Neue Falträder-Generation auf der Eurobike in Friedrichshafen

Fahrradmesse zeigt praktischen Trend – Das Rad zum Mitnehmen im ÖPNV

Friedrichshafen. Park & Ride und anschließend Falt & Bike. Mit steigenden Benzinpreisen und höheren Umweltanforderungen entdecken immer mehr Menschen das Faltrad. Vor allem in Großstädten ermöglichen diese in Sekundenschnelle zusammenklappbaren Räder eine neue urbane Mobilität. Zu sehen sind Falträder demnächst auch bei der Fachmesse Eurobike vom 29. August bis 1. September 2012 in Friedrichshafen. Publikumstag ist am Samstag, 1. September.

Neue Generation der Falträder

„In den 1970er-Jahren hießen sie Klappräder, inzwischen klappert nichts mehr“, sagt Uwe Weissflog, Chef der Stuttgarter Marketingagentur „inMotion mar.com“ und lacht. Tatsächlich erinnert die neue Falträder-Generation zwar vom Aussehen her bisweilen noch an die Oldtimer, aber ansonsten hat sich in Technik und Ausstattung viel getan. Sie sind dank Aluminium- oder Carbonrahmen leicht, fast immer voll gefedert, haben eine Gangschaltung und sehr gute Bremssysteme.

Robuste Mountainbikes und Citycruiser

Sie werden in verschiedenen Reifengrößen angeboten – von 18 bis 24 Zoll. Es gibt sie als schnelle Flitzer, die mit jedem Rennrad mithalten können, als robuste Mountainbikes für Querfeldein-Touren und natürlich als pfiffige Citycruiser. Eines aber eint diese neuen Gefährten: Mit einem Klick und ein, zwei Klapp lassen sie sich binnen 15 Sekunden auf Koffergröße bringen.

Mit S-Bahn und Faltrad

„Falträder sind nicht nur praktisch, sondern auch angesagt“, erzählt PR-Profi Uwe Weissflog. „Mit dem Faltrad zur S-Bahn radeln, einklappen, Zug fahren, in der Innenstadt wieder aufsteigen und hinterher im Büro das zusammengefaltete Rad in der Ecke oder im Schrank sicher verstauen – diese Mobilität und Flexibilität schätzen immer mehr Menschen in den urbanen Zentren.“ Tatsächlich darf man die neuen Falträder zu jeder Tageszeit in Bus und Bahn mitnehmen. So wirbt etwa der Münchner Verkehrsverbund inzwischen mit einer Kampagne für diese praktischen Drahtesel. Selbst im ICE sind Falträder gratis zugelassen; in der handlichen Tragetasche gut verpackt, zählen sie als normales Gepäckstück.

Bike an Bord im Kleinwagen

Doch nicht nur für Berufspendler sind die neuen Falträder eine interessante Alternative. Sondern auch Camper, Segler und Städtereisende finden zunehmend Gefallen daran. Denn durch die angepasste Übersetzung tritt man genauso bequem und schnell wie bei einem herkömmlichen Rad, zugleich kann man sie problemlos im Wohnmobil, an Bord oder im Kofferraum eines Kleinwagens verstauen.

Erst mal das Einsteigermodell

Auf der Eurobike in Friedrichshafen ist die ganze Palette vertreten – vom Einstiegsmodell für Kurzstrecken bis zum Premium-Produkt für sportliche Trainingseinheiten. Die Firma Tern zum Beispiel aus Taipeh in Taiwan präsentiert auf der Messe erstmals das „Swoop“, ein eleganter Tiefeinsteiger ganz in Weiß mit 20-Zoll-Rädern für Frauen oder ältere Semester, die das bequeme Auf- und Absteigen schätzen. Je nach Bedarf gibt es das „Swoop“ mit 2- oder 7-Gang-Schaltung inklusive Rücktritt. Neu ist auch das schwarz gehaltene Eclipse X20, das sich laut Tern an „kompromisslose sportliche Radler“ richtet.

E-Bike und Faltbike in einem Rad

Biketronic aus Pasching in Oberösterreich wiederum sorgt mit seinem Modell „Falcon“ für eine kleine Sensation. Das voll gefederte und allradbetriebene Alu-Faltrad wird von zwei Elektromotoren am Vorder- und Hinterrad gleichzeitig angetrieben und macht das Radfahren zum Spiel. „Trotzdem wiegt das E-Bike nur 18 Kilo“, erklärt Firmenchef Ewald Stieger, „und ein spezieller Klappmechanismus lässt aus dem „Falcon“ in Sekundenschnelle einen handlichen Trolley werden.“ Zu kaufen gibt es das futuristisch anmutende Pedelec mit Tiefeneinstieg in zwei Bereifungsgrößen: 20 und 24 Zoll.

Ab 400 Euro – aufwärts

Preislich ist bei den neuen Falträdern alles drin: „Ein vernünftiges, robustes Faltrad kostet allerdings mindestens 400 Euro, wobei es nach oben keine Grenzen gibt“, erklärt Marketingchef Uwe Weissflog.

Die internationale Fahrradmesse Eurobike hat an den Fachbesuchertagen von Mittwoch, 29. August bis Freitag, 31. August von 8.30 bis 18.30 Uhr und am Publikumstag, Samstag 1. September von 9 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter www.eurobike-show.com.

Ein Kommentar to “Neue Falträder-Generation auf der Eurobike in Friedrichshafen”

  1. dk
    6. August 2012 at 10:22 #

    Für ein bedeutendes Tourismusziel dürfte folgender Ansatz interessant sein, bei dem versucht wird, die Fahrrad-Infrastruktur mithilfe von Google Maps darzustellen: Informationsgehalt und Aussagekraft von Wanderkarten dürften vielfach höher im Vergleich zum Thema „Fahrradfahren“ sein.

    Berliner können an Karte zur Fahrradfreundlichkeit mitarbeiten
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Berliner-koennen-an-Karte-zur-Fahrradfreundlichkeit-mitarbeiten-1657071.html

    Die Übersichtskarte des Karte mit den Einstellungen zu den anzeigbaren Strassentypen:
    http://www.dynamicconnections.de/maps

    Ich bin gespannt, was 3 bestellte dünne günstige Broschüren zum „Fahrrad-Erlebnis“ am Bodensee beitragen können (insbes. der offiziellen Hauptstrecke). Persönlich benutze ich das Rad, um eher in späteren Jahren gerade kein E-Bike zu benutzen.
    Ein ehem. Schulfreund ist den täglichen Schulweg von Romanshorn nach Konstanz mit dem Rad gefahren; seine Eltern besuchten von Romanshorn regelmässig am Wochenende mit dem Rad St. Gallen (inkl. Steigung) und er erzählte auch von seiner Radtour zu einem Bekannten nach Genf inkl. Übernachten und Rückfahrt (auf dem Rennrad) am nächsten Tag (die Autobahn dürfte ihm verwehrt worden sein).

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