Noch keine Gedenktafel auf der Insel Mainau

Linke Liste Konstanz regt an an verstorbene KZ-Häftlinge zu erinnern – Linke Liste appelliert an Kinder der Familie Bernadotte

Konstanz. Während sich die Mainau in herbstlichen Farben zeigt über einen Erlebniswald als neue touristische Attraktion nachdenkt, möchte die Linke Liste Konstanz an das Schicksal von ehemaligen KZ-Häftlingen erinnern, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Reservelazarett auf der Insel verstorben sind.

Reservelazarett auf der Insel Mainau

Im Mai 1945 richtete die französische Militärregierung, woran die Linke Liste erinnert, auf der Insel Mainau ein Reservelazarett für überlebende Franzosen aus dem KZ Dachau ein. Mehrere tausend KZ-Opfer wurden so auf der Insel versorgt. Mindestens 33 ehemalige KZ-Häftlinge starben auf der Insel, sie konnten nicht mehr gerettet werden, heißt es in einer Mitteilung der Linken Liste. Die Verstorbenen wurden damals am Südostufer der Insel bestattet. 1946 habe Graf Lennart Bernadotte veranlasst, dass die Toten exhumiert und auf den Konstanzer Hauptfriedhof umgebettet wurden. „Ihm war offensichtlich daran gelegen, NS-Spuren auf seiner Insel zu entsorgen“, heißt es in der Mitteilung von Stadtrat Holger Reile. Zwei Jahre später seien die sterblichen Überreste endgültig nach Frankreich überführt worden. Der Konstanzer Historiker Arnulf Moser habe in seinem Buch „Die andere Mainau 1945“ die Vorgänge ausführlich beschrieben.

Appell an Kinder des Grafen Lennart Bernadotte

„Nun, rund 65 Jahre später, ist es endlich an der Zeit, der KZ-Opfer würdig zu gedenken“, schreibt Reile. Die Linke Liste Konstanz fordere die Familie Bernadotte auf, an die Geschehnisse auf ihrer Insel zu erinnern. „Ein kleiner Hinweis auf der Webseite zu den damaligen Geschehnissen ist unserer Meinung nach keineswegs ausreichend“, so Reile. Die Linke Liste fordert eine Gedenktafel. Auch die jüngere Generation auf der Insel Mainau habe die Verpflichtung, sich ihrer Geschichte zu stellen und verantwortlich mit ihr umzugehen. „Sie sollte sich ein Beispiel nehmen an der Stadt Konstanz, die konsequent und in vielfältiger Form an die NS-Zeit und ihre Opfer erinnert“, schreibt Reile.

Foto: Insel Mainau

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