzug mitmarschierten und 2.000 Leute zugesehen haben. Interviews mit Konstanzern Bürgerinnen und Bürgern, Geschichtsrecherche und persönliche Erfahrungen der Jugendlichen sind die Basis, auf der der Jugend- und Tanzclubs das Stück entwickelt hat. Zusammen haben die Jugendlichen sich auf die Suche nach dunklen Seiten von Konstanz begeben und sind teils in der Geschichte, teils in der Gegenwart fündig geworden.

Mitwirkende

Regie führt Sarit Streicher. Mit dabei waren auf der Bühne auch Johannes Merz und Caro Mendelski. Joachim Steiner zeichnet für die Ausstattung verantwortlich. Tanja Jäckel, Ingrid Bergmann-Wittig sind für die Tanzchoreografie zuständig und Caroline Gutheil für die Dramaturgie. Die Jugendlichen haben durch beachtliche sprecherische, schauspielerische und tänzerische Leistungen überzeugt. Am Ende sind sie am Montagabend alle durch stehende Ovationen belohnt worden. Immer wieder kamen die Jugendlichen auf die Bühne zurück.

Prädikat: Empfehlenswert. Noch zwei Vorstellungen gibt es, am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Mai, jeweils um 20 Uhr im Stadttheater Konstanz.

Foto: Bjørn Jansen  Theater Konstanz

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