Nachricht zum Tag des Waldes: Der Luchs ist zurück in Baden-Würtemberg

Minister Alexander Bonde

Minister Alexander BondeKonstanz/Stuttgart. Heute am Tag des Waldes gibt es gute Nachrichten aus der Tierwelt. Der Luchs ist zurück. Das sagte Landwirtschaftsminister Alexander Bonde gestern in Stuttgart. Auch in Baden-Württemberg kämpfen Naturschützer und die grün-rote Regierung für die Rettung bedrohter Arten und deren Rückkehr. Am vergangenen Samstag war der Minister in ähnlicher Mission noch am westlichen Bodensee unterwegs. Hier ging es allerdings nicht um Luchse, sondern um Vögel, Frösche und Libellen.

Wald wieder Heimat seltener Wildtiere

„Ein Autofahrer hat Mitte März im östlichen Südschwarzwald einen Luchs gesehen und fotografiert. Unsere Fachleute haben die Bilder geprüft und eindeutig einen in Freiheit lebenden Luchs bestätigt. Wir haben damit seit sechs Jahren den ersten sicheren Nachweis für diese streng geschützte und scheue Katzenart in Baden-Württemberg. Diese erfreuliche Nachricht zeigt, dass der Wald auch für seltene Wildtiere wieder zur Heimat wird. Dazu trägt nicht nur die zunehmend an der Natur orientierte Waldbewirtschaftung bei, die geeignete Lebensräume für eine breite Artenvielfalt schafft und erhält. Mit dem Generalwildwegeplan und mit einer angepassten Waldwirtschaft verfolgen wir unter anderem das Ziel, dem Luchs großräumige Wanderbewegungen zu ermöglichen“, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde am Mittwoch in Stuttgart im Vorfeld zum Tag des Waldes am 21. März.

Spurensuche geht weiter – aber vorsichtig

Die Luchsmeldung wurde in das landesweite Monitoring der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) aufgenommen. Über die Herkunft des aktuell nachgewiesenen Luchses gibt es bislang keine Informationen. „Unsere Expertinnen und Experten versuchen nun in aller gebotenen Vorsicht weitere Spuren des Luchses zu finden – beispielsweise Haare, die eine DNA-Analyse ermöglichen“, so Bonde. Die FVA sei dazu in enger Zusammenarbeit mit den Wildtierbeauftragten und der Jägerschaft vor Ort. Über DNA-Proben könne ermittelt werden, ob es sich um die Zuwanderung eines Tieres aus den schweizerischen Populationen, dem Bayerischen Wald oder aus den Vogesen handelt. Da Luchse in kurzer Zeit große Distanzen zurücklegen könnten, sei eine Zuwanderung aus allen diesen Regionen möglich. „Um diese Fragen beantworten zu können, ist es besonders wichtig, dass alle Spuren gemeldet werden. Genauso wichtig ist, dass der Luchs dabei nicht selbst zum Gejagten wird. Deswegen bitte ich Waldbesucher um Zurückhaltung“, sagte Bonde. Alle an die FVA gemeldeten Beobachtungen würden dort bewertet und mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Luchs abgestimmt.

Verbände begrüßen Neuankömmling

„Zugewanderte Luchse sind uns jederzeit willkommen. Deswegen übernimmt der Landesjagdverband gerne die Patenschaft für den Neuankömmling“, sagte Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle. Der Landesjagdverband bittet seine Mitglieder um die schnelle Meldung von Fährten, Rissen oder Sichtungen an die FVA. „Der Luchs ist ein Ureinwohner unseres Landes und gehört zum Schwarzwald wie Feldberg und Hornisgrinde. Wir freuen uns, dass zumindest einzelne Tiere wieder durch unsere Wälder streifen und auf ihren angestammten Platz in der Natur zurückkehren“, zeigte sich der Vorsitzende des Naturschutzbundes Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, erfreut. Peter Willmann, Vorstand der Luchs-Initiative Baden-Württemberg, ergänzte: „Baden-Württemberg bietet für den Luchs ideale Voraussetzungen. Nun liegt es an uns, ihm seinen Platz in der Natur zuzugestehen und seine Rückkehr zu ermöglichen.“

Luchs neben Straße

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