Neues DSL-Versprechen

Breitbandanbindung mit SWÜ ab Sommer 2010

tastatur enterÜberlingen (wak) Und sie bewegt sich doch. Das schnelle Internet mit DSL 16.000 rollt auf Überlinger Unternehmen zu, die momentan noch immer ohne schnelles DSL sind. Die Datenautobahn könnte das Überlinger Gewerbegebiet Nord im Sommer kommenden Jahres erreichen. Das versprechen Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Eder. Eine letzte klitzekleine Hürde müssten die Überlinger aber noch nehmen: Das Regierungspräsidium als Rechtsaufsicht muss zustimmen, dass die Stadtwerke Überlingen (SWÜ) ihren Gesellschaftszweck ändern und sich neu auch ums Glasfaserkabel für Telekommunikation kümmern.

SWÜ wollen Breitbandkabel verlegen

Das Drama um den noch immer nicht vorhandenen Anschluss des Überlinger Gewerbegebiets Nord an die schnelle Datenautobahn könnte demnächst zu Ende sein. Ein Happy End ist plötzlich sogar wahrscheinlich. Statt auf die Telekom setzt die Stadt jetzt aber auf die Stadtwerke Überlingen. Sofern die Rechtsaufsicht zustimmt und sich die Stadtwerke endgültig dazu entschließen, auf dem neuen Geschäftsfeld aktiv zu werden, wäre im Frühjahr 2010 Baubeginn. Die SWÜ würden ein neues Glasfaserkabel verbuddeln. „Wir würden ein Netz bauen“, verspricht Klaus Eder. Vom Standort der SWÜ, der eine Anbindung an das überregionale Netz hat, würde dann eine Leitung direkt ins Gewerbegebiet Nord führen. Die bereits existierende Breitbandverbindung, die die Telekom von der Langgasse zur MTU gebaut hat, möchten die SWÜ aus Kostengründen nicht nutzen. Eine Abzweigung von der Telekom wäre zu teuer, sagte Eder.

SWÜ können nicht nur Strom

Auf einen Zuschuss der Stadt würden die SWÜ – anders als die Telekom – verzichten. In 20 Jahren hätte sich die Investition für die Stadtwerke gerechnet. Für Klaus Eder ist klar: Daseinsvorsorge ist die Aufgabe der Stadtwerke. „Wir gehören den Bürgern von Überlingen“, so Eder. Wenn sich die Überlinger schlecht mit Leitungen für den Datentransfer versorgt fühlen, bauen die Stadtwerke ihnen eben eine Glasfaserleitung und liefern außer Strom und Gas auch noch die Datenautobahn für eine schnellere Kommunikation. „Wir haben eine Marktanalyse gemacht“, sagte Eder. Mit den Unternehmen im Gewerbegebiet Nord, die seit 2007 auf schnelles DSL warten, sind die SWÜ bereits im Gespräch.

Baubeginn im Frühjahr 2010

Jetzt muss das Regierungspräsidium den Plan nur noch durch winken und der Veränderung des Gesellschaftszwecks der Stadtwerke Überlingen zustimmen. Täglich wartet das Rathaus auf das Go aus Tübingen. Im Frühjahr 2010 würden die SWÜ dann mit der Verlegung des Kabels beginnen. Im Sommer hätten die ersten Betriebe eine schnelle DSL-Leitung. „Wir sind aber kein DSL-Anbieter“, stellte Eder klar. Die SWÜ würden ihre Leitung vermieten. Die Unternehmen im Gewerbegebiet Nord hätten dann die freie Wahl, mit wem sie einen Vertrag schließen wollen – mit 1&1, Alice, Vodafone oder der Telekom.

Ein Kommentar to “Neues DSL-Versprechen”

  1. bernd.sonneck
    2. Dezember 2009 at 10:16 #

    Herzlichen Glückwunsch, Überlingen! Die jenseits des Sees liegenden Konstanzer Teilorte Oberdorf, Dingelsdorf, Wallhausen und Dettingen profitierten vom gleichen Deal mit den Stadtwerken Konstanz: Die SWK legten vom Konstanzer Stadtteil Wollmatingen Glasfaser-Kabel auf den Bodanrück bzw. zogen eine kostengünstigere Glasfaser-Überlandleitung von Dettingen über Wallhausen nach Dingelsdorf. Die Deutsche Telekom schloss zugleich einen langfristigen Nutzungs-Vertrag mit den Stadtwerken. Nach Inbetriebnahme der Outdoor-dSLAMs (das sind die hübschen mausgrauen DSL-Schaltschränke der Telekom) leuchten nicht nur die Lichtwellenleiter, sondern auch die Augen der Kundschaft. DSL ist seither in einer Geschwindigkeit von 16 MBit/s verfügbar. Die Telekom wird sicherlich nochmal Gas geben – fragt sich momentan nur mal wieder, wann.

    Ein weiteres Plus hat die Faserlegerei übrigens noch: Die Unterstützung aus der Bevölkerung, Mobilfunkmasten aufzustellen, hat seither weiter spürbar nachgelassen, denn der Bedarf dafür ist schlagartig gesunken. Seit Erscheinen der ersten WLAN-Handys wie bspw. dem Google-Handy G1 braucht man UMTS vielleicht noch unterwegs, nicht aber mehr zwangsläufig zuhause im eigenen WLAN oder im WLAN des Betriebs. Sollten die Stadtwerke Überlingen Probleme mit dem Regierungspräsidium TÜ sehen, genügt ein Anruf bei den Stadtwerken Konstanz, die wissen jedenfalls bestens Bescheid. :-)

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