Piratenpartei Deutschland hilft Wikileaks

Internetpartei spricht von Cyberkrieg im Netz – Wikileaks war am Freitag abgeschaltet

Piraten 2010 beim Landesparteitag in KonstanzKonstanz. In einer spontanen Aktion haben die Piratenpartei Deutschland wie ihre schweizerische Schwester dafür gesorgt, dass Wikileaks online bleibt. Unter http://wikileaks.piratenpartei.de/ ist die Whistleblower Website ab sofort erreichbar.  Im Laufe des Freitags war Wikileaks umgezogen und war unter einer Schweizer Adresse erreichbar. Dann wurde Wikileaks wieder abgeschaltet.

Piraten sprechen von Cyberkrieg

„Im Moment findet ein Cyberkrieg statt“, sagte Wolfgang Dudda vom Vorstand der Piratenpartei Deutschlands. „Es werden alle technischen Register gezogen, um Wikileaks mundtot zu machen. Als Partei der Bürgerrechte kann die Piratenpartei nicht einfach zusehen. Entsprechend haben wir dafür gesorgt, dass Wikileaks auch über uns erreichbar bleibt. “

Druck auf Internetfirmen

In den letzten Tagen begannen die USA, verstärkt Druck auf Internetfirmen auszubauen, die Dienstleistungen für Wikileaks anbieten. Diese wurden aufgefordert, jegliche Zusammenarbeit mit dem Portal zu beenden. Daraufhin kündigte das US-Versandunternehmen Amazon, welches auch Hostingdienstleistungen anbietet, die von Wikileaks angemieteten Server. Als Grund gibt das Unternehmen eine Verletzung der AGBs an. Mittlerweile wurde auch die Domain wikileaks.org seitens der Firma EveryDNS abgeschaltet, außerdem beendete eine Softwarefirma ihre Zusammenarbeit mit Wikileaks in Bezug auf grafische Darstellungen zu den Veröffentlichungen diplomatischer Telegramme durch Wikileaks.

Parteiprogramm enthält entsprechende Aussagen

Die Piratenpartei hat auf ihrem letzten Bundesparteitag in Chemnitz den Whistleblower-Schutz als politische Forderung in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Sie setzt sich für einen generellen und umfassenden Schutz mit notwendigen Ausnahmen ein. „Eine demokratische Gesellschaft muss Rechtsmittel zur Hand haben, um damit produktiv und konstruktiv umzugehen“, so die Piratenpartei. Verantwortlich für den Inhalt der Pressemitteilung zeichnete die Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland.

Mehr zum Thema gibt es zum Beispiel bei der NZZ, bei der TAZ oder beim Spiegel.

2 Kommentare to “Piratenpartei Deutschland hilft Wikileaks”

  1. Thomas Heidrich
    5. Dezember 2010 at 10:21 #

    Jeder kann mithelfen, wenn er möchte.

    Auf der Seite [0] kann man ganz unten eine Torrentdatei herunterladen. Diese Datei braucht man nur einem BitTorrent-Client [1] geben und schon hilft man Leuten, die die CableGate-Informationen noch nicht haben.

    [0]: http://wikileaks.piratenpartei.de/cablegate.html
    [1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_BitTorrent-Clients

  2. Heidemann
    5. Dezember 2010 at 11:25 #

    Vorab, ich finde eure Aktion Klasse. Inzwischen planen US-Senatoren ein „Anti-WikiLeaks-Gesetz“. Joe Lieberman US-Senator und andere Politiker planen angeblich derweil eine „Anti-WikiLeaks-Gesetzgebung“. Die Gesetzgeber stellten am Donnerstag einen Gesetzesentwurf vor, der es unter Strafe stellen soll, den Namen eines Informanten des US-Geheimdienstes zu veröffentlichen.

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