Nach dem Altstadtbrand: Konstanz lebt mit Einschränkungen

Pavillon auf dem Augustinerplatz für ausgebrannten Ladenbesitzer – Baukran vor dem Barbarossa

Konstanz. Voraussichtlich bis 2012 ist in der Konstanzer Altstadt nicht mehr viel wie es vor dem verheerenden Altstadtbrand gewesen ist. Schwarze Löcher klaffen noch und verkohlte Trümmer müssen in den kommenden Wochen Schicht für Schicht abgetragen werden. Fußgänger werden an der Brandstelle vorbei geschleust. Vor dem Hotel Barbarossa wird lange Zeit ein Baukran stehen und auf dem Augustinerplatz könnte eine Notunterkunft für das vom Brand betroffene Optikergeschäft aufgebaut werden.

Zusammenrücken auf dem Augustinerplatz

„Wie geht es weiter?“, diese Frage stellte Oberbürgermeister Horst Frank am Donnerstag vor dem Gemeinderat. Existenzen sind gefährdet. Für den Oberbürgermeister steht fest: Die Stadt muss zusammenstehen und helfen, bis die beim Altstadtbrand beschädigten und das zerstörte Haus wieder aufgebaut sind . Wirtschaftsförderung und IHK haben sich um Lösungen bemüht, so der OB. Leer stehende Ladenflächen gibt es in der Innenstadt aber nicht. Bis die beschädigten und zerstörten Gebäude wieder aufgebaut sind, soll das obdachlos gewordene Brilen-Geschäft deshalb in ein Provisorium ziehen. Ein Pavillon könnte bis Mitte oder Ende 2012 auf dem Augustinerplatz stehen. Das noch leerstehende ehemalige Woolworth Gebäude komme nicht in Frage, sagte Horst Frank. Das Gebäude sei keine Alternative, da es bereits konkrete Pläne für die weitere Nutzung gebe. Auf dem Augustinerplatz werde es eng werden, so der OB. „Alle müssen zusammenrücken.“ Einschränkungen gibt es nach Fasnacht, für den Narrenmarkt und zum Beispiel auch für das Suser-Fest.

Baukran statt Außengastronomie am Obermarkt

Unklar ist auch wie viel Außengastronomie in diesem Sommer im Barbarossa möglich ist. Der Platz vor dem Hotel sei der einzige, der als Standort eines Baukrans in Frage komme. In den kommenden Wochen, auch über die Fasnacht, wird er zwar noch nicht dort stehen, wegen der Absperrungen ist die Ecke Obermarkt, Kanzlei- und Hussenstraße aber ein Nadelöhr. Menschenmassen müssen an der Baustelle vorbeigeführt werden. Stadträtin Dorothee Jacobs-Krahnen (FGL) sagte, dass sie Fasnachtsveranstaltungen am Obermarkt kritisch sehe, da Fluchtwege fehlten. Der OB erklärte, das Bürgeramt befasse sich mit der Sache. Ausgeschlossen ist es, dass der traditionelle Fasnachtsumzug durch die Altstadt an der Brandstelle vorbei führt. Mitte Februar sollen die Eigentümer mit dem Abtragen der Trümmer ihrer Häuser beginnen können. Ein Baum am Obermarkt soll in der Bauzeit verpflanzt und später wieder an seinen Standort zurück kehren. Auch viele Anwohner rund um den Obermarkt sind von der Großbaustelle betroffen.  Mehr als einen Monat nach dem Feuer liegt noch immer Brandgeruch in der Luft.

Fotos: wak/ Stadt Konstanz

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