Nach Nycomed-Übernahme: OB wirbt für Konstanz

OB Horst Frank hofft, dass Konstanz Forschungs- und Entwicklungsstandort des neuen Eigentürmers bleibt

Konstanz. Oberbürgermeister Horst Frank hofft, dass Konstanz auch nach der Übernahme von Nycomed durch Japans größten Pharmakonzern Takeda Forschungs- und Entwicklungsstandort des neuen Eigentürmers bleibt: Am Donnerstagmittag erklärte der OB Frank, dass er so schnell wie möglich Kontakt mit der neuen Geschäftsleitung und dem Betriebsrat aufnehmen wolle. Welche Auswirkungen der Verkauf auf die Stadt habe, lasse sich aktuell noch nicht sagen. Klar machte der OB : Sollten die Arbeitsplätze in Konstanz wegfallen, liegt es nicht am Standort Konstanz, der Life Science Unternehmen hervorragende Voraussetzungen von der Kinderbetreuung bis zu den Hochschulen biete. Und für Nycomed hat die Stadt schon immer gern sogar noch ein bisschen mehr getan.

OB wirbt für seine Stadt

„Konstanz ist der größte Forschungs- und Entwicklungsstandort von Nycomed. Die Konstanzer Forscher haben den Blockbuster Pantoprazol entwickelt. An diese Leistung knüpfen die Wissenschaftler mit dem Lungenpräparat Daxas dank der engagierten Vertriebsmannschaft an. Solche Erfolge kommen nicht zufällig zustande, sondern sprechen sowohl für die Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Konstanz als exzellenten Forschungsstandort“, so der OB. Die Übernahme verbindet OB Frank deshalb zugleich mit Erwartungen an ein Bekenntnis von Takeda zum Forschungsstandort Konstanz.

Wissenschaft und Forschung als Premiummarke

Optimistisch stimmen OB Frank dabei die exzellenten Rahmenbedingungen, die Konstanz im Bereich der Spitzenforschung bietet. Der hohe Standard spiegle sich in der internationalen Anerkennung wieder: „Wissenschaft und Forschung als Premiummarke – diese Auszeichnung hat sich die Stadt in nur wenigen Jahren in Zusammenarbeit mit den Hochschulen, zahlreichen Instituten und Unternehmen durch ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Angeboten erarbeitet“.

So sei die Stadt seit langem führender Bildungs- und Wissenschaftsstandort in der Region. Mit Universität und Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) verfüge Konstanz über zwei renommierte Bildungseinrichtungen von gutem Ruf. Die Universität Konstanz ist Exzellenzuniversität und genieße internationale Anerkennung. Die HTWG stelle mit ihrer praxisorientierten Lehre, angewandter Forschung und Technologietransfer eine wesentliche Quelle für die wirtschaftliche Entwicklung der Region dar. Als Wirtschaftsstandort setze die Stadt Konstanz vor allem auf den Faktor „Innovation durch Investition in den Bereichen Forschung und Entwicklung“.

Führender Life Science-Standort am See

Die Stadt Konstanz sieht sich als der führende Life Science-Standort am Bodensee, bezogen auf die hochqualifizierten Arbeitsplätze in Forschung, Entwicklung und Produktion. „Die vorhandenen Netzwerke im Life Science-Bereich bieten ein starkes Fundament für den Ausbau der Bio- und Pharmabranche“, betont OB Frank, der so schnell wie möglich Kontakt mit der neuen Geschäftsleitung und dem Betriebsrat aufnehmen will, um die Konsequenzen des Verkaufs zu analysieren. Der Oberbürgermeister versichert, jegliches Engagement für Nycomed Konstanz stärken zu wollen. Der Zeitpunkt, um Aussagen über die möglichen finanziellen Auswirkungen auf die Stadt zu treffen, sei allerdings noch zu früh.

Gut für Familien

Der Wirtschaftsstandort Konstanz profitiere von einer ausgewogenen Wirtschaftsstruktur und guten Rahmenbedingungen für die Familien. Konstanz gilt heute als besonders familienfreundliche Stadt der kurzen Wege, in der sich Arbeiten und Leben gut verbinden lassen. Ein wichtiger Baustein ist das kommunale Förderprogramm für Familien. Das Programm unterstützt (junge) Familien mit Kindern und Alleinerziehende mit Kindern beim Kauf oder bei der Bestellung von neuen Erbbaurechten an städtischen und spitälischen Baugrundstücken für so genannte Familienheime (Einzel-, Doppel- oder Reihenhäuser) durch Zuschüsse mit bis zu 28.000 Euro pro Familie.

Betreuungsmöglichkeiten für Kinder

In den letzten Jahren hat sich die Stadt in den Angeboten für Kinder sehr engagiert. Seit 2007 werden in Konstanz 16,9 Millionen Euro in die Tagesbetreuung von Kindern investiert bzw. eingeplant. Die Stadt kann heute die zweitbeste Versorgung für Kinder unter drei Jahren in Baden-Württemberg anbieten. Bis 2013 entstehen weitere 100 Krippenplätze und 180 Ganztagesplätze.

Investitionen in Bildung

Um die Rahmenbedingungen für Bildung stetig zu verbessern, investiert die Stadt Konstanz fortlaufend in die Modernisierung und den Ausbau der Tages-, Schul- und Sporteinrichtungen. Davon profitieren alle Bildungseinrichtungen gleichermaßen – ob der Bildungsweg nun vom Kindergarten, der Grundschule oder einer sonderpädagogischen Einrichtung über eine Haupt- oder Werkrealschule, das Gymnasium oder eine private Schule in die Ausbildung oder an eine Hochschule führe. Die Bedeutung des Bildungsbereiches schlägt sich deutlich im Doppelhaushalt 2011/2012 nieder. So bilden neben Sanierungsmaßnahmen die Bereiche Schulen (6,3 Millionen Euro) sowie der Ausbau der Kindergärten und die Betreuung für unter Dreijährige (5,7 Millionen Euro) die Investitionsschwerpunkte Doppelhaushalt 2011/2012. Seit 2005 hat die Stadt Konstanz insgesamt 28,4 Millionen Euro im Schulbaubereich investiert. Bis zum Jahr 2016 sind es weitere rund 49 Millionen Euro. Hinzu kommen laufende Kosten von jährlich 15,5 Millionen Euro.

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