Nach Konstanzer Altstadtbrand: Oberbürgermeister spricht von großer Tragödie

Am ersten Weihnachtstag brannte Schuttberg erneut – Gefährdete historische Häuser abgestützt

Konstanz. Vier Tage nach dem Großbrand in der Konstanzer Altstadt hat sich Oberbürgermeister Horst Frank bei den Helfern bedankt. Er sprach von einer großen persönlichen Tragödie für die betroffenen Menschen. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte der Trümmerberg in der historischen Altstadt in Konstanz erneut gebrannt. Mittlerweile ist der Schwelbrand aber gelöscht. Weiterhin ist der Brandort in der Konstanzer Fußgängerzone abgesperrt. Noch immer ist schweres Gerät am Unglücksort zu sehen. Die beiden von Einsturz gefährdeten schwer beschädigten historischen Häuser sind abgestützt worden.

Schwelbrand am ersten Weihnachtsfeiertag

Am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertags hatte es nach Mitteilung der Konstanzer Feuerwehr erneut im Schuttberg des eingestürzten Hauses Hussenstraße 1 zu brennen begonnen. Die Feuerwehr hatte das Feuer unter Kontrolle. Allerdings behinderten der Schwelbrand und der Rauch die Sicherungsarbeiten und Abstützarbeiten des THW an den einsturzgefährdeten Häusern. Am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertags hatten Feuerwehrleute aus Singen die Kräfte der Führungsgruppe der Konstanzer Feuerwehr abgelöst. Begonnen haben am ersten Weihnachtsfeiertag auch erste Räumarbeiten durch die Firma Hämmerle. Auch am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags war der Brandort wieder hell erleuchtet. Für Fußgänger ist der Bereich um das eingestürzte Haus in der Hussenstraße 1 weiterhin nicht zugänglich.

OB spricht Beroffenen am zweiten Weihnachtstag Mitgefühl aus

Am zweiten Weihnachtsfeiertag schrieb der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank einen Dankesbrief an die Helfer. Frank schrieb: „Die Weihnachtstage waren für einige unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger erfüllt von Sorge.“ Frank wörtlich: „Durch den tragischen Brand in der Innenstadt haben einige Menschen nur das, was sie am Leib trugen, retten können. Die Gedanken von uns allen waren bei ihnen. Sie haben unser Mitgefühl.“ Weiter heißt es in dem Brief: „Andere haben im unermüdlichen Einsatz Tag und Nacht gearbeitet.“ Nachdem die Brandstelle gesichert ist, sei es Zeit zu danken, so der OB.

Hoher persönlicher Einsatz der Feuerwehrangehörigen

Er wandte sich zu aller erst an die Feuerwehrangehörigen: „Ich danke den Frauen und Männern der Feuerwehr, die mit großem persönlichen Einsatz die Menschen gerettet und die Ausweitung des Brandes verhindert haben.“ Weiter schrieb der OB: „Ich danke der Kreuzlinger Wehr, die sofort zu Hilfe geeilt ist. Ich danke den Feuerwehren des Landkreises, die unsere Feuerwehr unterstützten. Ich danke der Polizei, den Polizistinnen und Polizisten, die mitgeholfen haben und die Tag und Nacht die Brandstelle sicherten. Ich danke den Kräften des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes, die Hilfe leisteten und zur Versorgung bereit standen.“ Der OB weiter: „Ich danke den Männern und Frauen des Technischen Hilfswerkes (THW), die mit großer Kompetenz in tagelanger Arbeit alles gemacht haben, um die Mauern und Häuser zu sichern. Dank ihnen konnte ein weiterer Einsturz verhindert werden.“

Nachbarn unterstützen Einsatzkräfte

Der OB wandte sich aber auch an viele andere: „Ich danke allen Menschen, die in einer großen Welle der Hilfsbereitschaft Hilfe geleistet und angeboten haben. Ich danke allen Nachbarn und umliegenden Geschäften, die zum Beispiel Räume und Lebensmittel zur Verfügung gestellt haben.“ Weiter bedankte sich der Oberbürgermeister bei den Mitarbeitern der Konstanzer Stadtverwaltung. Er schrieb: „Ich danke den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die mitgeholfen haben, deren Erfahrung und Unterstützung wichtig war für THW und Feuerwehr, und die die Betroffenen versorgten.“

OB: Noch größere Katastrophe verhindert

„Der Brand ist eine große persönliche Tragödie für die Menschen, die betroffen sind. Durch das beherzte und schnelle Eingreifen der Männer und Frauen unserer Feuerwehr wurde eine größere Katastrophe verhindert“, so Horst Frank. Angesichts der örtlichen Verhältnisse mit jahrhundertealter Bausubstanz, mit ineinander verschachtelten und unübersichtlichen Bauten sei dies eine „herausragende Leistung“. Der OB stellte fest: „Wir, unsere Stadt, haben einen Teil unseres historischen Gedächtnisses verloren. Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ihr Heim verloren. Wir denken an sie und fühlen mit.“ Weiter versprach der OB den direkt Betroffenen weitere Hilfe: „Ich bin traurig, wie wir alle, bin aber auch wieder froh, dass keine Menschen zu Schaden kamen“, so der OB. „Wir werden die Betroffenen mit allem, was uns möglich ist, weiter unterstützen.“

Konstanzer Innenstadt teilweise für Lieferverkehr gesperrt

Aufgrund des Brandes und der Aufräumungsarbeiten in der Altstadt ist der Zulieferverkehr in dem betroffenen Teil der Fußgängerzone auch nach Weihnachten nur eingeschränkt möglich. Es gelten laut Stadtverwaltung folgende Regelungen: Aus Richtung Wessenbergstraße kann nur noch rechts in die Paradiesstraße abgebogen werden. Von der Marktstätte ist die Zufahrt nur noch bis zum Kaiserbrunnen möglich, die Einfahrt in die Kanzleistraße ist gesperrt, die Rosgartenstraße ist geöffnet. Die Befahrung der Neugasse und der südlichen Hussenstrasse ist möglich. Verboten ist dagegen die Einfahrt ab dem Knoten Neugasse/Hussenstraße in die nördliche Hussenstrasse und die Einfahrt von der Hieronymusgasse in die Hussenstraße. Die Neugasse, die Marktstätte und die Hieronymusgasse werden als Sackgasse ausgeschildert. Die Häuser Hussenstrasse 1, 3 und 5 sowie Kanzleistraße 17 und 19 erhalten einen Bauzaun mit rund zwei Meter Durchgang ausschließlich für Fußgänger. Das Bürgeramt bat am zweiten Weihnachtsfeiertag wegen der Einschränkungen um Verständnis.

Brandursache noch nicht endgültig klar

Die Ursache des Großfeuers ist noch nicht abschließend geklärt. Wie die Polizei bereits am Tag vor Heiligabend mitgeteilt hatte, könnte ein Adventskranz im Treppenhaus des eingestürzten Hauses Hussenstraße 1 den Brand ausgelöst haben. Die Flammen breiteten sich mutmaßlich schnell durch das  Treppenhaus aus und griffen auf den Dachstuhl über. Das historische Gebäude stürzte später in sich zusammen. Zudem wurden zwei benachbarte Wohn- und Geschäftshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert in Mitleidenschaft gezogen. Mittlerweile konnten die Häuser teilweise wieder betreten werden.

Spendenkonto: Hilfe für Betroffene

Groß ist offenbar auch die Spendenbereitschaft.  Wer helfen möchte, kann es mit einer Einzahlung auf eine Konto des Malteser Hilfsdienst eV tun: Volksbank Freiburg, BLZ 680 900 00, Konto Nummer 57 20 915, Stichwort: Brand Konstanz. Bei Sachspenden bitte Kontakt aufnehmen unter Telefonnummer 07531/81 040 (8-14 Uhr) oder eMail Einsatzzentrale-Feuerwehr@stadt.konstanz.de.

Foto: wak

Ein Kommentar to “Nach Konstanzer Altstadtbrand: Oberbürgermeister spricht von großer Tragödie”

  1. Ulrich
    31. Dezember 2010 at 17:22 #

    Sachspenden- Aufrufe und -Abgabestellen kann man jetzt anscheinend auch auf sachspenden.cc eintragen!

    Alles Gute! Ulrich

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