OB-Kandidat Uli Burchardt greift wegen B 33 Sabine Seeliger an

Burchardt: Auch künftiger OB muss sich für B 33 einsetzen – Mitbewerber und CDU-Fraktion verweist auf offenen Brief der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“

Konstanz. OB-Kandidat Uli Burchardt hat sich wie zuvor auch schon OB-Kandidat Sven Zylla und OB-Kandidatin Sabine Reiser zur Priorisierung beim Bundesfernstraßenbau geäußert und die grüne Kandidatin Sabine Seeliger offen wegen eines offenen Briefes kritisiert. Der weitere Ausbau der B 33 zwischen Konstanz und Allensbach ist aufgrund der Priorisierung erst ab 2015/2016 möglich – und nicht schon ab 2014. Seeliger hatte in einem offenen Brief Verkehrsminister Winfried Hermann aufgefordert, die B 33 Planung aufzugeben. Auch die CDU-Fraktion, namentlich Roger Tscheulin, empört sich über Seeliger.

Bürger stehen mehrheitlich hinter B 33 Planung

Uli Burchardt schreibt zum Ergebnis der Priorisierung: „Diese Ankündigung zeigt: Der Ausbau der B 33 wird uns noch über Jahre beschäftigen.“ Konstanz brauche den Ausbau dringend. „Jeden Tag stehen Tausende im Stau“, so Burchardt. Das belaste Mensch und Umwelt. Und es schwäche den Standort Konstanz. Die Bürgerinnen und Bürger stehen deshalb, wie Burchardt mitteilt, ganz überwiegend hinter diesen Planungen.

Burchardt zitiert aus offenem Brief Seeligers

Gegen diese breite Unterstützung in der Bürgerschaft und im Stadtrat habe die Kandidatin Dr. Sabine Seeliger dagegen die Landesregierung aufgefordert, den Ausbau der B 33 aufzugeben, schreibt Burchardt. In einer Pressemitteilung Burchardts heißt es: „Am 5. September 2011 schrieb sie Verkehrsminister Winfried Hermann in einem offenen Brief, der Ausbau sei nicht vertretbar und das Projekt solle endgültig aufgegeben werden.“ Das schade der Stadt. Konstanz brauche auch in Zukunft einen Oberbürgermeister, der den Ausbau der B 33 nachhaltig unterstützte, so Burchardt.

Angriffe auf Seeliger auch aus CDU-Fraktionen

Auch die CDU-Fraktionen aus Konstanz, Allensbach und Reichenau empören sich und fordern, dass die bestehende Planfeststellung umgesetzt wird. Deshalb seien die von der jetzigen OB-Kandidatin Dr. Sabine Seeliger zusammen mit Dr. Günther Schäfer und Marco Walter in ihrem Schreiben auf dem Briefbogen der Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ aufgestellten Forderungen der Sache schädlich. In einer Pressemitteilung heißt es: Frau Dr. Seeliger und ihre Unterstützer hätten am 5.9.2011 an den Verkehrsminister zum Thema B33 geschrieben: „Es ist kontraproduktiv, durch einen weiteren Ausbau der Straßeninfrastruktur noch mehr Autoverkehr in die Bodenseeregion zu leiten.“

9 Kommentare to “OB-Kandidat Uli Burchardt greift wegen B 33 Sabine Seeliger an”

  1. Winfried Kropp
    19. Juni 2012 at 15:16 #

    Liebe Konstanzer CDU,

    das B in B 33 kommt von Bundesstraße. Die heißt so, weil dafür der Bund zuständig ist. und zwar für Planung, Finanzierung, Bau und Unterhalt. Der wichtigste Ansprechpartner in Sachen B 33 ist also der Bundesminister für Verkehr. Der heißt seit 2009 Peter Ramsauer und ist Mitglied der CSU, die ebenfalls seit 2009 in Berlin gemeinsam mit CDU und FDP regiert. Beschwere Dich in an der richtigen Adresse und sage Deinem OB-Kandidaten lieber nichts Falsches vor.

  2. A.Falduto
    19. Juni 2012 at 15:45 #

    Ich sag ja – Frau Seeliger kann man nicht wählen.

  3. Fafnir
    20. Juni 2012 at 06:35 #

    Unwählbar weil:
    – Stur gegen jede Form von Autoverkehr.
    – Gegen die Bedürfnisse der Menschen. Es zählt nur das große Ziel.
    – Kröten sind wichtiger als Menschen.
    – Der Mensch muss zu grünem Verhalten gezwungen und umerzogen werden.
    – Selektive Wahrnehmung der Wirtschaft. Gefördert wird, was in die Ideologie passt, dem Rest werden Steine in den Weg gelegt.

  4. Marco Walter
    20. Juni 2012 at 09:12 #

    Hallo A.Falduto und Fafnir,

    schon bemerkt, dass wir nicht mehr in den 80er Jahren sind, in der platte Anti-Grün-Polemikvielleicht noch zum Stigmatisieren und Angstmachen taugte? Damals als Ideologie verunglimpfte grüne Ideen wie die Einführung von Katalysatoren gegen das Waldsterben, die Nutzung von erneuerbaren Energien, der Ausstieg aus der Atomenergie, die Rettung der Ozonschicht durch Verbot der FCKW, aber auch die Senkung der Lohnnebenkosten durch die Einführung einer Ökosteuer und vieles mehr wurden im Laufe der Zeit eingeführt, salonfähig und auch beibehalten, egal welche Partei gerade am Ruder war.

    Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass wir einen grünen Ministerpräsidenten haben, der sich breiter Beliebtheit erfreut und sogar von der Wirtschaft als fähiger eingestuft wird als sein konservativer Vorgänger. Der den Bürgerwillen respektiert, selbst wenn er eigentlich anderer Meinung ist wie bei Stuttgart 21. Und der Straßen bauen lässt, die seine Vorgänger jahrzehntelang versprochen und geplant haben, obwohl das Geld für die lange Wunschliste bei weitem nicht ausreicht. Dass seine Regierung bei der Entscheidung, welche Straßen zuerst gebaut werden sollen, objektive transparente Kriterien und wissenschaftliche Unterstützung als Grundlage nutzt statt undurchsichtige Beziehungsgeflechte oder das Prinzip des „Wer schreit am Lautesten oder schreibt die meisten Brandbriefe“ sollten Sie vor weiteren Schmäh-Kommentaren gegen grüne Politik in Ihre Überlegungen aufnehmen.

    Mir jedenfalls gefällt der grüne Politikstil und das damit verbundene Ziel, wirklich gemeinsam mit den Menschen die Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu schaffen. Weil sie diesen Ansatz für mich glaubwürdig vertritt, unterstütze ich auch die grüne OB-Kandidatin gerne bei ihrer Wahlkampagne. Mein Tipp: reden Sie doch mal persönlich mit ihr.

    Besten Gruß

    Marco Walter

  5. Umweltmeister
    20. Juni 2012 at 11:24 #

    @Marco

    Was haben die beiden oberen Absätze, mit der grünen OB Kandidatin zutun? Die Kritik wendet sich ja nicht gegen die Partei. Der jetzige OB ist auch ein Grüner und wurde 2x gewählt.
    Problematisch ist es erst dann wenn mit fast religiösem Eifer versucht wird einer Region die Lebensgrundlage zu entziehen.
    Auch für Elektroautos, hybridkarren und carsharing benötigt man eine Straße. Und auch mit einem elektroauto kostet es viel Geld im Stau zu stehen.
    Und auch ein Ausbau des Schienenverkehrs benötigt neue Gleise und damit Fläche!

  6. Marco Walter
    20. Juni 2012 at 16:43 #

    Hallo Umweltmeister,

    Sabine Seeliger wurde von den Mitgliedern der Freien Grünen Liste mit großer Mehrheit zur offiziellen OB-Kandidatin gekürt, nachdem sie ihr Programm inklusive ihren Überlegungen zur Verkehrspolitik vorgestellt hat. Die Mitglieder des Konstanzer Kreisverbandes haben sich nach ihrer Vorstellung einstimmig für ihre Unterstützung ausgesprochen.

    Die Äußerungen gegen die Kandidatin richten sich damit auch gegen die Grünen insgesamt. Wobei ich nicht die Kritik an sich problematisch finde, sondern die Art und Weise, mit einer undifferenzierten Polemik engagierte Menschen zu diffamieren, ohne sich wirklich mit deren Zielen und Inhalten beschäftigt zu haben.

    Auch hier empfehle ich ein persönliches Gespräch mit der Kandidatin oder zumindest das Lesen ihrer Informationen zur OB-Wahl.

    Weiterhin alles Gute und besten Gruß

    Marco Walter

  7. Fafnir
    21. Juni 2012 at 13:39 #

    Daß sich unser grüner Ministerpräsident einer „breiten Beliebtheit“ erfreut, stimmt nicht und ist reines Wunschdenken. Aber sowas ist man ja gewohnt: Da wird irgendwas als „Fakt“ dargestellt, was gar nicht stimmt. Grün steht heute für Rückschritt, Ideologie, Schuldenmachen, Antibildung, Antiwirtschaft, Anitdeutschtum, Volksumerziehung, Humorlosigkeit und Filz. Nur hat das noch keiner so recht gemerkt, weil deren grünspießige Anhänger in den 80er Jahren stehen geblieben sind und immer noch denken, sie wären irgendwelche Underdogs.

  8. Marco Walter
    21. Juni 2012 at 14:18 #

    Alles klar, Fafnir, Sie haben offenbar sehr festgefahrene Vorstellungen. Gut immerhin, dass Sie zugeben, dass außer Ihnen kein anderer Ihrer Ansicht ist („…nur hat das noch keiner so recht gemerkt…“). Und gut, dass Sie im Gegensatz zu den von Ihnen verteufelten Grünen die Dinge nicht als „Fakt“ hinstellen, sondern differenziert argumentieren und denken. Sorry für die Ironie!

  9. Manke
    28. Juni 2012 at 13:47 #

    ich empfinde es ja als sehr löblich, wenn sich einige Politiker für die Interessen der Pendler und Firmen einsetzen wollen, die diese Bundesstraße täglich nutzen „müssen“. Werden sie sich diese Damen und Herren auch für die Anwohner, Grundstücks- und Hausbesitzer, Feriengäste sowie Gewerbetreibende entlang dieser Straße einsetzen, die ab Baubeginn jahrelangen Lärm und Dreck ertragen müssen? Für die doch recht einträgliche Urlaubsregion bedeuten diese Beeinträchtigungen womöglich erhebliche Einschränkungen. Der ÖNV ist für diese Region sehr gut ausgebaut und die noch sehr gute Luft am Bodensee darf meiner Meinung nach nicht noch mehr Abgase durch den Autoverkehr beeinträchtigt werden. Selbst die grüne Umweltplakette hat in Stuttgart nichts gebracht. Die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr ist nach wie vor völlig unzureichend geregelt. Soll man sich sich einer derarten Gefahr für eine der schönsten (Urlaubs-)Regionen in Deutschland wirklich aussetzen? Wenn ich bedenke wie viele Berufs- und Erwebstätigen täglich mit dem ÖNV von P+R-Plätzen nach Stuttgart pendeln, dürfte doch diese Alternative für die Pendler einer kleineren Stadt wie Konstanz nicht zu viel verlangt sein. Wir müssen auch an unsere Nachfahren denken, die auch noch Naturschutzgebiete und frische Luft genießen wollen.
    K. Manke

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