Nein zu Standort Hafen Enge in Zürich

Konstanzer Bürgerinitiative Nein-zu-Klein-Venedig sieht Parallelen zu Zürich

Konstanz/Zürich (wak) Die Gegner eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig in Konstanz sehen ihre ablehnende Haltung gegenüber einem KKH-Standort auf Klein Venedig eine Woche nach dem Bürgerentscheid durch die aktuelle Debatte in Zürich neu bestätigt. Auch in Zürich geht es um den Standort für ein Kongresszentrum, das allerdings etwa 350 bis 500 Millionen Franken kosten könnte. Das in Konstanz durch einen Bürgerentscheid abgelehnte KKH sollte 48 bis 63 Millionen Euro Kosten.

Günther Schäfer bezieht sich auf Bericht der NZZ

„Experten in Zürich lehnen wie Bevölkerung in Konstanz Seeufer als Standort für Kongresszentrum ab“, so Günther Schäfer, ehemaliger Landtagsabgeordenter von Bündnis 90/Die Grünen und Sprecher der Initiative Nein-zu-Klein-Venedig. Der Erholungsraum für Bevölkerung sei auch in Zürich wichtiger. Schäfer beruft sich dabei auf einen Bericht der Neuen Züricher Zeitung NZZ vom vergangenen Wochenende.

Argumente in beiden Städten ähneln sich

„In ihrer Ausgabe vom 27.3.2010 (Anlage) berichtet die neue Züricher Zeitung über die Standortsuche für ein Kongresszentrum in Zürich. Auch dort wurde von der Bevölkerung ein Standort am See abgelehnt. Darauf wurde von der Stadtverwaltung vier alternative Standorte auf ihre Eignung geprüft“, so Schäfer. Auf ausdrücklichen Wunsch des dortigen Stadtrates sei wieder ein Standort am See mit dabei gewesen. „Über 40 Fachleute untersuchten dort die alternativen Standorte und haben mit weitgehend den gleichen Argumenten wie in Konstanz den Standort am See abgelehnt“, erklärte Schäfer.

Seefront in Zürich zu sehr beeinträchtigt

Hierzu die NZZ: „Kaum ein gutes Haar lässt die Studie am Standort Hafen Enge, der auf Wunsch des Gemeinderats einbezogen wurde. Wohl sei die Lage einmalig, sagte der Direktor des Amts für Städtebau, Patrick Gmür. Doch schränkten die Bestimmungen des Ufer- und Gewässerschutzes den Planungs-Spielraum stark ein. Ein Kongresszentrum würde zudem durch seine Grösse die Seefront zu sehr beeinträchtigen. Schliesslich wäre es nach Ansicht der Experten nicht sinnvoll, den Erholungsraum am See durch eine Kongressnutzung einzuschränken.“ . Und weiter: „Zu erwarten ist, dass der Stadtrat bis im Sommer entscheidet und mit dem Gemeinderat die Planung weiterführt. Dabei werden auch die Kosten des Ganzen ein Thema sein.“

Nachträgliche Kritik an Ausgaben für Planungskosten in Konstanz

„Dem Konstanzer Haushalt wären Planungskosten in Millionenhöhe erspart geblieben, wäre der Konstanzer Gemeinderat bereits beim ersten Bürgerentscheid den klaren Argumenten der Mehrheit gefolgt“, so Schäfer, der damit das Handeln der Mehrheit im Gemeinderat kritisierte. Einem KKH auf Klein Venedig erteilten die Konstanzer vor einer Woche bekanntlich eine klare Absage. In der Stadt am See, die sich ein eigenes sinfonisches Orchester leistet aber keinen geeigneten Konzertsaal besitzt, geht es seit der „Volksabstimmung“ wieder um den Bau eines Konzerthauses. In der vergangenen Woche hatte sich der Intendant der Südwestdeutschen Philharmonie, Florian Riem, bei einem Treffen der Initiative Nein-zu-Klein-Venedig flexibel gezeigt und offen, auch was den Standort eines Musikhauses angeht. Riem hatte wenige Tage nach dem Aus für das KKH gesagt, das Orchester brauche keinen Luxuskonzertsaal. Für seinen Dialog mit den KKH-Gegnern war Riem anschließend von ehemaligen offenbar unversöhnlichen KKH-Befürwortern heftig gescholten worden.

Foto: Manfred Walker PIXELIO

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Ein Kommentar to “Nein zu Standort Hafen Enge in Zürich”

  1. Fenedig
    29. März 2010 at 10:18 #

    Die Geldmetropole Zürich wird von einem mehrheitlich Links-Grünen Stadtrat regiert! Das jetzige Kongresshaus (1939 in einer Wirtschaftskrise erbaut!) steht zusammen mit der Tonhalle (1895) zentrumsnah an der Seepromenade (General-Guisan-Quai). Da hatten die Vorfahren planerisch schon richtig handelt, so wie es weltweit in anderen Städten am Wasser – von Sydney bis Hamburg – ebenso gemacht wurde und wird. 2008 scheiterte in Zürich ein Neubau an der alten Stelle einerseits durch die nicht überzeugende Architektur (Moreno), andererseits steht das derzeitige Bau-Ensemble zum Teil unter Denkmalschutz (Die Tonhalle ist berühmt durch ihre Akustik). Zürich wird weiterhin einen Stadort in Seenähe bevorzugen. Die Grossstadt lässt sich mit Konstanz jedoch nur bedingt vergleichen: Das dortige Projekt ist fünf bis acht mal grösser! Das Konstanzer Haus wäre zudem im Gegensatz zur Planung in Zürich-Enge weit hinter der Seekante entstanden, hätte die Seefront also nur marginal beeinträchtigt und es wäre genügend „Erholungsraum am See“ verblieben. Heute existiert da nur ein Sondernutzungs-Kiesplatz. Das alles weiss auch Herr Schäfer. Und von einem „Luxuskonzertsaal“ hat in Konstanz noch nie jemand gesprochen, wie eine ominöse Stellungsname von Philharmonie-Intendant Riem zu suggerieren beliebt. Man sollte die Dinge im Nachhinein nicht verdrehen.

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