Nach Tod einer 10-Jährigen steht Großmutter der Freundin vor Gericht in Konstanz

Staatsanwaltschaft Konstanz erhebt Anklage gegen 62-Jährige wegen fahrlässiger Tötung – Kind starb an Methadonvergiftung

Konstanz. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen eine 62-jährige Frau aus Konstanz vor dem Schwurgericht des Landgerichts Konstanz erhoben. Die Freundin der Enkelin der Frau starb im vergangenen Sommer nach einem Übernachtungsbesuch an einer Methadonvergiftung. Das teilte die Staatsanwaltschaft Konstanz mit.

10-Jährige starb nach Übernachtungsbesuch

Der Angeschuldigten werde vorgeworfen, in der Nacht vom 10. auf den 11. August 2011 fahrlässig den Tod der Freundin ihrer Enkelin verursacht zu haben. Die Enkelin hatte die Großmutter zusammen mit der Freundin am 10. August vergangenen Jahres besucht und bei der Großmutter übernachtet. In der Nacht litt die Freundin unter starkem Husten. Die 62-Jährige habe daraufhin entweder der Freundin der Enkelin das Betäubungsmittel Polamidon (eine Methadonzubereitung) gegeben, um deren Husten zu lindern. Oder sie habe in ihrer Wohnung das Betäubungsmittel Polamidon, wie die Staatsanwaltschaft schreibt, „pflichtwidrig in großen Mengen frei zugänglich und unverschlossen“ aufbewahrt, so dass das Kind das Betäubungsmittel aus Versehen oder als „Medizin“ selbst genommen haben könnte. Das Kind starb am 12. August 2011 an den Folgen einer Methadonvergiftung. Die wegen Drogendelikten vielfach vorbestrafte Angeschuldigte werde, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, seit mehreren Jahren mit Polamidon substituiert.

Der Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

(Zunächst hatte es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft irrtümlich geheißen, dass die Frau den Tod ihrer Enkelin verursacht hatte. Die Staatsanwaltschaft rief diese Mitteilung zurück. d.R.)

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.