Pfahlbauten am Bodensee wegen Welterbe-Titel überrannt

Mehr 100 000 Besucher seit der UNESCO-Erklärung im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Unhldingen-Mühlhofen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen am Bodensee haben in nur acht Wochen schon mehr als 100 000 Gäste die Pfahlbauten von Unteruhldingen besucht. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent mehr. Besonders viele Gäste kommen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien.

2000 Besucher jeden Tag

Im Schnitt strömen über 2000 Besucher täglich in Deutschlands ältestes Freilichtmuseum, um sich die Rekonstruktionen versunkener Dörfer aus der Stein- und Bronzezeit (4000 – 800 v.Chr.) zu machen. Etwa 35 Museumsführerinnen und Guides stehen für das Publikum bereit. „Spannende Vermittlung der oftmals als staubig empfundenen Geschichte unserer Vorzeit ist ihre pädagogische Aufgabe“, sagt Museumsdirektor Gunter Schöbel.

Nachbauten illustrieren das verborgene Erbe

Die Pfahlbauten sind nicht echt – das Welterbe im See ist aber unsichtbar und von Schlamm beseckt. Deswegen schauen sich die Menschen eben am Bodensee die Rekonstruktionen von Häusern an, die so oder so ähnlich früher einmal in Siedlungen standen. Das Museum möchte vermitteln. In den Pfahlbauten entstehen die längst verschwundenen Welten vor dem Auge der Besucher neu. Mit Modellen in Originalgröße und „Hands-on“-Bereichen werde es möglich – und alles nur einen Steinwurf von den originalen Siedlungsresten entfernt.

Präsentation von einzelnen Originalfunden

Ein extra eingerichteter Steinzeitparcours mit Steinzeitkarren und Einbäumen machen das technische Wissen der frühen Bewohner erlebbar. Präsentiert werden aber auch Originalfunde aus mehreren der Welterbestätten – wie etwa ein 4000 Jahre altes Holzrad aus einer unter Luftabschluss erhaltenen und von der Denkmalpflege erst kürzlich untersuchten Fundstelle.

Badeplatz direkt neben Pfahlbaumuseum

Wem ein Museumsbesuch bei der Hitze zu anstrengend ist, kann sich alternativ auch am öffentlichen Badeplatz in Sichtweite der Nachbauten der Steinzeithäuser niederlassen. Badende müssen nur auf die Erklärungen der Guides verzichten. Dafür behalten sie aber bei der Reise zurück in die Vergangenheit einen kühlen Kopf – und gesehen haben sie die Pfahlbauten auch.

Foto: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

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