Nix ist doch nicht blöd

Konstanzer Stadttheater erhöht zur neuen Spielzeit moderat die Preise

Theater Konstanz – Die Geschichte vom SoldatenKonstanz (wak) Das Konstanzer Stadttheater wird mit Beginn der neuen Spielzeit im kommenden Jahr moderat seine Preise erhöhen. Karten für Vorstellungen im großen Haus und die Abo-Preise für Neukunden werden um fünf Prozent teurer. Wer häufiger kommt, es geschickt anstellt und bei Rabatten den Überblick behält, kann aber auch in Zukunft zum Supersparpreis ins Theater. Eine Möglichkeit, ein Theaterschnäppchen zu machen, besteht auch, wenn das Stadttheater bei schleppendem Verkauf ganze Kontingente Theaterkarten zu ermäßigten Preisen anbietet. So ein bisschen ist es beim Kauf einer Theaterkarte denn auch wie beim Mobilfunk: Jeder sucht sich den jeweils individuell am besten passenden Tarif und spart.

Stadttheater plant Rabattaktionen

Der Versuch, die Abo-Zahlen zu erhöhen, ist auch in Konstanz in den vergangenen Jahren nicht geglückt. Auch Intendant Christoph Nix konnte den Trend nicht umkehren. Zudem treffen Theaterbesucher nach Feststellung des Theaters ihre Kaufentscheidungen im Freiverkauf immer kurzfristiger. Das Konstanzer Theater sieht sich deswegen vor die Aufgabe gestellt, noch flexibler und schneller auf manchmal geringe Nachfrage an der Theaterkasse zu reagieren. Erlöse und Auslastung möchte das Konstanzer Stadttheater in Zukunft mit Hilfe eines Marketingsinstruments steigern. So könnten zum Beispiel Theaterbesucher zur zweiten Vorstellung einer Inszenierung künftig grundsätzlich zu einem ermäßigten Preis eingelassen werden. Eine andere Möglichkeit könnte es sein, über „spezielle Verkaufskanäle“ ermäßigte Kontingente anzubieten. Profitieren könnten beispielsweise Senioren, die im Seniorenzentrum für eine besondere Vorstellung gelegentlich Karten zu ermäßigten Preisen bekommen könnten, so das Theater.

Wer den Durchblick behält, hat den Preisvorteil

Längst haben Theaterbesucher, die Stammbesucher sind, die Wahl zwischen Premieren-, Wochentags-, Wahl- oder kleinem Abo. Es gibt Schnupper-, Jugend- und Uni-Abos oder Last-Minute-Preise. Auch, wer gern spontan ins Theater geht, sollte sich nicht einfach an der Theaterkasse anstellen und eine Karte zum regulären Preis kaufen. Wer den Durchblick im Tarifdickicht behält, hat einen klaren Preisvorteil und kann trotz der Preiserhöhung um durchschnittlich fünf Prozent ab der kommenden Spielzeit weiterhin sehr günstig ins Theater gehen – und mit ein bisschen Glück auch noch auf besten Plätzen sitzen. Optionen für Theaterbesucher, die öfter kommen, sind die Theatercard und der Last-Minute-Joker. Die Theatercard kostet noch einmalig 49 Euro. Dafür zahlen Kartenbesitzer dann für alle Vorstellungen nur den halben Preis. Der Last-Minute-Joker kostet momentan 84 Euro. Dafür gibt’s acht Theatergutscheine. Einen Tag vor der Vorstellung können Theaterbesucher ihren Joker einsetzen und sich eine Karte, egal für welchen Platz, holen. Theoretisch könnte es sogar ein Sessel in der ersten Reihe sein. Ein bisschen ärgerlich für alle, die bar zahlen: Jeder Besucher bezahlt automatisch eine so genannte Systemgebühr von 50 Cent pro Besuch. Die Gebühr deckt Kosten, die dem Theater für Software-Lizenzen bei Onlineverkäufen oder auch durch die Annahme von Kreditkarten entstehen.

Theater erwartet Mehreinnahmen von nur 10.000 Euro

Die letzte Preiserhöhung im Theater fand zur Spielzeit 2008/2009 statt. Aufgrund der Preiserhöhung, der der Konstanzer Gemeinderat zustimmte, rechnet das Theater mit etwa 10.000 Euro Mehreinnahmen im ersten Jahr. Die Preiserhöhung gilt noch nicht sofort, sondern erst ab der Spielzeit 2010/2011. Dass sich Zuschauer wegen der Preiserhöhung abschrecken lassen, glauben übrigens weder das Theater noch die Konstanzer Räte. Theaterintendant Christoph Nix ist ja schließlich nicht blöd.

Neues Produkt Figurentheater

Ansonsten bemüht sich das Stadttheater in Konstanz, den Besuchern immer noch ein bisschen mehr zu bieten. Ein Beispiel ist das Figurentheater – nicht zu verwechseln mit einem Kasperletheater – in der Wekstatt in der Inselgasse. Dort erlebt das Publikum derzeit „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky. Den Teufel gibt „Puppe“ Rahel Wohlgensinger und den Soldaten Simon Engeli. Die beiden jungen Puppenspieler Rahel Wohlgensinger und Rodrigo Umseher, die neu in Konstanz sind, bringen demnächst noch eine Vielzahl von Produktionen für junges und erwachsenes Publikum auf die Werkstattbühne des Theaters Konstanz. Mit dem Stück „Die Geschichte vom Soldaten“, einer Kooperation mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, hat auch schon Musiktheater auf der Figuren- und Puppenbühne Einzug gehalten. (Foto: Illja Mess)

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