Notruf, wenn's ums Kindeswohl im Kreis Konstanz geht

Neue zentralen Service- und Infonummer und Stabsstelle „Clearing und Krisenintervention“

Konstanz. Vielleicht heißen sie Jennifer, Kevin oder tragen einen anderen Namen. Wenn im Kreis Konstanz das Wohl hilfloser Kinder gefährdet ist, muss das Kreisjugendamt handeln. Damit Großeltern, Nachbarn oder Freunde einen kompetenten Ansprechpartner haben hat das Amt jetzt eine Stabsstelle „Clearing und Krisenintervention“ und außerdem eine neue telefonisch erreichbare Service- und Infostelle eingerichtet.

Direkter Draht ins Kreisjugendamt

Um auf die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Jugendhilfe reagieren zu können, sei die Organisation des Kreisjugendamts entsprechend angepasst worden, heißt es. Eine wesentliche Neuerung ist die Einrichtung einer Service- und Infostelle, die künftig von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr durchgehend unter der Telefon-Nummer 07531/800-2700 zu erreichen ist. Eingehenden Telefonate werden unter dieser Nummer entgegengenommen und an die zuständigen Jugendamtsmitarbeiter weiter vermittelt. Ziel ist es, einen direkten Erstkontakt mit dem zuständigen Sachbearbeiter herzustellen, damit unnötige Warteschleifen am Telefon vermieden werden. Ansprechpartner ist das Jugendamt zum Beispiel auch, wenn es um Kinderbetreuung geht.

Neue Clearing- und Kriseninterventionstelle für Notfälle

Um bei Fällen von möglichen Kindeswohlgefährdungen noch besser reagieren zu können, ist außerdem eine Stabsstelle „Clearing und Krisenintervention“ eingerichtet worden, die der Amtsleitung direkt unterstellt ist. Damit sei im Bedarfsfall ein schnelles Eingreifen von kompetenten Fachleuten gewährleistet, ebenso könnten die erforderlichen Sofortmaßnahmen gegebenenfalls noch zeitnäher auf den Weg gebracht werden. Statistiken darüber wie oft ein echter Notruf beim Jugendamt eingeht, gibt es nicht. Allerdings sei einmal vier Monate lang gezählt worden. In dieser Zeit seien 87 Kindeswohlgefährdungen angezeigt worden. Oft würden Kindeswohlgefährdungen aber in anonymen Schreiben mitgeteilt, heißt es aus dem Jugendamt. Manchmal stehen dahinter auch keine echten Fälle, sondern Streitereien in Familien oder Nachbarschaften würden zum Anlass genommen, ein angebliche Gefährdung anzuzeigen. Handeln muss das Jugendamt aber in jedem Fall. Die neue Stelle gibt es seit 1. Oktober.

Notrufnummer 07531/800-2700

Foto: Rike PIXELIO www.pixelio.de

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