„Nein-zu-Klein-Venedig“-Logo zweckentfremdet

Bürgerinitiative „Strahlungsarmes Leben“ in Litzelstetten imitiert „Nein-zu-Klein-Venedig“

Konstanz. Die Bürgerinitiative „Strahlungsarmes Leben“ in Litzelstetten hat das Logo der erfolgreichen Konstanzer Bürgerinitiative „Nein-zu-Klein-Venedig“, die im März vergangenen Jahres den Bau eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein-Venedig verhinderte, zweckentfremdet. Davon,  dass die Initiative der Anti-Mobilfunk-Initiative das Logo überlassen haben könnte, wusste zumindest der Sprecher der ehemaligen Initiative, Günther Schäfer, nichts. Trotzdem hängt das Plakat der Mobilfunkgegner mit dem pinkfarbenen Logo aktuell in Litzelstetten gegenüber des Hotels „Viva“.

Logo einer erfolgreichen Bürgerinitiative

Hinter der erfolgreichen Bürgerintiative „Nein-zu-Klein-Venedig“ stand vor einem Jahr noch ein großer Teil der Konstanzer Bevölkerung. Sonst hätten die Konstanzer im März vergangenen Jahres kaum mit so großer Mehrheit das Projekt eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig abgelehnt. Auf rund 20.800 Stimmen brachten es die Gegner des Vorhabens damals. Damit kamen sie auf 65,7 Prozent oder fast zwei Drittel der abgegebenen Stimmen. Die Kampagne der Bürgerinitiative war also äußerst erfolgreich.

Pinkfarbenes Nein-zu-Kein-Venedig

Grafikdesignerin Susanne Fuellhaas hatte im Auftrag der Initiative das Logo mit pinkfarbenem Nein entworfen. Auf einem Weblog mit dem Logo informierte die Bürgerintiative damals die Konstanzer. Aktuell steht die Seite noch immer im Netz.  Sie könnte in Zukunft eine Art „Gläsernes Rathaus“ oder sogar eine Art lokales Wikileaks werden.

Bürgerinitiative bemächtigt sich des Logos

Die Mobilfunkgegner und Sendeanlagenverhinderer in Litzelstetten hingegen vertreten die Meinung einer kleinen Gruppe und die Sonderinteressen von Mobilfunkgegnern, die sich offenbar gern mit den Federn der erfolgreichen Bürgerinitiative schmücken.

Ex-Sprecher Schäfer: Keine Erlaubnis erteilt

Ex-Bürgerinitiativen-Sprecher Günther Schäfer sagte: „Erlaubt hat’s ihnen niemand.“ Für ihn sei es aber nicht überraschend, dass Embleme kopiert würden. Die Initiative habe das Logo gekauft. Ein Aufreger ist die Zweckentfremdung des Logos aus Sicht Schäfers offenbar nicht. Er sagte aber auch, er würde es niemandem überlassen. Einen Prozess werde er deswegen nicht anstrengen, so Schäfer. Das Logo sei untrennbar mit einer bestimmten historischen Situation, mit der Ablehnung eines Konzert- und Kongresszentrums, dem „Nein-zu-Klein-Venedig“, verbunden. Nicht auf sich beruhen lassen möchte die Verwendung des Logos Bernd Sonneck, Mitglied der früheren Bürgerinitiative und verantwortlich für die Redaktion auf der Website. Er schrieb in der Sache eine Mail an seine ehemaligen Mitstreiter. Die Litzelstetter Mobilfunkgegner missbrauchen demnach das Logo. Grafikdesignerin Susanne Fuellhaas haben wir leider am Mittwoch und am Feiertag telefonisch nicht für eine Stellungsnahme erreicht. Wer presserechtlich für die Übernahme des Logos verantwortlich ist, geht aus dem Plakat der Mobilfunkgegner nicht hervor.

3 Kommentare to “„Nein-zu-Klein-Venedig“-Logo zweckentfremdet”

  1. Thomas Heidrich
    7. Januar 2011 at 10:28 #

    Wo soll denn da ein Sendemast hin?

  2. Kontrolleur
    8. Januar 2011 at 22:42 #

    Bezeichnend für den Niedergang unseres Landes. „Gefühl“ toppt Vernunft. Fett und wohlstandsfaul geworden, erlauben wir uns eine Technologiefeindlichkeit, über die das Ausland nur den Kopf schüttelt. Deutschland und Europa versinken in der Bedeutungslosigkeit angesichts des Bevölkerungsschwundes und angsichts der mangelhaften oder gar nicht mehr stattfindenden Ausbildung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern.
    Nein zu Sendemasten, Nein zu Infrastrukurprojekten, Nein zur Wirtschaft, Nein zu Fortschritt und Technologie, Nein zu neuen Chancen. Nein, Nein, Nein! Wie ein kleines Kind, das überfordert ist. Mutlos sind wir, aber stolz auf grüne Lebensentwürfe und Genderforschungsinstitute!

  3. Logo-Probleme?
    9. Januar 2011 at 12:58 #

    Unter den Stichworten „free logo templates“ sollte eigentlich jeder bei Google fündig werden bzw. eigene Vorstellungen entwickeln können. Käufliche Logos dürften in der Preisklasse 20-40 USD liegen.

    Der Artikel überrascht etwas: wann wird „farbige Schrift“ schon zum geschützten Logo und Markenzeichen?
    Verwöhnt ist man bisher mit Angaben zu Lizenzen, Wünschen einer Linksetzung oder sonstigen Warnhinweisen worden.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.