Paradoxerweise Bodensee-Katamaran 2011 wirtschaftlicher

Katamaran-Reederei erfolgreich mit attraktiveren Tarifen – Keine Integration in die BSB

Bodensee KatamaranKonstanz. Die öffentliche Debatte über den Bodensee-Katamaran hat dem Städteschiff nicht geschadet. Es klingt paradox. Weil der Katamaran vielen Kommunalpolitikern in den ersten fünf Jahren zu defizitär gewesen ist, forderten Kritiker laut schon die Einstellung der Schiffslinie. Die Katamaran-Reederei reagierte prompt zum Beispiel mit attraktiveren Tarifen und schaffte es so zwar nicht raus aus den roten Zahlen aber sie verkleinerte das Minus.

Katamaran fährt wirtschaftlicher

Die Katamaran-Verbindung Konstanz-Friedrichshafen ist auf gutem Kurs. Seit sich die Stadtwerke Konstanz GmbH und die Technischen Werke Friedrichshafen GmbH zusammengesetzt haben, scheint der Katamaranbetrieb wirtschaftlicher geworden zu sein. Fragen werden da laut: Waren die Tarife bisher nur zu wenig attraktiv? Wieso handelten die Gesellschafter erst, als der öffentliche Druck immer größer wurde?

Friedrichshafener nein zu BSB

Viele Optimierungsvorschläge lagen und liegen auf dem Tisch. Geprüft worden ist auch die Möglichkeit, den Katamaran in die Bodenseeschiffsbetriebe (BSB) zu integrieren. Durch die Integration in die Konzernstruktur ließen sich Kosten einsparen. Das möchten die Friedrichshafener aber nicht, weil sie Mitspracherechte verlieren würden.

Besseres Ergebnis mit attraktiveren Tarifen

Erfolgreich getestet worden sind dagegen in dem Monaten Januar bis Mai attraktivere Tarifangebote. Zu gab es die Hin- und Rückfahrt zeitweise zum halben Preis. Trotz höheren Ausgaben, weil mehr Katamarane im Einsatz waren und mehr Treibstoff verbraucht worden ist, fuhr der Katamaran ein besseres Ergebnis ein. Unterm Strich waren es nach Angaben der Katamaran-Reederei 200.000 Euro mehr.

Kostensenkungen geplant

Die Katamaran-Reederei plant außerdem Kosten zu senken. So soll bei der kaufmännischen Betriebführung und bei den Schiffsführern gespart werden. Anders als bei Fahrgastschiffen müssen an Bord des Katamarans außerdem zwei Schiffsführer sein. Das hängt mit strengen Auflagen zusammen, die Bedingung für die wasserrechtliche Genehmigung des Städteschiffs waren. Die derzeitige Genehmigung läuft Ende des Jahres aus. Durch veränderte Fahrprofile möchten die Betreiber zusätzlich Treibstoffkosten einsparen. Die Reederei hat beantragt, auch die Tempolimits in den vorgeschriebenen Langsamfahrbereichen probeweise aufzuheben.

Linie dauerhaft defizitär

Trotzdem müssten die beiden Gesellschafter, die Stadtwerke Konstanz GmbH und die Technischen Werke Friedrichshafen GmbH die Schiffsverbindung über den Bodensee aber langfristig bezuschussen. Die Beträge, die die beiden Gesellschafter jeweils zahlen müssen, schwanken zwischen 200.000 Euro und 400.000 Euro pro Jahr. 2012 und 2013 müssten zum Beispiel Motoren getauscht werden. Auch wenn die Katamaranverbindung, die ein ÖPNV-Amgebot sei, dauerhaft defizitär bleibe, liege der Kostendeckungsgrad nach Angaben der Reederei bei 75 Prozent. Für ein Wasserfahrzeug sei dieser Kostendeckungsgrad sehr gut, meint die Katamaran-Reederei.

Kommunalpolitiker diskutieren

Ob dies auch die Konstanzer Kommunalpolitiker so sehen, dürfte sich bei einer Debatte in der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag zeigen. Im vergangenen Jahr war der Katamaran in schwere See geraten. Damals wurde in Konstanz schon über Ausstiegsszenarien diskutiert. Kritische Fragen stellen angesichts eines Defizits von mehr als vier Millionen Euro in fünf Jahren im November 2010 auch Mitglieder des Konstanzer Gemeinderats – quer durch die Fraktionen. Der Stadtwerke-Aufsichtsrat hatte in der Folge die Geschäftsführung der Stadtwerke und die Reederei erstmals beauftragt, Ausstiegsszenarien zu prüfen.

Foto: Katamaran-Reederei

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