Neue Arbeiten von Hans Jörg Glattfelder in der Konstanzer Galerie Geiger

Komplexe Raumerfahrung in kleinen Ausstellungsräumen – Vernissage am Samstagabend

Konstanz. Die Schweizer kommen. Am Samstag bleiben die Einkaufstouristen aber nicht unter sich. Sie bringen aus Zürich Hans Jörg Glattfelder mit. Neueste Arbeiten des Künstlers Hans Jörg Glattfelder sind in der Galerie Geiger am Konstanzer Fischmarkt zu sehen. Vernissage ist am Samstagabend um 19 Uhr. Der Schweizer Künstler ist anwesend.

Konstruktiv-konkret

Hans Jörg Glattfelder, der 1939 in Zürich geboren wurde, gehört heute zu den bekanntesten Vertretern der konstruktiv-konkreten Kunst in Europa. Sein Markenzeichen sind jene weit über die Wandfläche ausgespannten Rautenformen, deren monochrome Grundfläche durch ein klares Liniengefüge strukturiert wird. Seit mehr als drei Jahrzehnten hat Glattfelder dabei ein ganz eigenes Formenvokabular entwickelt, das einer strengeren inneren Logik folgt und seine Werke so unverwechselbar und markant macht. Dreh- und Angelpunkt seines künstlerischen Werkes, das stets auch von kunsttheoretischen Überlegungen begleitet wird, ist die Auseinandersetzung mit der sogenannten nichteuklidischen Geometrie. Damit verlässt er die geometrischen Prinzipien der konstruktiven Tradition, insbesondere jene der Zürcher Konkreten, denen Glattfelder während seiner Anfänge in den 1960er Jahren nahe stand.

Raum(er)fahrer

Nicht mehr die elementaren geometrischen Formen und der rechten Winkel stehen im Zentrum seines Schaffens, sondern vielmehr die weit komplexeren Raumvorstellungen der modernen Mathematik und Physik. Dabei geht es Glattfelder nicht um die unmittelbare Umsetzung oder Veranschaulichung naturwissenschaftlicher Theorien, sondern um die freie künstlerische Interpretation derselben, mit deren Hilfe er die Grenzen der konstruktiven Tradition zu überschreiten vermag. Das Ergebnis sind Bildflächen von suggestiver Intensität, die den Betrachter unwillkürlich faszinieren und sein Sehen immer wieder neu herausfordern.

Zum zweiten Mal in Konstanz

Die Galerie Geiger, die Glattfelder bereits zum zweiten Mal eine Einzelausstellung in Konstanz widmet, hat sich in der aktuellen Präsentation ganz bewusst auf die allerneusten Werke des Künstlers konzentriert. Im Zentrum stehen dabei zwei ganz neue Werkgruppen: Eine Werkgruppe, bei der die raffinierte räumliche Irritation durch ein Abknicken der Konturlinie subtil gesteigert wird, und eine zweite Werkgruppe, bei der eine kaum merkliche Doppelung der Linienstruktur eine zusätzliche Raumebene und zusätzliche Tiefe erzeugt.

Die Ausstellung ist bis 21. November am Fischmarkt 5a in der Galerie Geiger Konstanz zu sehen.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.