Peer Gynt Premiere im Konstanzer Stadttheater

Gentlemen kämpfen in der Spiegelhalle – Oliver Vorwerk inszeniert Henrik Ibsens „Nordischen Faust“

Konstanz. Das Konstanzer Theater zeigt in der Spiegelhalle Ibsens „Peer Gynt“, den „nordischen Faust“, und konfrontiert das Publikum mit der so entscheidende Frage, was das Leben zusammen hält. Oliver Vorwerk hat sich für eine radikale Neudeutung des Stückes, eines der größten Dramen der Weltliteratur, entschieden. Den fünften Akt, die Sterbeszene, stellt er an den Anfang. Vorwerk lässt das Leben am Sterbenden noch einmal vorbei rauschen.

Woher weiß ich, wer ich bin?

Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Die Welt driftet auseinander. „Fragen zu stellen ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte.“ Das hat zwar nicht Henrik Ibsen gesagt, sondern Richard David Precht. Der Satz könnte aber genauso von Ibsen stammen, der in „Peer Gynt“ entscheidende Fragen stellt, die lauten: Welches Leben ist erfüllt? Was ist der Sinn? Solange solche Fragen im Raum stehen, ist zumindest eine Antwort klar. Getreu dem Motto der aktuellen Spielzeit am Konstanzer Theater kann sie nur heißen: Die Gentlemen kämpfen noch.

Der Sinn des Lebens

Henrik Ibsens Klassiker gilt als „nordischer Faust“. Wie dieser sucht auch Peer Gynt nach dem Kern, nach der Essenz des Lebens und des Menschseins. Und wie Faust hat auch Peer so manches surreale Erlebnis. Seine Sinnsuche erscheint gerade heute überaus aktuell und wird deshalb auch häufig auf deutschen Bühnen gespielt.

Leben rauscht vorüber

Für die Konstanzer Inszenierung dreht Regisseur Oliver Vorwerk das Stück um. Das Stück beginnt mit dem Augenblick kurz vor Peers Tod. Wie in einem gewaltigen inneren Monolog zieht das Leben am alten Peer Gynt vorüber. Der Regisseur sprich von „Seelenfetzen“. Szenen seiner Kindheit wechseln mit Erlebnissen aus Afrika und letztlich der Begegnung mit dem Knopfgießer, einer Figur, die ihn nach dem Wert seines Lebens befragt – danach, ob er er selbst gewesen ist, und was es überhaupt heißt, man selbst zu sein. Was Peer Gynt, gespielt von Ingo Biermann durchlebt sein Leben noch einmal. Der Regisseur hat sich dabei wohl von Berichten über Nahtodeserfahrung inspirieren lassen.

Regisseur Oliver Vorwerk inszeniert in der Ausstattung von David König in der großen Spiegelhalle und zeigt nach Woyzeck eine zweite Männerfigur im Rahmen dieser Spielzeit, die kontrastreicher kaum hätte sein können.

Premiere ist am Freitag, 26. November, um 20 Uhr in der Spiegelhalle.

Spiegelhalle bei Nacht

Weitere Termine: 27.11., 04.12., 05.12., 07.12., 09.12., 10.12., 11.12., 22.12., 26.12. und 31.12.10 um 20.00 Uhr; 30.11. u. 02.12.10 um 19.30 Uhr. Vor den Vorstellungen gibt es jeweils kurze Einführungen, die eine halbe Stunde vor der Aufführung beginnen.

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

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