Neue Methoden sollen Tierversuche überflüssig machen

„Center for Alternatives to Animal Testing – Europe“ an der Uni Konstanz

Konstanz (red) Universität Konstanz und Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health etablieren „Center for Alternatives to Animal Testing – Europe“. Ziel ist es, Tierversuche überflüssig zu machen und weniger Labortiere zu halten.

Die Universität Konstanz und die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, USA, haben gemeinsam das Center for Alternatives to Animal Testing – Europe (CAAT-EU) gegründet, um die Koordination in der toxikologischen Sicherheitsprüfung zu verbessern. Das neue Zentrum, das entsprechend dem Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) an der Bloomberg School aufgebaut ist, wird neue Methoden entwickeln, durch die Tierversuche ersetzt, die Zahlen an erforderlichen Labortieren verringert und die notwendigen Vorgehensweisen so modifiziert werden können, dass Schmerz und Leiden von Tieren ausgeschlossen werden können. CAAT-EU wird am 30. März 2010 an der Universität Konstanz mit einem Festakt eröffnet.

Marcel Leist, Professor an der Universität Konstanz, wird die Leitung von CAAT-EU zusammen mit Thomas Hartung, Inhaber des Doerenkamp-Zbinden-Lehrstuhls für Evidenz-basierte Toxikologie und Leiter von CAAT an der Bloomberg School, übernehmen. Hartung ist auch Honorarprofessor an der Universität Konstanz. „Als ein transatlantisches Kooperationszentrum wird CAAT-EU Aktivitäten in den Bereichen Alternativen zum Tierversuch und Toxikologie an der Universität Konstanz bündeln und strategisch mit den Aktivitäten von CAAT an der Bloomberg School in den USA vereinen“, so Marcel Leist. „Gute Wissenschaft ist die Brücke nicht nur über den Atlantik, sondern auch in eine Zukunft mit Produkten, die sicherer sind und trotzdem weniger Tierversuche bedürfen“, ergänzt Thomas Hartung.

Zum Beirat von CAAT-EU gehören EuroGroup for Animals, ein Dachverband von mehr als 30 Tierschutzorganisationen, und ECOPA – die Europäische Konsensplattform für Alternativmethoden, die aus Vertretern von Universitäten, Industrie, Tierschutzorganisationen und Regierungen besteht. L’Oréal, BASF, Beiersdorf und die Schweitzer Doerenkamp-Zbinden Stiftung stellten Mittel für CAAT-EU bereit.

CAAT wurde 1981 an der Bloomberg School of Public Health als akademisches, wissenschaftlich-basiertes Zentrum gegründet, um eine bessere, sicherere und humanere Zukunft für Menschen und Tiere zu ermöglichen. Die Universität Konstanz hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen. CAAT-EU wird mit CAAT zusammenarbeiten, um einen weltweiten Standard für die Sicherheitsprüfung von Chemikalien zu entwickeln

“Konstanz ist der ideale Standort für dieses Vorhaben“, versichert Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz. “Hier wird seit langem eine intensive Förderung von Alternativmethoden zu Tierversuchen betrieben.“

Foto: Stephanie Hofschlaeger PIXELIO

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Ein Kommentar to “Neue Methoden sollen Tierversuche überflüssig machen”

  1. fuerTiere
    28. März 2010 at 19:41 #

    Tierversuche sind ungeeignet, Heilungs- und Behandlungsmethoden für menschliche Krankheiten zu entwickeln. Für solche Experimente werden Tiere künstlich krank gemacht. Weder die Ursachen noch die Symptome entsprechen denen der Krankheit im menschlichen Organismus. Bis heute hat daher auch die tierexperimentelle Forschung in der Medizin trotz jahrzehntelanger Bemühungen keinen wesentlichen Beitrag zur Heilung von Krebs, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geleistet.

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