Nein-zu-Klein-Venedig gibt den Ton an

Bürgerinitiative über Formen der Bürgerbeteiligung und Umgang mit Paul Amrod

Konstanz (wak) Die Bürgerinitiative „Nein-zu-Klein-Venedig“ konkretisiert und beschließt am kommenden Mittwoch, welche Vorschläge sie zur Finanzierung, zu Standortalternativen und Formen der Bürgerbeteiligung beim Bau eines Konzerthauses machen will. Diese Vorschläge könnten Grundlage für die Planung eines Konzerthauses sein, erklärte die Bürgerinitiative. Außerdem soll es beim Treffen am Mittwoch um Perspektiven für eine Sanierung und stadtverträgliche Entwicklung von Klein-Venedig gehen. Weiter kündigte die Bürgerinitiative an, Fragen nach dem städtischen Kulturkonzept, speziell nach dem Selbstverständnis der Philharmonie nach „der Brüskierung von Paul Amrod“ zu stellen.

Frank und Boldt warten auf Vorschläge

Sowohl OB Horst Frank als auch BM Claus Boldt hätten in den letzten Tagen ihr Interesse an den Vorschlägen der Initiative bekundet, erklärte die Bürgerinitiative und zitiert OB Horst Frank, der sich im Anzeigenblatt E1NS geäußert hatte („freue mich schon jetzt über die angekündigten Angebote und Vorschläge“). Kulturbürgermeister Claus Boldt hatte in einem Schreiben an den Sprecher der Initiative, Günther Schäfer, geschrieben: „Ich würde mich freuen, wenn Sie bzw. Ihre Initiative der Verwaltung Vorschläge unterbreiten würden“.

Initiative konkretisiert ihre Ideen

„Damit scheint nun in der Verwaltung die Enttäuschung über das Bürgervotum abgeflaut zu sein und erste Bereitschaft zu entstehen, sich ernsthaft mit den Vorschlägen der Initiative auseinanderzusetzen“, erklärte dazu Günther Schäfer, Sprecher von „Nein-zu-Klein-Venedig“. Während der Osterferien hätten die Sprecher der Initiative ihre bereits am Abstimmungsabend vorgelegten Vorschläge weiter konkretisiert und würden diese nach öffentlicher Diskussion der Stadtverwaltung und den Gemeinderatsfraktionen vorlegen.

Finanzierung nach Einschätzung der Initiative hoch problematisch

Ein besonderer Schwerpunkt werde dabei auf dem Thema Finanzierung liegen, da das Regierungspräsidium in seiner Stellungnahme zum Nachtragshaushalt der Stadt Konstanz vom 24.3.2010 bereits angekündigt hatte, dass die vom Gemeinderat beschlossenen Schuldensteigerung für die Jahre 2011 folgende auf das 2,5-fache des aktuellen Niveaus, nicht genehmigungsfähig sei, so die Bürgerinitiative.

Frage nach der Zukunft von Klein-Venedig

Des weiteren werdenam Mittwochabend folgende Themen besprochen: notwendige Sanierung der Deponie auf Klein-Venedig, künftige Nutzungs- und Entwicklungspotentiale der Fest- und Freifläche, regionale und grenzüberschreitende Kooperationen (mit Kreuzlingen, Singen, Friedrichshafen u.a.), Nutzung und Vermarktung der vorhandenen Säle und Hallen (nicht nur des Konzilsgebäudes), rechtsrheinische Standorte für ein Konzerthaus, der Umgang der Philharmonie mit dem Musiker Paul Amrod.

Hintergrund zum Fall Paul Amrod

Wie bereits berichtet, hatte sich Amrod öffentlich darüber beklagt, dass die Südwestdeutsche Philharmonie derzeit kein gemeinsames Projekt mit ihm planen wolle. Der Intendant des Orchesters hatte gegenüber See-Online erklärt, ausschlaggebend seien ausschließlich künstlerische Gründe gewesen. Riem sprach aber auch von einem „falschen Zeitpunkt“. Riem sagte, dass nach dem Bürgerentscheid wohl auch kein guter Zeitpunkt wäre für ein großes Geschäft zwischen der Stahringer Streuobstmosterei und den Edeka Frischemärkten, unterstellte Riem. Der Grund: Günther Schäfer hatte sich als Sprecher in der Bürgerinitiative „Nein-zu-Klein-Venedig“ engagiert und Jürgen Norbert Baur, Inhaber der Edeka Frischemärkte Baur und Vorsitzender des Treffpunkts Konstanz, hatte sich als Befürworter in der Initiative „Konstanz gibt den Ton an“ exponiert. Paul Amrod, der gelegentlich Projekt bezogen mit der Südwestdeutschen Philharmonie oder dem Konstanzer Stadttheater zusammenarbeitet, hatte sich wie Schäfer und auch einige andere Musiker solidarisch mit den Gegnern eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig erklärt, während Florian Riem und sein Orchester  seit Jahren für eine Konzerthalle in Konstanz kämpfen.

Ortswechsel: Treffpunkt „Barbarossa“

Am Mittwoch, 14. April, trifft sich die Initiative „Nein zu Klein-Venedig“ im Hotel Barbarossa am Obermarkt zu einem weiteren öffentlichen Arbeitstreffen, zu dem auch die Medien und alle Interessierten eingeladen sind und bei dem es um diese Vorschläge gehen soll. Das letzte Treffen fand am Mittwoch nach dem Bürgerentscheid im Hotel Graf Zeppelin statt. Los geht’s dieses Mal um um 19.30 Uhr.

Mehr zum Thema Paul Amrod unter

http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/04/08/philharmonie-intendant-„tur-fur-paul-amrod-nicht-zu“/

Foto: Knipser5 PIXELIO

www.pixelio.de

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