Noch ein überholtes Vorbild? Nach Generälen benannte Straßen in Konstanz

Prof. Lothar Burchardt setzt Serie im Rosgartenmuseum fort – Reflexion über Straßennamen

August von WerderKonstanz. Nach Otto Raggenbass und Paul von Hindenburg widmet sich eine Reihe am Konstanzer Rosgartenmuseum in der kommenden Woche nun Otto von Emmich. Der Historiker Lothar Burchardt geht am Dienstag, 23. November, der Frage nach, ob es noch angemessen ist, Straßen nach alten Generälen zu benennen.

Konstanzer Straßen nach Militärs benannt

Zwischen der Reichsgründung von 1871 und dem Zweiten Weltkrieg benannte die Stadt Konstanz zahlreiche Straßen nach deutschen Militärs, die sich in der Vergangenheit in dieser oder jener Weise hervorgetan hatten. Viele dieser Benennungen wurden später durch andere Namen ersetzt, während andere blieben. Ihnen ist der Vortrag am Dienstag, 23. November, um 19 Uhr im Rosgartenmuseum in der Veranstaltungsreihe “*Überholte Vorbilder?” gewidmet. Der Referent Prof. Lothar Burchardt wird sich mit den Biographien von vier Offizieren befassen, nach denen auch heute noch Konstanzer Straßen benannt sind. Im einzelnen handelt es sich um Helmuth v.Moltke, August v.Werder, Ferdinand v.Zeppelin und Otto v.Emmich.

Namen nicht mehr zeitgemäß

Im Mittelpunkt steht jeweils die Frage, welche Leistungen denn den betreffenden Offizier zum Namenspatron einer Konstanzer Straße haben werden lassen und ob wir es hier mit einem spezifisch Konstanzerischen Akt zu tun haben oder mit einer auch anderswo geübten Praxis. Die entscheidende Frage lautet, ob es aus heutiger Sicht weiterhin sinnvoll oder mindestens noch hinnehmbar erscheint, an der bisherigen Benennung fest zu halten.

Foto: Rosgartenmuseum

Ein Kommentar to “Noch ein überholtes Vorbild? Nach Generälen benannte Straßen in Konstanz”

  1. Detlev
    21. November 2010 at 14:52 #

    Helmuth v.Moltke:
    “… Noch in seiner letzten Reichstagsrede, die er als 90-jähriger am 14. Mai 1890 hielt (also wenige Monate nach Bismarcks Entlassung), warnte er eindringlich vor einem neuen Krieg in Europa mit den Worten „Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!“.

    Moltkes berühmtes Motto lautete: Erst wägen, dann wagen. …”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke

    Bei Wiki werden unter dem Abschnitt “Orden” nicht nur Preussen, sondern auch andere Staaten (Russland und andere) aufgelistet werden; inkl. ein Mondkrater mit seinem Namen.
    Unter Strategieverständnis gibt es Hinweise, dass “eigenverantwortliches Handeln” als Erfolgsmittel gewünscht war. Liberaler oder Demokrat im heutigen Sinne war er sicher nicht: zuviel gewägt und nichts gewagt? Also 200% nicht Konschdanzerisch.
    Seine Gebeine sollen beim Einmarsch der Roten Armee verschwunden sein: die Motivation bleibt unklar – Moltke als Frühnazi oder eher als preuss. Kulturgut (Souvenir)?
    Egal, vielleicht würde man heute eher Strassen nach den Google-, Facebook-, Twitter- oder Microsoft-Gründern benennen, damit der Traum “vom Tellerwäscher zum Millionär” wiederbelebt wird.

    Der Besuch der Veranstaltung dürfte alleine schon wegen von Moltke lohnen; der Name von Zeppelin verpfichtet Konstanzer sowieso. Gerade ist die Lunte erloschen. Schöne Weihnachten.

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