OB Becker setzt aufs „Bürgerunternehmen“

Energie- und DSL-Versorgung als kommunale Aufgabe

Überlingen (wak) Neue Saiten schlägt die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker an, wenn es um die Versorgung mit Energie und Datenleitungen geht. Statt auf Großkonzerne wie die EnBW oder die Telekom verlangt sie, „Bürgerunternehmen“ wie den Stadtwerken Überlingen (SWÜ) den Vorrang zu geben. Unterstützung fordert die Oberbürgermeisterin auch gleich noch vom Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle, ein. Das sei Wirtschaftsförderung. Ihre politischen Forderungen vorgetragen hat Überlingens Oberbürgermeisterin bereits beim traditionellen Dreikönigstrunk, dem Neujahrsempfang der Stadt Überlingen.

Stadt möchte sich selbst um Datenleitung kümmern

An die Adresse des Landrats sagte sie, dass die regionale Wirtschaft durch die „Rekommunalisierung in der Energiebranche“ gestützt werden könne. Besonders lobte die Oberbürgermeisterin SWÜ-Geschäftsführer Klaus Eder (Foto), der engagiert arbeite und die Wirtschaft am Standort Überlingen unterstütze. Konsequent würden die SWÜ auf immer mehr Geschäftsfeldern aktiv. Ziel sei es, die Daseinsvorsorge im Bereich Energie, Wasser und Telekommunikation wieder oder neu in die Zuständigkeit der Kommunen zu bringen.

SWÜ dürfen DSL-Leitung verlegen – Telekom draußen

Die Stadt Überlingen will mit Hilfe der SWÜ endlich auch das Gewerbegebiet Oberried an die schnelle Datenautobahn anschließen und den Standort mit DSL versorgen. Die Oberbürgermeisterin sagte, die Telekom, mit der die Stadt zuerst verhandelte, habe keinen Termin genannt, ab dem die Unternehmen hätten DSL bekommen können, wollte die Stadt aber einseitig an den Konzern binden. Erst, als die SWÜ ins Spiel gekommen seien, hätte der Monopolist Telekom der Stadt ein akzeptables Angebot gemacht. Mittlerweile aber wolle die Stadt nicht mehr. Nachdem das Regierungspräsidium den SWÜ erlaubte, auch in das Geschäftsfeld Telekommunikation einzusteigen, werden die SWÜ die Telekommunikationsinfrastruktur in Überlingen ausbauen, so die Oberbürgermeisterin.

30 Millionen Umsatz bleiben in der Region

Die SWÜ sind ein „Bürgerunternehmen“, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Überlingen. Die SWÜ machen rund 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr und beschäftigen 30 Mitarbeiter. „Die SWÜ ist für uns ein großer Wirtschaftsfaktor“, sagte Sabine Becker.

Hoffnung für den benachteiligten Standort

Gewerbetreibenden im Oberried und Besitzern von Büro- und Gewerbeflächen im Überlinger Gewerbegebiet dürfte die Ansage der Oberbürgermeisterin gefallen haben. Sie warten seit Jahren auf schnelles DSL. Firmen suchten in der Vergangenheit eigene teure Lösungen oder dachten über einen Wegzug aus dem mit DSL unterversorgten Gebiet nach. Flächen waren an dem Standort nur schwer zu vermieten.

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